Q&A Bewerbung: Auf diese 10 Fragen solltest du Antworten haben

von in Bewerbung am Dienstag, 17. Mai 2016 um 18:37

Um die Bewerbung ranken sich viele Mythen und vor allem Fragen: Wie begründe ich Lücken im Lebenslauf? Sind die Partybilder auf Facebook wirklich ein Absagegrund? Was, wenn sich nach der Bewerbung niemand meldet? Wie wichtig ist das Foto im Anschreiben? Was tun, wenn der voraussichtliche Arbeitsbeginn mit dem geplanten Urlaub kollidiert? Diese 10 oft gestellten Fragen rund ums Thema Bewerbung beantworten wir übersichtlich in Questions & Answers-Form.

Q: In einer Stellenanzeige spricht das Unternehmen Bewerber mit „Du“ an. Soll bzw. kann ich in der Bewerbung den Personaler auch duzen?

A: Das Du-Wort in der Stellenanzeige wird meist verwendet, wenn eine junge Bewerberschicht angesprochen werden soll. Oder einfach, weil es zur Unternehmenskultur des Arbeitgebers passt: Flache Hierarchien, junges Team, Kommunikation auf Augenhöhe – wir arbeiten alle gemeinsam am großen Ganzen. Ob Du oder Sie, das müsst ihr von Fall zu Fall ganz individuell entscheiden. Das Du-Wort in einer Bewerbung an ein sehr junges, kleines Start-up wird wahrscheinlich nicht schaden – auf der sicheren Seite seid ihr allerdings immer mit der formellen Anrede per Sie. Wenn ihr im Jobinterview geduzt werdet, könnt ihr auch auf das Du-Wort zurückgreifen.

Q: Muss ich mit der Bewerbung unbedingt ein Foto mitschicken?

A: Offiziell sind Fotos in Bewerbungen kein Muss – in der Praxis ist es aber so, dass HR-Manager die Unterlagen gerne mit einem Gesicht in Verbindung bringen. Kein Bild mitzuschicken, könnte im schlimmsten Fall zum Nachteil werden oder den Personaler in Versuchung bringen, nach Name und Bild online zu suchen. Welches Foto man in der Bewerbung mitschickt, hat man immerhin selbst in der Hand – ein paar Dinge zu beachten, schadet natürlich auch nicht.

Q: Ich war vor zwei Wochen bei einem Bewerbungsgespräch und habe seitdem nichts mehr gehört. Soll ich nachfragen?

A: Wenn im Gespräch ein Zeitraum genannt wurde, in dem sich der Arbeitgeber meldet, diesen auf jeden Fall abwarten und notfalls ein oder zwei Tage noch draufschlagen. Vorschnelles Nachfragen könnte sonst als lästig empfunden werden. Wie Kandidaten richtig nachhaken können, haben wir hier beschrieben.

Q: Ich habe mich für einen Job beworben, der voraussichtliche Arbeitsbeginn würde allerdings mit einem bereits geplanten Urlaub zusammenfallen. Soll ich das bereits in der Bewerbung erwähnen?

A: In die schriftliche Bewerbung muss diese Info noch nicht hinein, im Lauf des ersten, spätestens im zweiten Jobinterview sollte der Urlaub aber zur Sprache kommen. Wann genau das ist, hängt vom Gespräch selbst ab. Die Frage nach dem ehestmöglichen Eintrittsdatum ist beispielsweise gut geeignet. Ist der Urlaub bereits gebucht und die Stornierung hätte auch finanzielle Folgen, hat der Arbeitgeber sicher Verständnis. Prinzipiell gibt es nur zwei Wege aus der Situation: Das Unternehmen hat kein Problem damit, dass kurz nach Dienstantritt ein (längerer) Urlaub konsumiert wird – oder die betrieblichen Erfordernisse sprechen dagegen und du stehst vor der Wahl: Job oder Urlaub?

Q: Stärken & Schwächen und weiter? Was sind die meist gestellten Fragen?

A: Skurrile Fragen à la „Wenn Sie ein Tier wären, was wären Sie?“ nicht zu ernst nehmen und auch nicht verkrampft versuchen, irgendwelche Fragen aus dem Internet auswendig zu lernen. Immer bedenken: Oft gibt es DIE richtige Antwort gar nicht, es geht dem Recruiter meist darum, hinter die Fassade blicken zu können! Außerdem gilt: Selbst Fragen stellen – das zeugt von Interesse am Unternehmen. Mit diesen 10 Standard-Fragen solltest du beim Vorstellungsgespräch jedenfalls rechnen.

Tipp: Mit Wissen über das Unternehmen kannst du immer punkten!

Q: Ich bin derzeit noch in einem anderen Arbeitsverhältnis, bin aber unzufrieden und auf der Suche. Worauf muss ich achten?

