Bewerbungsvideo erstellen: So überzeugst du mit einem professionellen Kurzvideo
Videos sind längst Teil unseres beruflichen Alltags: von Online-Meetings bis LinkedIn-Posts. Auch im Bewerbungsprozess gewinnen Bewerbungsvideos an Bedeutung. Richtig eingesetzt, helfen sie dabei, Persönlichkeit, Motivation und Kommunikationsstil sichtbar zu machen, noch bevor es zum ersten Gespräch kommt.
In diesem Artikel erfährst du, was ein Bewerbungsvideo ist, wann es sinnvoll ist und wie du mit einfachen Mitteln ein professionelles Video erstellst.
Was ist ein Bewerbungsvideo? #
Ein Bewerbungsvideo ist eine kurze, persönliche Vorstellung per Video. Es ergänzt Lebenslauf und Anschreiben, ersetzt sie aber nicht. Ziel ist es, einen ersten authentischen Eindruck zu vermitteln und zentrale Stärken auf den Punkt zu bringen.
Typischerweise dauert ein Bewerbungsvideo zwischen 30 und 90 Sekunden und wird entweder direkt in der Bewerbung via YouTube verlinkt oder auf Social Media Plattformen eingebunden.
Wann ist ein Bewerbungsvideo sinnvoll? #
Ein Bewerbungsvideo eignet sich besonders, wenn
- ✅ Kommunikationsfähigkeit eine zentrale Rolle spielt
- ✅ Motivation und Persönlichkeit entscheidend sind
- ✅ du dich initiativ bewirbst
- ✅ du dich von anderen Bewerber*innen abheben möchtest
❌ Weniger geeignet ist es bei sehr formalen Bewerbungsprozessen oder wenn Unternehmen ausdrücklich keine zusätzlichen Formate wünschen.
Welche Arten von Bewerbungsvideos gibt es? #
Klassisches Bewerbungsvideo
Das klassische Bewerbungsvideo ist eine strukturierte, professionelle Videovorstellung. Es orientiert sich inhaltlich an Lebenslauf und Anschreiben, ergänzt diese aber um Persönlichkeit und Motivation. Inhaltlich kann man hier noch zwischen einer Initiativbewerbung und Bewerbung auf eine konkrete Stelle unterscheiden:
| Bewerbungsvideo für eine konkret ausgeschriebene Stelle | Bewerbungsvideo für Initiativbewerbungen | |
| Unterscheidung | Hier steht die Passgenauigkeit im Vordergrund. | Hier geht es stärker um Profil, Potenzial und Ausrichtung. |
| Ziel | Recruiter*innen schnell zeigen, warum du genau für diese Rolle geeignet bist. | weniger Detailtiefe zu einer konkreten Aufgabe |
| Typische Inhalte | klare Nennung der Position | breitere Beschreibung des beruflichen Schwerpunkts |
| Bezug auf Anforderungen aus der Stellenanzeige | mehrere mögliche Einsatzbereiche | |
| Fokus auf relevante Erfahrung und Kompetenzen | Fokus auf Stärken, Arbeitsweise und Interessen | |
| konkrete Motivation für dieses Unternehmen | weniger Detailtiefe zu einer konkreten Aufgabe |
👉 Wichtiger Unterschied:
Bei Initiativvideos erklärst du wer du bist – bei Stellenbewerbungen warum du passt.
One-Take-Video
💡Wichtig
Ein One-Take-Video kann ein Bewerbungsvideo sein, muss es aber nicht. Der Unterschied liegt nicht im Inhalt, sondern in der Inszenierung.
Ein One-Take-Video ist keine eigene Bewerbungsart, sondern eine Umsetzungsform.
Definition:
Ein One-Take-Video wird in einem einzigen Durchlauf aufgenommen: ohne Schnitte, Effekte oder Nachbearbeitung.
Charakteristik:
- bewusst reduziert
- sehr authentisch
- persönlich und direkt
- oft kürzer (30–60 Sekunden)
| Bewerbungsvideo | One-Take-Video |
| definiertes Bewerbungsformat | Aufnahmeart |
| klarer Aufbau | minimalistische Umsetzung |
| häufig geplant und strukturiert | bewusst spontan wirkend |
| kann geschnitten sein | keine Schnitte |
| Fokus auf Passung | Fokus auf Authentizität |
👉 Kurz gesagt: Das Bewerbungsvideo ist das „Was“, das One-Take-Video das „Wie“.
Kurzvideo für eine Social Media Plattform
Dieses Format ist stärker auf Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit ausgelegt.
Merkmale:
- sehr kurzer Einstieg („Hook“)
- oft Hochformat
- direkter Sprachstil
- weniger formell, aber klar positioniert
Einsatz:
- Online Profil
- Active Sourcing
- Initiativkontakte
👉 Nicht jedes LinkedIn-Video eignet sich automatisch als Bewerbungsunterlage, aber als Einstieg in den Kontakt.
Der ideale Aufbau eines Bewerbungsvideos #
Eine klare Struktur hilft dir, souverän und professionell zu wirken:
- Einstieg (5–10 Sekunden)
Wer bist du und für welche Position bewirbst du dich? - Mehrwert
Welche zwei bis drei Stärken oder Erfahrungen sind für die Rolle besonders relevant? - Motivation
Warum interessiert dich genau diese Position oder dieses Unternehmen? - Abschluss
Freundlicher Ausblick, z. B. auf ein persönliches Gespräch.
