Podcast: Wie vermeide ich ein Burnout im Homeoffice?
Gesundheit
GesundheitErstellt am:
02. Februar 2021202102024 Min.4 Min.
Ja, richtig gelesen: Auch im Homeoffice kann man an Burnout erkranken. Vielleicht sogar eine Spur leichter als im Büro. Warum Entgrenzung und soziale Isolation die Burnout-Gefahren bei der Arbeit zuhause erhöhen und wie man bei ersten Anzeichen gegensteuern kann, erklärt Remote-Work-Expertin Katharina Thiel.
Du checkst schon beim Frühstück deine Mails? Seit Tagen warst du nicht mehr draußen? Und andere Menschen triffst du höchstens noch virtuell? Dann ist Vorsicht angesagt. Denn die fehlenden Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben sowie nicht vorhandener zwischenmenschlicher Kontakt können die Burnout-Gefahr erhöhen. Katharina Thiel erzählt uns im Podcast über ihren eigenen Schockmoment, erste Anzeichen und Präventionsmaßnahmen.
„Unterschätz das nicht! – Burnout-Gefahren im Homeoffice“
„Im Homeoffice kommen zwei belastende Faktoren hinzu, die es im normalen Büro nicht gäbe: soziale Isolation und Entgrenzung. Außerdem tendieren wir dazu, im Homeoffice eher mehr zu arbeiten als weniger“, fasst Remote-Work-Expertin Katharina Thiel die größten Burnout-Gefahren im Homeoffice zusammen.
Auch die Bewegung kommt bei der Arbeit zuhause meist zu kurz, die im Büro meist ganz nebenbei gemacht wird: „Man holt sich einen Kaffee, geht zur Mittagspause essen, in Besprechungszimmer, man muss überhaupt erst mal ins Büro kommen – das fällt alles weg im Homeoffice. Und dann verbringt man plötzlich Tage, ohne sich zu bewegen, ohne frische Luft geatmet zu haben, ohne die Wohnung verlassen zu haben und das ist der mentalen Gesundheit nicht förderlich.“
„Pausenlose Videokonferenzen führen zu geistiger Erschöpfung“
Meetings und Abstimmungen werden im Homeoffice bevorzugt in Videocalls durchgeführt. Die bergen bei der Arbeit zuhause aber eine große Gefahr: Legt man sich die Termine bei Anwesenheit im Büro meist so, dass genug Pausen dazwischen sind, um den Raum zu wechseln, folgen Meetings im Homeoffice häufig nahtlos aufeinander. Das ist eine enorme Belastung für unser Gehirn: „Man hat dann so viele Themen im Kopf, dass man vielleicht Einschlafprobleme bekommt, nicht mehr abschalten kann, nur noch an die Arbeit denkt – und das sind die Anfänge eines Burnouts.“
Burnout-Anzeichen erkennen: Bei Kollegen und sich selbst #
„Burnout“, das betont Katharina, „ist seit 2019 eine anerkannte Krankheit, das ist ganz wichtig zu wissen. Und um sich davor zu schützen, muss man auf die Anzeichen achten, auch die sind ganz klar definiert:
Man fühlt sich losgelöst, fühlt keine emotionale Verbindung mehr zu dem, was man tut
Man fühlt sich distanziert, fragt sich, welchen Sinn das alles hat
Man wird zynisch, resigniert
Man hat häufig Kopfschmerzen, Schlafprobleme oder fühlt sich abgeschlagen.“
Aufgrund privater Schicksalsschläge entsteht jedoch kein Burnout, erklärt die Digital-Leadership-Expertin – zumindest nicht allein: „Ein Burnout entsteht dann, wenn es im Job schlecht läuft, man mit der Arbeitslast nicht zurechtkommt und zusätzlich im Privatleben etwas passiert: eine Scheidung, ein Todesfall, eine schwere Krankheit.“ Für Führungskräfte und Kollegen ist es daher so wichtig, ihre Mitarbeiter*innen gut zu kennen und auf schwierige Situationen Rücksicht zu nehmen: „Wenn ich als Führungskraft weiß, dass eine Mitarbeiterin gerade eine Scheidung durchmacht, dann schau ich doppelt hin, ob ihre Arbeitsmenge auch gut für sie zu bewältigen ist und wie es ihr geht.“
Nicht nur man selbst, Kollegen und Führungskräfte, sondern auch die gesamte Organisation können dazu beitragen, dass Burnoutfälle im Homeoffice verhindert werden – Stichwort Unternehmenskultur: „Da geht es um Wertschätzung, Anerkennung, offenes Feedback und Lob – nämlich immer im Hinblick darauf, ob diese Dinge als angemessen für die jeweilige Arbeitsleistung empfunden werden. Wichtige Fragen sind: Stimmt das Verhältnis von meiner Arbeitsleistung und dem, was ich zurückbekomme? Wird die Arbeit im Team gleichmäßig verteilt oder gibts Lieblinge?“ Diese Dinge können und sollten Unternehmen durch eine entsprechende Unternehmenskultur steuern, um Rahmenbedingungen für gesundes Arbeiten zu schaffen, empfiehlt Katharina.
Mehr über ihre Erfahrungen mit der Burnout-Gefahr im Homeoffice, Tipps für virtuelles Führen und gesundes Zeitmanagement beim Arbeiten von zuhause erfahrt ihr in Episode 14 unseres Podcasts „Wie du willst!“.
In schwierigen Zeiten positiv zu denken, fällt den einen total leicht, anderen hingegen eher schwer. Es lohnt sich aber, optimistisch durchs Leben zu gehen, ohne dabei alles durch die sprichwörtliche rosarote Brille zu betrachten. Wenn es mit dem positiven Denken einmal nicht klappen sollte, haben wir hier ein paar Anregungen für dich:
Für viele Menschen ist der Drahtesel als Fortbewegungsmittel nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Auch den Weg zur Arbeit bestreiten viele damit. Aber ist das Fahrrad tatsächlich die bessere Alternative zu Autos und Öffis? Pro und Contra erfährst du hier:
Mit Stress geht jeder ganz unterschiedlich um. Aber warum ist das so und wie lernt man, besser damit klarzukommen? Im Podcast erklärt uns Resilienz-Expertin Anneliese Aschauer, wie Stress im Körper entsteht und wie man widerstandsfähiger wird.