Erstellt am 2. April 2019 · Arbeitsleben, Inside, Jobsuche · von

Corporate Blogger: ein Beruf im Porträt

Lesezeit: 3 Minuten

Was ist ein Corporate Blog und was macht man da? Falls ihr euch diese Frage gerade stellt: In diesem Moment lest ihr eins. Weil Bloggen ein immer beliebteres Berufsfeld wird und auch immer mehr Unternehmen Interesse an einem eigenen Blog zeigen, möchten wir euch die wichtigsten Fragen dazu beantworten:

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Blogger, Influencer, YouTuber – oftmals in einer Person vereint – sie alle stehen für moderne Berufe mit gewaltigem Coolnessfaktor. Berufe, die von vielen sofort mit Selbstständigkeit assoziiert werden. Es gibt aber auch Blogger mit Fixanstellung bei einem Unternehmen, die sogenannten Corporate Blogger. Bei der heurigen Blog.Laut-Konferenz durften wir einen Einblick in unser Berufsfeld geben und haben die häufigsten Fragen für euch gesammelt: Was unterscheidet uns von „normalen“ Bloggern und was muss man können, um für eine Firma zu bloggen? Hier sind unsere Antworten:

Was sind Corporate Blogs?

Ein Blog, kurz für Weblog, ist in seiner ursprünglichen Form eine Art öffentliches Tagebuch, in dem man über Themen und Tätigkeiten schreibt, die einen aktuell beschäftigen. Genau das gilt auch für Corporate Blogs: Sie dienen Unternehmen dazu, über die für ihr Geschäftsfeld relevanten Felder zu berichten, um damit sowohl ihre Expertise als auch das Verständnis für ihre Zielgruppe zu beweisen. So viel zur trockenen Theorie.

Was machen Corporate Blogger?

In der Praxis sieht das dann so aus: Jemand wird dafür eingestellt, um sich voll in die Themenbereiche des Unternehmens reinzutigern, sich mit aktuellen Trends zu befassen, die Probleme der Zielgruppe herauszufinden und dann darüber zu schreiben. Mit hilfreichen Infos, Tipps, Praxisbeispielen, interessanten Geschichten, Expertenmeinungen oder unterhaltsamen Einsprengseln für zwischendurch. – Und zwar im Optimalfall. Viel häufiger wird das Corporate Blog aber von einem oder mehreren Mitarbeitern nebenbei betrieben. Und das macht sich meist in der Qualität der Themen und Artikel bemerkbar.

„Bloggen ist ein Fulltime-Job.“

Aus Ressourcen-, und damit Kostengründen, „nützen“ viele Unternehmen ihre schreibfähigsten Mitarbeiter als Teilzeitredakteure für das Corporate Blog. Sieht man sich aber an, welche Aufgaben damit verbunden sind, wird schnell klar, wie zeitintensiv ein guter Blogartikel ist.

Der Weg zum neuen Blogartikel

Die Arbeitsschritte bis zum fertigen Blogartikel:

  1. Recherche von interessanten Themen
  2. Themenplanung: Wann macht welcher Artikel Sinn?
  3. Vorbereitung: Detailrecherche, Interviews etc.
  4. Schreiben des Beitrags
  5. Suchmaschinen-Optimierung
  6. Bilder erstellen oder suchen
  7. Im Content-Management-System finalisieren: Textstruktur bestimmen, Links setzen, Grafiken oder Videos einbauen, …
  8. Korrekturlesen und veröffentlichen

Ist ein Artikel veröffentlicht, hört die Arbeit aber noch nicht auf. Er wird auf den relevanten Social-Media-Kanälen geteilt, eingehende Kommentare werden gelesen und bei Bedarf beantwortet, die Inhalte älterer Blogbeiträge werden aktuell gehalten und dann beginnt das Spiel von vorn …

Soll man ein Corporate Blog auslagern?

Je nach Thema kann es da schon passieren, dass man mehrere Tage an einem Artikel sitzt – verständlicherweise zu lang für viele Unternehmen. Aus diesem Grund werden Blogs auch oft an Agenturen oder Freelancer ausgelagert. Das ist in Ordnung, solange die Beauftragten genügend Zeit bekommen, um Themen und Leserschaft wirklich zu verstehen.

„Expertenwissen und das Gespür fürs Unternehmen haben die eigenen Mitarbeiter schneller als Freelancer.“

Bei Geschäftsfeldern, die spezielles Fachwissen erfordern, ist es sinnvoller, einen echten Experten bloggen zu lassen. Und noch etwas spricht dagegen, das Blog auszulagern: Als Aushängeschild für das jeweilige Unternehmen soll es dessen Werte, Interessen, dessen Mission und Charakter widerspiegeln. Das gelingt nur dann, wenn der Blogger die jeweilige Firma sehr gut kennt und ein „Gespür“ dafür hat. Naturgemäß ist das bei den eigenen Mitarbeitern schneller der Fall als bei extern Engagierten.

Was unterscheidet Corporate Blogger von Privatbloggern?

Wer mit Bloggen sein Geld verdienen möchte, fragt sich vielleicht, was sinnvoller ist: Soll ich für ein Unternehmen schreiben oder doch für mich selbst? – Diese Frage stellt sich nicht wirklich, wenn man den Beruf Corporate Blogger ernst nimmt. Denn ein Blog muss mit einer großen Leidenschaft für das jeweilige Thema betrieben werden. Interessieren mich die Inhalte nicht, kann ich nicht gut darüber schreiben. In der Geisteshaltung und den Aufgaben unterscheiden sich die Anforderungen an beide Blogger-Typen also nicht.

„Das Positive? Um fünf heimgehen bei fixem Gehalt.“

Der große Unterschied ist natürlich: Als Corporate Blogger beziehst du ein fixes Gehalt, hast mehr oder weniger fixe Arbeitszeiten und vielleicht sogar ein Team, das dich bei der Arbeit unterstützen kann.

Wie wird man Corporate Blogger?Wie wird man Corporate Blogger?

Neben der Leidenschaft für das Thema und dem Interesse an der jeweiligen Firma muss man als Corporate Blogger auch ein gewisses Handwerkszeug mitbringen: Wer mit Rechtschreibung und Grammatik auf Kriegsfuß steht, hat in diesem Job keine guten Chancen. Wer aber gern mit Wörtern spielt, verschiedene Schreibstile probiert und mit permanenter Denkarbeit kein Problem hat, kann in diesem Beruf sehr glücklich werden.
Unser Tipp für die Jobsuche: Die meisten Unternehmen schreiben ihre Blogger-Stellen als „Content Manager“ oder „Online Redakteur“ aus.

Bildnachweis: shutterstock/Rawpixel.com, Christian Horz, Elena Kharichkina

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.

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