28. März 2018 · HR · von

Stelleninserate: „Kaufen Sie keine Stock-Photos. Das ist einfach peinlich.“

Es geht bei der Jobsuche kaum ohne Stellenanzeige, soweit sind sich die Teilnehmer einer Umfrage zum Thema Stelleninserate einig. Mehr als 2000 Bewerber hat Softgarden befragt, um herauszufinden: Was leisten Stelleninserate bereits und wo gibt es Nachholbedarf? Die wichtigsten Aussagen der Studie und einige Kommentare der befragten Bewerber:

#1 Das Inserat als glaubwürdige Infoquelle?

83 Prozent der befragten Bewerber vertrauen den Aussagen, die im Stelleninserat gemacht werden, 16 Prozent tun das sogar uneingeschränkt. In der Realität werden Bewerber aber oft enttäuscht: 42 Prozent der Jobsuchenden mussten bereits einmal die Erfahrung machen, dass die Jobbeschreibung im Inserat und die Realität im Arbeitsalltag nicht zusammenpassten. Allerdings berichten fünf Prozent davon, dass die Jobrealität die Versprechungen sogar übertraf.

„Lobt euch nicht selbst in Stellenanzeigen, konzentriert euch auf die Stelle selbst. Niemand informiert sich über eine Firma in einer Stellenausschreibung. Dafür gibt es bessere Quellen.“

#2 Schlechte Inserate kosten Bewerbungen

Wer schlechte Jobinserate veröffentlicht, der verliert Kandidaten gleich zu Beginn ihrer Reise: 73 Prozent der befragten Kandidaten haben aufgrund schlechter Inserate bereits einmal von einer Bewerbung abgesehen. Die Hauptgründe dafür: Das Inserat ließ den Job oder das Unternehmen unattraktiv erscheinen oder Teile der Jobausschreibung waren schlecht formuliert bzw. lückenhaft.

„Manche Arbeitgeber schludern ihre Texte einfach auf eine x-beliebige Seite.“

#3 Auf diese Infos kommt es an!

In ein Inserat müssen ganz schön viele Elemente hinein: Unternehmensportrait, Anforderungen, Stellenbeschreibung, Zusatzleistungen, Logo etc. Worauf legen Kandidaten wirklich Wert? Die Jobbeschreibung ist für Bewerber das wichtigste Element eines Stelleninserates. Danach folgen Jobtitel und Anforderungsprofil.

Im Kommentarfeld hatten Studienteilnehmer die Möglichkeit anzugeben, was sie an Stelleninseraten vermissen.

  • Gehalt: Kandidaten wünschen sich die Angabe einer Gehaltsbandbreite oder Angaben zum Ausbildungsgehalt bzw. zum Einstiegsgehalt nach einer Ausbildung.
  • Arbeitszeiten: Informationen zu realistischer Wochenarbeitszeit oder Hinweise auf Arbeitszeitmodelle vermissen Bewerber ebenfalls.
  • Bewerbungsprozess: Kein Ansprechpartner, keine Kontaktdaten, keine genannte Bewerbungsfrist sind Dinge, die sich Kandidaten von einem guten Inserat ebenfalls erwarten.

Allgemein gehaltene Jobbeschreibung vs. präzises Anforderungsprofil: Kandidaten bevorzugen laut Umfrage letzteres. Stellt man sie vor die Wahl, fühlen sie sich von einer präzisen Stellenausschreibung eher angezogen als von allgemein gehaltenen Ausschreibungen.

#4 Besser tausend Worte als ein Bild

Welche Gestaltungselemente begeistern und informieren Bewerber? Text liegt hier klar auf Platz eins, danach folgen Bilder und Videos. Weit abgeschlagen: Interaktive Elemente wie eine Chatfunktion. Mit der Qualität von Text, Bild und Video sind die Jobsuchenden grundsätzlich ganz zufrieden – allerdings gibt es noch Luft nach oben. Für Texte vergeben nur zwölf Prozent die Note „sehr gut“.

„Kaufen Sie keine Stock-Photos. Das ist einfach peinlich.“

#5 Die ideale Stellenanzeige, der ideale Bewerbungsprozess

Mehr als 1.400 Statements befragter Bewerber zeigen, was sich Jobsuchende vom idealen Jobinserat wünschen und auch, wie sich das ideale Bewerbungsverfahren gestaltet. Eine Auswahl der Aussagen:

  • Erwähnung des Gehalts statt „Obst, Gemüse und Kaffee umsonst“.
  • Einladung zum Gespräch in maximal 15 Minuten oder Absage.
  • Bewerberprofil in zentraler Datenbank, per Drag-and-drop sofort absendebereit.
  • Bewerbungs-PDF mit 5 bis 10 MB gibt es nicht mehr.
  • Easy apply ohne langes formales Anschreiben.
Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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