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Stellenanzeigen formulieren Beispiele

Stellenanzeige richtig formulieren: 5 Dos und Don'ts im Jobinserat

Bewerbung Erstellt am: 13. August 2020 5 Min.

Ein Stelleninserat ist schnell formuliert: fetzige Headline, Gehalt und fertig! – Ein schwerer Irrtum. Denn schlecht oder gar falsch formulierte Stellenanzeigen werden von Jobsuchenden und Suchmaschinen gleichermaßen abgestraft. In diesem Artikel zeigen wir anhand von Beispielen, wie man es richtig macht und wie nicht.

Die Unternehmensbeschreibung holt man sich von der PR-Abteilung, die Anforderungsliste an Bewerber von der Führungskraft. Alles in die Vorlage kopieren, ein paar Buzzwords wie „innovativ“ oder „erfolgreich“ einfügen und fertig ist das Stelleninserat. Ganz so einfach ist es nicht, denn ein gutes Jobinserat zu erstellen, ist viel Arbeit. Erschwerend kommt hinzu, dass jeder ein Wörtchen mitreden möchte: Die Unternehmenskommunikation will keinesfalls vom offiziellen Wording abweichen, was die Arbeitgeberbeschreibung betrifft. Die verantwortliche Führungskraft stellt eine lange Wunschliste an die Bewerber zusammen (sicher ist sicher) und HR muss letztendlich alles unter einen Hut bekommen. Klingt unmöglich? Ist es nicht!

Floskelfriedhof Stellenanzeige: Jobinserate ohne Aussagekraft

„Wir bieten einen spannenden Aufgabenbereich mit attraktiver Vergütung und flexiblen Arbeitszeiten“. Das ist schön – das machen tausende andere Arbeitgeber in ihren Inseraten aber auch. Bei so wenig Aussagekraft kann man sich das Inserat gleich sparen, denn die richtigen Mitarbeiter findet man damit höchstwahrscheinlich nicht. Viele Unternehmen nutzen das Stelleninserat nicht, um Bewerber zu begeistern und über eine vakante Stelle und das Unternehmen wirklich zu informieren. Fünf Fehlerquellen, auf die Arbeitgeber ihre Jobinserate untersuchen sollten:

Fünf Fehler in der Formulierung von Jobinseraten

Hinweis: Mit den nachfolgend gezeigten Beispiele möchten wir veranschaulichen, wie Fehler im Jobinserat korrigiert werden können und was man dabei vermeiden soll. Bloßstellung liegt uns fern.

Fehler Nr. 1: Nichtssagende Headline

Suchen Arbeitnehmer nach einem Job, dann geben sie üblicherweise einen konkreten Beruf, eine Tätigkeit oder Branche ins Suchfeld ein. Nach „Mitarbeiter“ oder „Personal“ sucht niemand. Entsprechend schwer haben es Inserate, die diese Headlines tragen. Sie werden in den Suchergebnissen schlicht nicht angezeigt. Je konkreter der Titel im Inserat formuliert ist, desto besser wird es gefunden und umso höher sind die Erfolgschancen.

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Eigenschaftswörter machen die Headline zu lang. Besser: kurze, konkrete Beschreibung von Job und Tätigkeitsbereich. Leider wurde dabei aufs Gendern vergessen.

Wichtig ist auch ein guter Einstieg ins Jobinserat. Das beschreibt nicht die Tätigkeit des Unternehmens, sondern vermittelt, was die Arbeitnehmer dort tun und wie sie arbeiten. Sie gibt einen kurzen Einblick in die Arbeitswelt - Stichwort Employer Branding. Wie viele Stores, Standorte oder Mitarbeiter auf wieviel Fläche in welchen Ländern arbeiten – das kann als Info getrost auf die Website oder ins Arbeitgeberprofil, sollte aber nicht ins Jobinserat.

Stelleninserat Beispiel Headline 1024x682

Eigenschaftswörter machen die Headline zu lang. Besser: kurze, konkrete Beschreibung von Job und Tätigkeitsbereich. Leider wurde dabei aufs Gendern vergessen.

Fehler Nr. 2: Zu wenig Information

Anforderungen und Voraussetzungen, um den Job vielleicht zu ergattern, dürfen im Jobinserat natürlich nicht fehlen. Wichtig ist, dabei nicht nur die fachlichen Qualifikationen zu bedenken, sondern auch die persönlichen. Die Aufgaben im Job sollten ebenfalls so gut wie möglich beschrieben werden – siehe Fehler Nr. 4. Kandidaten möchten natürlich auch wissen, was ihnen geboten wird. Benefits und das Gehalt sind daher essenzielle Bestandteile des Stelleninserats. Zusätzlich zur gesetzlich vorgeschriebenen Angabe des Mindestgehalts empfehlen wir, auch das Maximum für die jeweilige Position zu verraten, statt nur "Bereitschaft zur Überzahlung" anzugeben. Das schafft gleich Klarheit darüber, ob man beim Gehalt auf einen grünen Zweig kommt. Zu guter Letzt dürfen Kontaktmöglichkeiten im Inserat nicht fehlen. Ideal sind eine E-Mail-Adresse sowie der Name der Ansprechperson.