„Hallo, ich bin … und arbeite aktuell als … Besonders stark bin ich in … Jetzt suche ich eine neue Herausforderung im Bereich … und freue mich auf ein persönliches Kennenlernen.“
Bewerbungsvideo erstellen: Schritt für Schritt #
1. Vorbereitung
- Ziel definieren: Was sollen Recruiter*innen über dich wissen?
- Drei Kernbotschaften festlegen
- Kurzes Stichwort-Skript erstellen (nicht auswendig lernen)
2. Technik & Setting
- Smartphone oder Laptopkamera reichen aus
- Ruhiger, aufgeräumter Hintergrund
- Tageslicht oder einfache Lichtquelle von vorne
- Klare Tonqualität (ruhiger Raum, ggf. Kopfhörer mit Mikrofon)
3. Aufnahme & Auftreten
- Blick in die Kamera
- Ruhige Körpersprache
- Freundlicher, authentischer Ton
- Lieber mehrere kurze Aufnahmen als ein perfekter erster Take
Do’s & Don’ts beim Bewerbungsvideo #
| ✅ Do | ❌ Don’t |
| Kurz und präzise bleiben | Lebenslauf einfach nacherzählen |
| Klar und verständlich sprechen | Zu lange Videos aufnehmen |
| Authentisch auftreten | Ablesen oder monoton sprechen |
| Das Video auf die Stelle abstimmen | Unruhige Hintergründe oder schlechte Tonqualität |
Praktische Beispiele aus der Praxis #
Auf Social Media Plattformen wie YouTube, LinkedIn oder TikTok erreichen Bewerbungsvideos teilweise hohe Aufmerksamkeit, vor allem dann, wenn sie klar strukturiert sind und schnell auf den Punkt kommen.
Erfolgreiche Formate haben oft gemeinsam:
- ✅ einen starken Einstieg in den ersten Sekunden
- ✅ klare Rollenbezeichnung
- ✅ verständliche Botschaften
- ✅Untertitel für bessere Zugänglichkeit
Der Schlüssel liegt nicht in der Nachahmung einzelner Videos, sondern im Prinzip: Klarheit, Relevanz und Persönlichkeit.
Wo du dein Bewerbungsvideo einsetzen kannst #
💡Tipp
Achte immer darauf, die Erwartungen des Unternehmens zu berücksichtigen und das Video gezielt einzusetzen.
- als Link im Anschreiben
- im Online-Profil auf Social Media
- bei Initiativbewerbungen
- auf einer persönlichen Portfolio-Seite
Fazit #
Ein Bewerbungsvideo ist kein Muss, kann aber ein klarer Vorteil sein. Mit guter Vorbereitung, klarer Struktur und einfachen technischen Mitteln entsteht ein professioneller Eindruck, der über klassische Unterlagen hinausgeht.
👉 Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern Authentizität und Relevanz für die gewünschte Position.
Häufige Fragen zum Bewerbungsvideo #
Was ist ein Bewerbungsvideo?
Ein Bewerbungsvideo ist eine kurze Videovorstellung, in der Bewerber*innen sich, ihre Stärken und ihre Motivation präsentieren. Es ergänzt Lebenslauf und Anschreiben, ersetzt sie aber nicht.
Wie lang sollte ein Bewerbungsvideo sein?
Ideal sind 30 bis 90 Sekunden. Kürzer wirkt oft prägnanter. Entscheidend ist, dass die wichtigsten Informationen klar und verständlich vermittelt werden.
Brauche ich für ein Bewerbungsvideo professionelle Ausrüstung?
Nein. Ein Smartphone oder eine Laptopkamera, gutes Licht und ein ruhiger Hintergrund reichen aus. Wichtiger als Technik sind klare Inhalte und ein authentisches Auftreten.
Ist ein Bewerbungsvideo Pflicht?
Nein. Ein Bewerbungsvideo ist freiwillig. Es kann aber ein Vorteil sein, wenn es gut gemacht ist und zur Position sowie zum Unternehmen passt.
Für welche Jobs ist ein Bewerbungsvideo besonders geeignet?
Vor allem für Positionen mit hohem Kommunikationsanteil, z. B.:
Marketing und Kommunikation
Vertrieb und Beratung
HR und Recruiting
Berufseinsteiger*innen und Initiativbewerbungen
Soll ich mein Bewerbungsvideo individuell anpassen?
Ja. Besonders bei Bewerbungen auf eine konkret ausgeschriebene Stelle sollte das Video auf die Position und das Unternehmen zugeschnitten sein.
Darf ich mein Bewerbungsvideo auch auf Englisch machen?
Ja, wenn die Stelle oder das Arbeitsumfeld international ist. Wichtig ist, dass Sprache und Zielgruppe zusammenpassen.
Worauf sollte ich beim Bewerbungsvideo unbedingt verzichten?
Lebenslauf Wort für Wort nacherzählen
zu lange Videos
Ablesen vom Skript
unruhige Hintergründe oder schlechte Tonqualität