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Employer Branding durch Nachhaltigkeit

Employer Branding: Nachhaltigkeit als Trumpf

Arbeitsmarkt Erstellt am: 06. September 2022 4 Min.

Die Klimakrise hat viele Unternehmen dazu bewogen, innerbetriebliche Veränderungen anzustoßen. Gleichzeitig prosperieren Arbeitgeber*innen aus nachhaltig orientierten Branchen. Ein klarer Pluspunkt, denn vor allem junge Arbeitnehmer*innen wollen bei einem Unternehmen arbeiten, das auf die Umwelt schaut. Christina Kropf vom Green Tech Cluster verrät, was sich in puncto Nachhaltigkeit in der österreichischen Wirtschaft tut.

Mit Umweltbewusstsein zum*r attraktiven Arbeitgeber*in

Frau Kropf, haben Unternehmen eigentlich eine gesellschaftliche Verpflichtung, nachhaltig und umweltbewusst zu sein? Besonders im Hinblick auf die Klimakrise und ihre Auswirkungen.

Christina Kropf: Das haben wir alle, als Menschen und Unternehmen. Und wir wollen unsere Verantwortung in dieser Sache auch ganz klar wahrnehmen. Nicht nur, weil es von gesellschaftlicher Relevanz ist, sondern auch, weil es bald gesetzlich vorgeschrieben ist. Ab 2023 sind große Industrieunternehmen dazu verpflichtet, ihre Nachhaltigkeitsleistungen im sogenannten Corporate Sustainability Reporting darzulegen. Das bedeutet, die EU verpflichtet sie, über ihre Bemühungen in Bezug auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung zu berichten. Das Positive daran: Unternehmen, die ökologisch und sozial verantwortlich arbeiten, können sich attraktiver positionieren. Nur so können sie in den nächsten Jahren wettbewerbsfähig bleiben. Mit gutem Beispiel gehen hier etwa bereits der Abfallspezialist Komptech oder der Industrieanlagenbauer Christof Industries voran.

Welche Branchen sind besonders umweltfreundlich bzw. bedacht darauf, nachhaltig zu agieren? Und in welchen vollzieht sich gerade ein kompletter Wandel von umweltschädlich hin zu umweltfreundlich?

Christina Kropf: Den größten Wandel vollziehen gerade die Automobil- und die Mikroelektronikbranche. Der Druck von Kund*innen, Gesetzgebern und OEM kommt in den Lieferketten an. 270 Technologieanbieter und Forschungseinrichtungen aus dem Süden Österreichs unterstützen hier mit ihren Lösungen bei der grünen Transformation. Ein Gros befindet sich bereits selbst auf dem Weg Richtung klimaneutrales Unternehmen. Ad hoc fällt mir hier die steirische Stoelze Oberglas ein. Aber auch der Kärntner Solar-Anbieter Sonnenkraft. Der Green Tech Cluster mit Sitz in Graz darf sich ebenfalls rühmen, klimaneutral seit Bestehen zu sein. Dazu erstellen wir regelmäßig Klimabilanzen und setzen Maßnahmen zur Emissionsreduktion. So konnten wir unsere Emissionen bereits halbieren. Die verbleibenden werden mit regionalen und internationalen Projekten kompensiert.

„Unternehmen, die ökologisch und sozial verantwortlich arbeiten, können sich attraktiver positionieren und bleiben in den nächsten Jahren wettbewerbsfähig.“

Christina Kropf · Projektleiterin Kommunikation
Frau Kropf

Klimaschutz als Wirtschaftsmotor

Wie viele „grüne Arbeitsplätze“ bieten österreichische Unternehmen derzeit? Wie schauen da die zukünftigen Entwicklungen aus?

Christina Kropf: Österreich, aber vor allem der Süden des Landes, ist ein fruchtbarer Nährboden für grüne Innovationen und damit für viele nachhaltige Jobs. Aktuell besticht der Standort mit über 24.000 Beschäftigten im Umwelttechnikbereich. Und es werden mehr. Gesucht wird alles von Abteilungsleiter*innen für Automatisierungstechnik bis hin zu Senior Scientists für Abfallverwertungstechnik. Aber auch Marketer*innen werden gesucht.

Wie stark ist der Sektor der umweltbewussten bzw. nachhaltigen Unternehmen in den letzten Jahren gewachsen? Drängen hier viele Startups auf den Markt?

Christina Kropf: Klimaschutz ist ein absoluter Wirtschaftsmotor. Die Unternehmen im Green Tech Valley konnten ihre Beschäftigungszahlen binnen 10 Jahren verdoppeln und ihren Umsatz verdreifachen. Sie sind mit 5,6 Mrd. Euro Umsatz besser durch die Krise gekommen als die Gesamtwirtschaft. Auch die Climate Tech Startup-Szene in Österreich wächst. Das zeigt die aktuelle Übersicht der „Climate Tech Startups Austria 2022“. Über 120 grüne Technologie-Startups, Tendenz steigend, arbeiten an innovativen Lösungen für Klimaschutz- und Kreislaufwirtschaft. Diese umfassen die Sektoren Energie, Mobilität, Lebensmittel, Building, Digital und eben Circular.

„Gen Z ist es besonders wichtig, in einem nachhaltigen Unternehmen tätig zu sein. Wer Gutes tut, ist auch gut drauf. Das Betriebsklima muss aber trotzdem stimmen.“

Christina Kropf · Projektleiterin Kommunikation

Junge Menschen wollen nachhaltige Arbeitgeber*innen

Haben umweltfreundliche Arbeitgeber*innen bessere Chancen, in Zeiten des Fachkräftemangels neue Mitarbeitende zu finden?

Christina Kropf: Absolut. Laut einer Studie des VOEB Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe mit 1500 Befragten, interessieren sich immer mehr junge Menschen für Green Jobs. 42 % sind es unter den 26- bis 30-Jährigen, sogar 60 % unter den 14- bis 18-Jährigen. Vor allem der Gen Z ist es also besonders wichtig, in einem nachhaltigen Unternehmen tätig zu sein, in dem auch das Betriebsklima stimmt. Das tut es, da bin ich mir sicher. Denn wer Gutes tut, ist auch gut drauf.

Welche (kleinen) Schritte können Unternehmen setzen, um im Alltag nachhaltiger zu sein?

Christina Kropf: Alles beginnt damit, den Ist-Zustand, also die eigene Klimabilanz zu ermitteln. Dann kann man sukzessive Emissions-Einsparungsmaßnahmen setzen. Was die eigenen Mitarbeiter betrifft, können Anreize, wie das Klimaticket, zu einer Änderung im Mobilitätsverhalten führen. Hier sehe ich einen großen Hebel. Wir haben zum Beispiel auch beschlossen, auf einen Druck unseres Kundemagazins zu verzichten und uns stärker auf Online-Aktivitäten zu fokussieren. Wichtig ist, das wir etwas tun und nicht nur darüber reden.

Über Christina Kropf

Christina Kropf arbeitet seit 2021 beim Green Tech Cluster als Projektleiterin Marketing & PR. Davor war sie als Moderatorin bei diversen Radiosendern tätig.

Copyright Foto: Green Tech Cluster


B schedlberger

Bianca Schedlberger
Content Managerin
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