Fehler Nr. 3: Buzzwords & Füllwörter

Es gibt Dinge, die sollten Jobsuchende besser nicht in die Bewerbung schreiben. Das gleiche gilt auch für Arbeitgeber. Neben geläufigen Floskeln wie team(fähig), kommunikativ oder interessant gibt es noch Buzzwords und Füllwörter, für die HR noch weniger sensibilisiert ist:

  • „unter anderem“: Je mehr „u.a.“ im Inserat, desto weniger Klarheit. Welche Tätigkeiten erwarten Bewerber im Job wirklich? „U.a.s“ in der Tätigkeitsbeschreibung lassen viel Raum für Spekulation.
  • „Bereich“: Bei Arbeitgebern wimmelt es nur so von Bereichen: Marketingbereich, Produktionsbereich, Bereich der Qualitätsüberprüfung. Für Bewerber erklärt das nicht, was sie im Job wirklich erwarten wird – es umreißt höchstens grob, in welche Richtung die Reise gehen wird.

„Was macht man im Job und was soll das Ergebnis sein?“

Fehler Nr. 4: Nominalstil – die volle Gönnung für HR

Prüfung, Abrechnung, Erfahrung, Verwaltung, Reservierung – die Liste ist lang. Besonders oft betroffen: Bildungseinrichtungen, Verwaltungsbehörden und Großkonzerne. Sprachlich ansprechender: Kandidaten als handelnde Subjekte beschreiben und Aufgaben mit Verben erklären. Im besten Fall schwingt noch das erwartete Ergebnis mit.

  • nicht optimal: Betreuung von Datenbanken
  • besser: Sie betreuen Datenbanken.
  • optimal: Sie halten unsere Datenbanken aktuell und fehlerfrei.
  • nicht optimal: Verfassen von Pressmitteilungen
  • optimal: Du verfasst spannende Pressemitteilungen und kreativen Content, den wir sowohl für Social Media als auch für Journalisten und unsere Partner-PR-Agenturen nutzen können.

Tipp: Keine Angst vor umfangreichen Beschreibungen! In Online-Inseraten ist genug Platz vorhanden – und kein Zeichen kostet extra. In der Art der Formulierung schwingt idealerweise schon die Unternehmenskultur mit (siehe Beispiel 2: Das Unternehmen ist schon im Inserat per Du.)

Fehler Nr. 5: Das Online-Inserat falsch ausfüllen

Eine Vorlage für ein Online-Stelleninserat schnell zwischen zwei Terminen und während eines Telefonats ausfüllen ist eher nicht empfehlenswert. Dabei passieren Fehler, die sich leicht vermeiden ließen. Füllt man Online-Vorlagen selbst aus, gibt es normalerweise eine Erklärung zu jedem Textfeld. Befolgt man diese, ist wirklich jede Information an der richtigen Stelle und bringt mehr Recruiting-Erfolg. Nur wenn die richtigen Angaben beim richtigen Textfeld eingegeben werden, können sie in Filterfunktionen miteinbezogen werden. Sucht ein Kandidat also nach bestimmten Tätigkeitsbereichen, Arbeitsorten oder filtert nach Gehalt, werden nur die Inserate angezeigt, die diese Infos an der vorgegebenen Stelle bieten.

Unser Tipp: Die angegebenen Anweisungen befolgen.

Stelleninserat Beispiel falsch ausgefuellt 1024x682

Eigenschaftswörter machen die Headline zu lang. Besser: kurze, konkrete Beschreibung von Job und Tätigkeitsbereich. Leider wurde dabei aufs Gendern vergessen.

Ebenso wichtig: Ein Stelleninserat darf niemanden diskriminieren, dafür sorgt das Gleichbehandlungsgesetz (GlBG). „Ausschlusskritieren“ wie Alter, Geschlecht oder gar Konfektionsgröße gehören dementsprechend nicht in die Anzeige – und haben im Berufsleben ganz grundsätzlich nichts verloren. Jeder Bewerber verdient eine Chance!

Stelleninserat Beispiel diskriminierend 1024x682

Eigenschaftswörter machen die Headline zu lang. Besser: kurze, konkrete Beschreibung von Job und Tätigkeitsbereich. Leider wurde dabei aufs Gendern vergessen.

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