Zum Seiteninhalt springen
Zurück zu Zusammenarbeit
Konstenlose employer branding massnahmen

Kostenlose Employer-Branding-Maßnahmen, die man oft vergisst

Zusammenarbeit Erstellt am: 29. Juli 2020 4 Min.

Es gibt mehr kostenlose Employer-Branding-Maßnahmen, als man vermuten würde. Denn wenn von der Arbeitgebermarke die Rede ist, denken viele zunächst an teure Werbekampagnen und Give-aways. In diesem Artikel erinnern wir euch an hocheffektive Alternativen, die jedes Unternehmen (fast) völlig kostenlos nützen kann.

Knappe Budgets und Sparzwang treffen Marketingmaßnahmen meist zuerst. Damit rutscht oft auch das Employer Branding erst mal ganz nach unten in der Prioritätenskala. Ein Denkfehler, denn die Präsentation als attraktiver Arbeitgeber ist nicht unbedingt mit Kosten verbunden. Ganz im Gegenteil: Die effektivsten Maßnahmen sind völlig kostenlos. Ihre Wirkung entfalten sie aber nicht auf Knopfdruck. Es reicht nicht, sich nur dann als guter Arbeitgeber zu präsentieren, wenn man Mitarbeitende sucht. Damit Employer Branding wirkungsvoll betrieben wird, hat es also immer hohe Priorität.

Reality Check: Wofür steht unsere Arbeitgebermarke? #

Bevor man sich auf die Suche nach kostenlosen Employer-Branding-Maßnahmen macht, muss die Arbeitgebermarke auf den Prüfstand: „Sind wir wirklich der attraktive Arbeitgeber, der wir sein wollen?“ Attraktivität liegt bekanntlich im Auge des Betrachters – oder im Falle der Employer Brand ganz tief in der Unternehmenskultur begründet. Ein cooles Produkt, Marktführerschaft oder überdurchschnittliche Bezahlung helfen zwar dabei, viele Bewerbungen zu bekommen, doch nur, wenn die eingestellten Mitarbeitenden dann auch tatsächlich gern (und einigermaßen lang) im Unternehmen arbeiten, darf man sich ehrlicherweise das Prädikat „attraktiv“ verleihen.

Das ist üblicherweise der Fall bei Arbeitgebern, die

  • vertrauen statt kontrollieren
  • Informationen transparent und rechtzeitig kommunizieren
  • selbstständiges Arbeiten fördern
  • flexible Arbeitszeiteinteilung gewährleisten (wenn möglich)
  • Mitarbeitende aller Hierarchieebenen in Entscheidungen einbinden
  • Austausch zwischen Abteilungen und Teams forcieren
  • Mitarbeitenden genug (aber nie zu viel) Verantwortung übertragen
  • firmeninternen Auf- und Umstieg fördern
  • Probleme offen ansprechen und auch selbst Kritik annehmen
  • Worten Taten folgen lassen

5 (fast) kostenlose Employer-Branding -Maßnahmen #

Die genannte Liste lässt sich beliebig erweitern, doch nicht alles muss – oder vielmehr kann – immer eingehalten werden. Nobody’s perfect, no Arbeitgeber auch. Dennoch sollte man stets an der Unternehmenskultur arbeiten, um die Mitarbeitendenzufriedenheit möglichst hoch zu halten. „Happy wife, happy life“ würde man in der Ehe sagen, im Unternehmenskontext gilt: Zufriedene Mitarbeitende sind gute Mitarbeitende. Und das führt uns zur ersten kostenlosen Employer-Branding-Maßnahme:

1. Mitarbeitende als Markenbotschafter*innen #

Warum es so wichtig ist, die eigenen Angestellten gut zu behandeln, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Mundpropaganda. Sie ist immer noch die wirksamste Employer-Branding-Maßnahme und im Kampf gegen den Fachkräftemangel schier unbezahlbar. Keine noch so teure Kampagne kommt dagegen an, wenn Mitarbeitende im Familien- und Freundeskreis vom eigenen Arbeitgeber schwärmen und Bekannten vielleicht sogar offene Stellen empfehlen. In Krisenzeiten stehen Arbeitgeber übrigens besonders auf dem Prüfstand der Beschäftigten und können mit guter Information und Kommunikation punkten.

2. Die Candidate Journey #

Employer-Branding-Maßnahmen haben das Ziel, die besten Mitarbeitenden zu finden – nicht nur viele Bewerber*innen. Ein häufiger Irrtum, denn nur zu oft hört das Liebeswerben der Arbeitgeber mit der Bewerbung einer Kandidat*in auf. Danach folgen wochenlange Funkstille oder unpersönliche E-Mails. Ist ein anderer Arbeitgeber schneller und freundlicher, verschwindet die Kandidat*in schneller wieder vom Arbeitsmarkt, als man „Candidate Journey“ sagen kann. Genau die sollte daher auch als Employer-Branding-Maßnahme angesehen werden, die hocheffektiv ist und dabei keinen Cent extra kostet.