A: Man kann nie wissen, wie lange die Suche nach einem neuen Job dauert. Daher ist es ratsam, den Ball dem Vorgesetzten aber auch den Kollegen gegenüber möglichst flach zu halten. Allzu schnell ist man nämlich mit dem Vorurteil konfrontiert, nur noch halb bei der Sache zu sein, worunter die Qualität der geleisteten Arbeit und die Kollegen leiden würden. Oder schlimmer: Der Vorgesetzte beginnt ebenfalls mit der Suche – nämlich nach deinem Nachfolger! Gerade in einer sensiblen Phase wie einer Jobsuche ist eine brodelnde Gerüchteküche also das letzte, was man brauchen kann. Suchst du beispielsweise über eine Lebenslaufdatenbank, kannst du mittels Blacklist auch gewisse Unternehmen ausblenden, so dass dein derzeitiger Arbeitgeber nichts davon mitbekommt.

Tipp: Erst wenn ein Vertrag unterschrieben wurde, den Exit kommunizieren.

Q: Der Spanischkurs ist 10 Jahre her, die Photoshop-Skills vergessen – welche Kenntnisse soll ich im Lebenslauf wirklich erwähnen?

A: In einem Lebenslauf geht es darum, ein möglichst komplettes Bild des eigenen Leistungsspektrums zu präsentieren und dieses auch zu belegen. Dennoch sollte das mit klarem Fokus auf die angestrebte Position hin passieren. Für einen Job als Innenrevisor ist der Tauchkurs aus dem Jahr 1998 nicht relevant, sehr wohl aber die Buchhaltungs-Schulung 2009. In der Stellenausschreibung geforderte Kenntnisse, die bereits verblassen oder ausbaufähig sind, sollte man im Idealfall auffrischen, so lange Zeit dafür ist. Es kommt auf alle Fälle besser an – auch im Bewerbungssgespräch – wenn man sagt, dass man gewisse Skills gerade wieder auffrischt und dabei ist, sein Wissen auszubauen, als dieses ganz zu verschweigen.

Q: Anzug vs. Jeans, Pünktlichkeit und Facebook-Leichen – Wie bereite ich mich auf ein Vorstellungsgespräch idealerweise vor?

A: Underdressed oder overdressed, das ist die Frage! Schon bei der Terminvereinbarung nach dem Dresscode fragen und versuchen, einen Einblick von der Unternehmenskultur über Firmenwebsite, Arbeitgeberprofile oder Social Media zu gewinnen. Auch eventuelle Grenzsituationen, wie 40 Grad im Sommer, oder arktische Kälte im Winter, mit einberechnen. Viele Probleme vermeidet man, indem man im Vorhinein gewisse Dinge abklärt: Wo muss ich hin? Wer ist mein Ansprechpartner? Was sind die Aufgaben in meinem (potenziell) neuen  Job? Wie lange wird das Bewerbungsgespräch in etwa dauern? Und nein, es ist kein Gerücht, dass Personaler vorab gerne die sozialen Medien durchforsten. Diese 5 Dinge solltest du im Vorhinein für deine Online Reputation checken.

Q: Studienabbruch, ein Jahr im Ausland – Wie rechtfertige ich Lücken im Lebenslauf?

A: Die Lücke im Lebenslauf ist nicht mehr das große Problem, das es vor einigen Jahren noch war. Fakt ist: Bevor man Lügengebilde aufbaut, um nur ja keine Zeit ohne Festanstellung im Lebenslauf aufzuweisen, sollte man immer ehrlich bleiben. Eine Weltreise ist eine Weltreise, Punkt. Wer sich nach einem Studium oder einer stressigen Phase mit einigen Monaten im Ausland „belohnt“, sollte seine Motivation dafür auch im Bewerbungsgespräch erklären können. Ebenso einen Studienabbruch: Was ist schlecht daran, sich neu zu orientieren, um seiner wirklichen Leidenschaft – beispielsweise einem Job – zu widmen?

Die schlechteste Option sind immer erfundene Geschichten. Fliegen diese auf, steht man obendrein als Lügner da.

Q: Nach der Bewerbung: Absage, was jetzt?

A: Eine Jobabsage ist kein Weltuntergang, aber natürlich tut sie besonders weh, wenn die ausgeschriebene Stelle interessant und man selbst (nach eigener Meinung) der Beste dafür gewesen wäre. Vielleicht haben die Skills nicht gepasst oder einfach die menschliche Komponente. Ist einem absolut unklar, warum man abgelehnt wurde, darf und soll man ruhig nachfragen – beispielsweise mit einer freundlichen Mail oder einem Telefonat, in dem man um kurze Auskunft bittet. Um aus den eigenen Unzulänglichkeiten (zumindest im Bezug auf einen Job) zu lernen, musst du schließlich wissen, was ausbaufähig ist.  Wie du dran bleibst und deine Jobvorstellungen gegebenenfalls noch einmal nachbessert, erfährst du hier.

Das Wichtigste: Lass dich nicht unterkriegen!

Bildnachweis: Sergey Nivens / Shutterstock

Tanja Karlsböck

Tanja Karlsböck verfasst Blogposts rund umʼs Arbeitsleben, denn Schreiben ist ihre liebste Kulturtechnik.

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