Das perfekte Online-Stelleninserat: Sieben Schritte für mehr Aufmerksamkeit

von in Arbeitsmarkt, HR am Dienstag, 5. Februar 2013 um 11:16

Der primäre Sinn und Zweck eines Stelleninserates ist klar: Das Besetzen von freien Stellen. Der Kampf um die besten Bewerber ist ein harter und verspricht auch in Zukunft nicht zum Kinderspiel zu werden. Die Arbeit der Personalisten und HR-Manager wird wichtiger denn je. Der erste Kontakt zu potentiellen Mitarbeitern ist oft das Stelleninserat, welches als Visitenkarte des Unternehmens gilt. Die Anleitung zum perfekten Online-Stelleninserat zeigt, worauf es wirklich ankommt.

Online schlägt Print

Zu allererst die Antwort auf die Frage: Warum ist die perfekte Jobanzeige ein Online-Stelleninserat? Immer mehr Menschen glauben, online einen Job zu finden, der Trend geht unweigerlich weg von Print, hin zu Online. Und hier wird auch gesucht. Dieses Ergebnis untermauert etwa die erst wenige Monate alte GfK-Studie im Auftrag von stellenangebote.at. Als „Beste Möglichkeit zur Jobfindung” liegt das Internet mit 50 Prozent bereits deutlich vor Printinseraten (40 Prozent).

Doch wie kommt man nun zu einem perfekten Stelleninserat und was macht ein solches überhaupt aus? Hier die Anleitung der karriere.at-Experten in sieben Schritten:

Schritt 1: Die 5 W’s

Es gibt die berühmten W-Fragen in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Schon als Kind etwa lernt man, dass man der Rettung sagen muss, Wo, Was passiert ist und Wie viele Verletzte es gibt. Die W-Fragen zeigen auf, welche wichtigen Informationen man geben sollte – dies gilt für den Journalismus ebenso wie für ein Stelleninserat. Es geht darum, mit kurzem Blick die wesentlichsten Infos erfassen zu können. Hier sind die 5 W’s für das perfekte Online-Stelleninserat:

  • WER sucht = Name der Firma
  • WAS wird gesucht = Bezeichnung der offenen Position mit Angabe ob Teil- oder Vollzeitstelle
  • WO wird gesucht = der künftige Dienstort
  • WANN = das Eintrittsdatum (ebenfalls sinnvoll ist die Angabe der Bewerbungsfrist)
  • WIEVIEL = das kollektivvertraglich festgesetzte Mindestgehalt - gesetzlich vorgeschriebene Gehaltsangabe.

Schritt 2: „Lass Bilder sprechen“ oder „Online ist nicht Print“

Julia Kuttner, Online-Producerin

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Vielleicht abgedroschen aber deswegen nicht weniger wahr. Bilder sind heutzutage in vielen Stelleninseraten bereits Standard und haben große Wirkung. „Wichtig ist, dass diese hoch genug aufgelöst sind, alles andere wirkt störend oder unprofessionell“, erklärt karriere.at-Online-Producerin Julia Kuttner.

Platz kostet online nicht mehr

Ein Bild bzw. eine Grafik im Stelleninserat sollen im besten Fall Lust auf mehr machen, Lust darauf, die Firma kennen zu lernen bzw. dort zu arbeiten. Ein gutes Bild kann zudem den Werbeeffekt steigern und dafür sorgen, dass ein Inserat hervorsticht, hängen bleibt bzw. genauer gelesen wird. „Je nach der Art der ausgeschriebenen Stelle können die Bilder variieren, sollten jedoch immer zum Unternehmen passen.“  Firmen, die doppelt schalten – also online und in Zeitungen – sollten versuchen, die Vorteile des jeweiligen Mediums auszunutzen. Und ein solcher ist, dass es online nicht heißt: „Platz ist Geld.“

Schritt 3: Aufzählungen sind besser als Bleiwüsten

Keine Bleiwüste bitte! Was im journalistischen Grundkurs gelehrt wurde, gilt auch für Online-Stelleninserate. „Es ist wichtig, dass der Text gut gegliedert ist. Dass es eine Einleitung gibt und dann Aufzählungspunkte. Ideal ist, wenn man kurz über eine Anzeige fliegt und weiß, worum es geht“, erklärt Kuttner. Bilder und Grafiken lockern den Text auf, zu viel von dem einen oder anderen kann jedoch auch negative Auswirkungen haben. „Zu viel Text schreckt eher ab, bei zu viel Bild kann die Aussage schwer zu erkennen sein“, so die Anzeigen-Expertin.