3. Employer Branding mitdenken #

„Es könnte sich um zukünftige Mitarbeitende handeln!“

Wann und wo auch immer Unternehmensvertreter mit Kunden, Lieferanten, Partnern, Medien und anderen Stakeholdern kommunizieren, sollte man eines bedenken: Es könnte sich um zukünftige Mitarbeitende handeln. HR, Unternehmenskommunikation und Führungskräfte sind hier zur Zusammenarbeit aufgefordert, damit sich alle Beteiligten ihrer Verantwortung bewusst sind und eine einheitliche Außenkommunikation gewährleistet ist. Das beginnt bei so profanen Dingen wie der Abwesenheitsnotiz – ein äußerst wichtiger Teil der Unternehmenskommunikation, der oft vernachlässigt wird.

Besonders wichtig ist das natürlich bei den ersten Anlaufstellen für interessierte Kandidat*innen: Der Unternehmenswebsite beziehungsweise der Karriereseite sowie am Arbeitgeberprofil von Karriereportalen und Berufsnetzwerken. Social Media eignet sich für Employer Branding übrigens besonders gut, um ehrliche Einblicke in den Arbeitsalltag zu gewähren. Wir nutzen dazu unseren Instagram-Kanal. Dass man sich nicht nur nach außen offen und transparent geben sollte, sondern vor allem auch nach innen, versteht sich von selbst. Dabei gilt: Erst erfahren die Mitarbeitenden über interne Vorgänge, dann die Öffentlichkeit.

4. Der Kunde ist König, der Mitarbeitende auch #

„Mitarbeitende zuerst“ lautet das Credo auch bei sämtlichen Goodies und Geschenken. Klar, die sind mit finanziellem Aufwand verbunden und daher eine nicht ganz kostenlose Employer-Branding-Maßnahme. Teuer müssen sie aber nicht sein. Eine Möglichkeit ist, Kundengeschenke für die eigenen Mitarbeitenden mitproduzieren zu lassen. Das senkt üblicherweise den Stückpreis und freut damit nicht nur Kunden und Angestellte, sondern auch das Budget.

5. Eigene Ressourcen verwenden #

Produzierende Betriebe sind bei Geschenken klar im Vorteil, denn sie haben die nötigen Ressourcen für kleine Geschenke im Haus. Was man selbst herstellt, kostet weniger, also warum nicht auch kleine Give-aways mit Firmenlogo selbst herstellen? Ein Hinweis auf die Online-Präsenz darunter genügt und die günstige Employer-Branding-Maßnahme ist fertig, um von den Mitarbeitenden in die Welt hinausgetragen zu werden.

„Wie wärs mit dem Wissen der eigenen Fachkräfte?“

Auch Handelsunternehmen und sogar Dienstleister sollten sich überlegen, welche ihrer internen Ressourcen sie nützen können. Produkte aus dem eigenen Sortiment sind die naheliegende Wahl. Doch wie wärs mit dem Wissen der eigenen Fachkräfte? Branchenspezifische Veranstaltungen, Unis oder Schulen eignen sich hervorragend für Vorträge oder Workshops, bei denen die Mitarbeitenden das Unternehmen nicht nur als Fachexpert*innen repräsentieren, sondern auch als Botschafter für ihren Arbeitgeber auftreten. Das funktioniert natürlich nur, wenn sie sich tatsächlich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren können und gern im Unternehmen arbeiten – womit wir wieder am Beginn des Artikels angelangt sind.

Bildnachweis: shutterstock/Rawpixel.com


Avatar Redaktion 2x

Redaktion
Mehr erfahren

Entdecke mehr zu diesem Thema

Handlungsfähig bleiben: Das „richtige“ Mindset in Krisenzeiten

Erstellt am: 17. Mai 2021 4 Min.

„Es kommt aufs richtige Mindset an.“ Diesen Satz hört man oft, wenn es um den Umgang mit neuen Herausforderungen geht – in Krisenzeiten essenziell. Dementsprechend stehen auch die Freiräume (Un)Conference 2021 ganz unter diesem Motto. Wir haben Keynote-Speakerin Dr. Birgit Feldhusen gefragt, was das „richtige“ Mindset in Krisen ist.

5 Tipps für die richtige Kündigung: Bewahre deinen guten Ruf!

Aktualisiert am: 02. April 2024 6 Min.

Wer im Berufsleben zu neuen Ufern aufbrechen will, kommt in den meisten Fällen nicht um die Kündigung herum. In der Theorie sollte es ja einfach sein – Gespräch mit der Chef*in, Formalitäten klären, Unterschrift unters Kündigungsschreiben setzen und klären, wie lange man dann noch im Unternehmen werkt. Dass es oft aber nicht so easy geht, werden viele, die bereits einmal einen Dienstvertrag gekündigt haben, nur zu gern bestätigen. Denn in vielen Fällen stehen starke Emotionen dem Entschluss zur Kündigung im Weg.

Die Körpersprache erzählt mehr, als uns lieb ist

Erstellt am: 18. November 2014 4 Min.

Hände, die mit Haarsträhnen spielen, ein nervös wippendes Bein oder ein unsicherer Stand: Ob man möchte oder nicht - kommuniziert wird immer. Gesicht, Hände und Körperhaltung verraten unserem Gegenüber Dinge, die wir vielleicht gar nicht preisgeben möchten. Mit etwas Übung kann man seine eigene nonverbale Kommunikation in den Griff bekommen - und im Job überzeugen.