Erstellt am 27. Mai 2020 · Arbeitsleben, Inside · von

Zurück im Büro: So war unser erster Tag nach 11 Wochen Homeoffice

Lesezeit: 3 Minuten

Endlich sind wir zurück im Büro. Nach elf Wochen im Homeoffice besiedeln wir nun wieder langsam unsere Office-Räumlichkeiten und fühlen uns dabei freudig-verwirrt. Unsere Eindrücke haben wir in diesem Artikel für euch festgehalten.

Schon der Vorabend vor der Rückkehr ins Büro war eigenartig. Irgendwie hatte es was von Ferienende – mit dem Unterschied, dass wir die ganzen „Ferien“ über gearbeitet haben und echt froh sind, dass die „Schule“ wieder losgeht. Also pack ich brav meine Tasche mit allen nötigen Utensilien (bin gespannt, wer morgen den Laptop zuhause liegen lässt), seh noch mal nach, wann die Öffis fahren, und freu mich.

Zurück im Büro: Unsere Eindrücke an Tag 1

Das „Erster Schultag“-Gefühl hält an. Schon bei der Fahrt in die Arbeit rattert das Gehirn: Wie wirds wohl werden? Haben sich die Kollegen verändert? Und wie wirds uns mit den Sicherheitsmaßnahmen gehen? Auf den letzten Metern zum Büro erblicke ich die ersten Kollegen und sehe, dass das Fenster bei meinem Schreibtisch offen ist. Wir sind also wirklich zurück, yay!

„Nach zwei Monaten Rumsitzen ist Bewegung gar nicht schlecht.“

Beim Betreten des Gebäudes fallen mir sofort die Hinweis-Aushänge und Desinfektionsmittelspender auf. Der Lift darf nur noch für Lieferungen benützt werden, sonst gilt es, die Stiege zu nehmen – nach über zwei Monaten Rumsitzen eigentlich gar nicht so schlecht, diese Bewegung am Morgen (sage ich, die nur zwei Stockwerke gehen muss, und nicht vier oder fünf, wie manch andere).

Surreal, aber schön: Arbeiten im Schichtbetrieb

Endlich ist es so weit: Ich bin in „meinem“ Office angelangt – und freu mich über den Anblick der Kollegen, die schon da sind. „Haaallooo!“, und „Oh, mein Gott, ist das surreal“, sind die ersten Dinge, die mir in den Sinn und über die Lippen kommen. Dann geh ich zu meinem Platz, wo meine Sitznachbarin schon fleißig in die Tasten haut. Der Sicherheitsabstand geht sich bei uns glücklicherweise aus, ohne Tische verrücken zu müssen, dennoch sind nur die Hälfte der Plätze besetzt. Damit nicht zu viele Kollegen auf einmal im Büro sind, arbeiten wir tageweise hier, die restliche Zeit sind wir weiterhin im Homeoffice.

„Das Anstellen bei der Kaffeemaschine hat keiner von uns vermisst.“

Ich packe nun meinen Laptop aus (hab ihn nicht vergessen, yes!), richte mir meinen Arbeitsplatz wie gewohnt – oder mittlerweile eher ungewohnt – ein und frag mich, ob mein Bildschirm immer schon so groß war. Nach so langer Zeit des Arbeitens am Laptop ist der große Screen eine echte Wohltat für die Augen. Das Anstellen bei der Kaffeemaschine hat keiner von uns während der Homeoffice-Phase vermisst. Die Maschine selbst ist mit dem ungewohnten Andrang nach so langer Ruhezeit überfordert und gibt gleich mal den Geist auf. Da heißts also heute Kaffeeholen aus anderen Stockwerken – und beim Stiegensteigen nix verschütten.

Ein lebendiges Büro: Gesellschaft beim Arbeiten tut gut!

So nach und nach trudeln nun weitere Kollegen ein und alle reagieren gleich: „Haaallooo!“ und „Boah, ist das komisch!“ sind die ersten Äußerungen bei allen. Dann begibt sich jeder an seinen Platz und fängt zu arbeiten an. Es ist eigentlich wie immer, aber was heißt das? Was ist schon „normal“ in diesen Zeiten? Mit den Kollegen im Büro zu sein fühlt sich jedenfalls schön an. Ein kurzer Austausch zwischendurch und sogar eine gemeinsame Kaffeepause, bei der alle durcheinanderreden, sind Dinge, die wir in den vergangenen Wochen des Homeworkings sehr vermisst haben.

„Das Durcheinandergequassel in den Pausen haben wir sehr vermisst.“

Videokonferenzen sind für uns zwar nach wie vor eine gute Möglichkeit, um Besprechungen mit den Kollegen im Homeoffice zu führen, aber den schnellen Kaffeeklatsch zwischen zwei Meetings, die kleinen Scherze nebenbei, das Durcheinandergequassel in den Pausen und alles, was unsere Unternehmenskultur ausmacht, können sie nicht ersetzen. Das wird uns jetzt, wo wir diese Dinge wieder haben, so richtig bewusst.

Wo darf ich sitzen? Neue Vorschriften bei Meetings

„Wer ist das?“, ist heute ein weiterer Satz, der ziemlich oft fällt. Während der Homeoffice-Phase haben einige neue Mitarbeiter bei uns begonnen, von denen wir bisher nur gelesen haben. Ihre Gesichter (und Namen) kennen wir noch nicht, was echt verwirrend sein kann. Ebenso irritierend ist mein erster Face-to-Face-Jour-fixe heute – „Wo darf ich denn sitzen?“ Glücklicherweise haben zwei fleißige Kolleginnen schon vor unserer Rückkehr alles vorschriftsgemäß präpariert und so zeigen Aufkleber und Hinweisschilder im Besprechungsraum an, wie viele Personen hinein und wo sie sitzen dürfen.

„Wo waren wir produktiver: im Büro oder im Homeoffice?“

Insgesamt fühlen wir uns trotz der ungewohnten Hygienemaßnahmen und der mittlerweile ebenfalls ungewohnten Situation, wieder Gesellschaft beim Arbeiten zu haben, im Büro sehr wohl. Die Zeit jedenfalls verfliegt im Nu und am Ende des Tages frage ich mich, wo wir produktiver waren: im Büro oder im Homeoffice? Ich werde das beobachten und euch am Laufenden halten.

Arbeitet ihr auch wieder vom Büro aus? Teilt eure Erfahrungen mit uns!

Wenn ihr ähnliche Erlebnisse hattet wie wir, es euch ganz anders ergangen ist oder ihr ohnehin die ganze Zeit des Lockdowns im Büro wart, erzählt uns doch in den Kommentaren darüber! Wir sind gespannt.

Bildnachweis: shutterstock/Altrendo Images, fizkes

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.