Schritt 4: Der Keyword-Check

Leonarda Chea, Online Marketing Specialst

Bei Online-Stelleninseraten gibt es den großen Vorteil, dass die Reichweite der Anzeigen durch das Ranking in Suchmaschinen wie Google noch erhöht wird. Sprich: Googelt jemand etwa „Vertrieb Wien“, werden zu diesen Keywords passende Jobs in der Liste der Suchergebnisse angezeigt. Damit dies auch gut funktioniert, kann (und sollte) die Anzeige dahingehend optimiert werden. „Ein hilfreiches Keyword-Tool ist etwa jenes von Google AdWords“, erklärt Online Marketing Specialist Leonarda Chea. Um Inserate für die Suche zu optimieren, muss man wissen, wie Suchmaschinen und vor allem Jobsuchende im Netz ticken. „Meist wird nach der Kombination “Berufsbezeichnung + Ort“ gesucht”, so Chea.

Klare Sprache hilft auch Google

Wie oben erklärt, leben Online-Stelleninserate auch von Google. Dies ist einer – aber nicht der einzige – der Hauptgründe, weshalb die Sprache klar sein sollte. Alle kreativen Titel in Ehren – Inserate wie „Viennas next Top-Seller“ oder „Rechte Hand vom Chef“ werden Suchmaschinen-technisch untergehen. „Hier sieht man wieder einen großen Unterschied von Print und Online. Online muss man präzise sein und daran denken, dass das Inserat gefunden werden soll. Man braucht Klarheit im Stellentitel. Dies ist auch der Grund, weshalb Mischungen aus Deutsch und Englisch ebenso wie Kombinationstitel nicht zu empfehlen sind“, erklärt Chea. Wie Kuttner ergänzt, hilft es auch, Titel zu präzisieren. Der „Projektmanager für Hoch- und Tiefbau“ ist immer besser als der „Projektmanager“, der von A bis Z Vieles meinen kann.

Schritt 5: Kenne die Zielgruppe

Beim Verfassen eines Inserates sollte immer an die Zielgruppe gedacht werden. Junge Leute sprechen auf andere Layouts an als ältere, ein bunt-jugendliches Bild passt nicht zur Stellenausschreibung eines zukünftigen Geschäftsführers. Perfektes Beispiel für ein zielgruppengerechtes Inserat ist jenes des Großhandelunternehmens Metro.

Schritt 6: Kreativ sein

Kreativität macht sympathisch, Kreativität macht gute Laune und Kreativität schafft Lust auf ein Dabeisein. Je nach Unternehmen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, kreativ zu sein und das eigene Stelleninserat so aufzupeppen. Dies hilft nicht nur, die besten Bewerber anzulocken, sondern sorgt auch für Publicity. Möglichkeiten gibt es dazu viele, vom Video im Stelleninserat bis hin zu Animationen aber auch einer guten Portion Selbstironie. Per Twitter verbreitet eine Hamburger Werbeagentur gerade eine sehr spannende Recruiting-Idee, Ansteckungsgefahr: hoch. Mit seiner eigenen Stellenanzeige im Stil vom Online-Versandhaus Amazon kursiert aktuell übrigens der Franzose Philippe Dubost auf diversen Social Media Kanälen. So viel ist sicher: Die Aufmerksamkeit der Internetuser hat der Web Product Manager, seine Anzeige hat sich viral verbreitet und lässt damit mit Sicherheit die eine oder andere Firma vor Neid erblassen.

Schritt 7: Einblicke geben

Online kann mehr. Dies zeigt sich einmal mehr und zwar in der Fähigkeit eines Online-Inserates, schnell Einblicke in das Unternehmen zu geben. Und genau diese Einblicke sind es, die in Zukunft immer wichtiger werden. Die potenziellen Arbeitnehmer wollen sich selbst ein Bild von der Firma machen, sich vorab „umsehen“ und abwägen, ob sie gerne in dem Unternehmen arbeiten würden. Kurz: Man will wissen, wo man sich bewirbt und ob man sich dort überhaupt bewerben sollte. Ganz einfach gelingt dies mit Links, etwa auf die Teamseite, um die künftigen Kollegen kennen zu lernen oder auf ein Video vom letzten Sommerfest. Die Möglichkeiten sind schier unzählig und Firmen sollten diese nutzen.

Bildnachweis: grafvision / Quelle Shutterstock, karriere.at

Heike Frenner

Heike Frenner hat die glückliche Rolle der hauptberuflichen Bloggerin bei karriere.at. Die Suche nach Themen hört nie auf – und das ist gut so.

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