Erstellt am 26. August 2021 · Arbeitsleben, HR · von

Workation: Arbeit und Urlaub kombiniert

Lesezeit: 3 Minuten

Es klingt vielleicht paradox, aber arbeiten am Urlaubsort ist für viele Arbeitnehmer*innen ein absoluter Traum! Workation (aus work und vacation) nennt sich das Phänomen, das durch die guten Remote-Work-Erfahrungen der letzten Jahre und die fortschreitende Digitalisierung immer öfter in österreichischen Unternehmen angeboten wird. Was es dabei zu beachten gilt, erfährst du im Blog.

Workation, das könnte auch schlicht und einfach „arbeiten woanders“ heißen. Doch im Gegensatz zu üblichen Geschäftsreisen verbringt man seine Zeit nicht in schnarchig-grauen Kongresszentren, sondern in schicken Boutiquehotels mit Blick aufs Meer, in der stillen Berghütte oder mit Kind und Kegel im All-inclusive-Club. Kurz: Da, wo man gern seinen Urlaub verbringt. Gearbeitet wird in netter Umgebung, den Feierabend zelebriert man mit einem Sprung ins Meer, einer Wanderung auf den nächsten Gipfel oder ganz entspannt am Strand – ohne nach der Arbeit noch lange wo hinfahren zu müssen. Klingt doch ziemlich gut.

Doch bevor du dich jetzt gleich mit Laptop und Co. auf die Malediven vertschüsst, solltest du einiges mit deinem*r Arbeitgeber*in klären. Denn ganz so easy, wie es klingt, ist Workation dann doch nicht.

Workation vorbereiten: Was ist erlaubt?

junger Mann auf Workation

Abgesehen von der grundsätzlichen Frage, ob du an einem anderen Ort als deinem Büro oder Homeoffice arbeiten darfst, solltest du auch die „Spielregeln“ mit deinen Kolleg*innen und Vorgesetzten klären.

  • Wann arbeitest du und bist erreichbar?
  • Wie viele Tage deiner Workation nimmst du dir als Urlaubszeit?
  • Welche Ausrüstung darfst du mitnehmen?
  • Welche Infrastruktur brauchst du an deinem Zielort?
  • Was passiert bei Unfällen und wie bist du versichert?

Du siehst also, bevor du auf Workation gehen kannst, muss arbeitsrechtlich einiges geklärt werden.

Workation in der Praxis: Wie funktionierts?

Ein Unternehmen, das Workation seit dem Frühjahr diesen Jahres anbietet, ist Storyclash. Bis zu zwei Monate können Mitarbeiter*innen dort ihren Arbeitsort an die Urlaubsdestination verlagern. Wie viel Zeit dann gearbeitet wird und wie viel tatsächlich als Urlaub konsumiert wird, ist höchst unterschiedlich, erzählt CEO Andreas Gutzelnig: „Meistens wird die Workation bei uns mit Urlaub kombiniert. Hier sind wir recht flexibel, je nach Vorlieben der Mitarbeiter*innen. Manche arbeiten jeden Tag, aber zum Beispiel nur 4 Stunden, und nehmen sich den Rest Urlaub. Manche arbeiten in der Workation 3 Tage die Woche voll und nehmen sich 2 Tage Urlaub. Die dritte Möglichkeit wäre zum Beispiel 1 Monat am Stück Workation und dann noch 2 Wochen Urlaub anhängen.“

„Manche arbeiten jeden Tag, aber zum Beispiel nur 4 Stunden, und nehmen sich den Rest Urlaub.“ Storyclash-CEO Andreas Gutzelnig

Auch wenn sie ihren „Arbeitsurlaub“ im Ausland verbringen, bleiben die Mitarbeiter*innen in Österreich versichert. „Es gibt dafür eine sogenannte ‚A1 Bescheinigung‘“, erklärt Andreas.

Infrastruktur: Was brauche ich in der Workation?

Mann auf Workation im Hotel

Stromversorgung, ein stabiles Telefonnetz und leistungsfähiges Internet: Mehr an Infrastruktur braucht es kaum, um auch am Urlaubsort arbeiten zu können. Das ist in Hotels meist vorhanden, an Campingplätzen oder auf der abgelegenen Berghütte aber eher Mangelware. Auch ein ruhiger Ort für Konzentration ist wichtig – Coworking Spaces sind eine gute Ausweichmöglichkeit, falls die Unterkunft nicht zum Arbeiten geeignet ist. Der Arbeitgeber kann dabei unterstützen, einen geeigneten Coworking Space in der Nähe zu finden und zu buchen. Bei Storyclash war das bisher nicht nötig, „da die Mitarbeiter*innen meistens in Hotels übernachtet haben und mit der Lösung zufrieden waren.“

Organisation von Workation-Aufenthalten

Damit die Arbeit von anderswo auch gut funktioniert, macht es jedenfalls Sinn, wenn der*die Arbeitgeber*in beziehungsweise die zuständige Fachabteilung Mindestanforderungen für die IT- und Arbeitssicherheit definiert, die die Workation-Location erfüllen muss. Diese musst du bei der Wahl des richtigen Ortes natürlich berücksichtigen.

Weil das mit viel Rechercheaufwand verbunden ist und einiges an Zeit (und Nerven) kostet, bieten manche Reiseveranstalter fix-fertig organisierte Workation-Packages an. Diese sind jedoch leider meist im Luxus-Segment angesiedelt und mit Kosten im bis zu fünfstelligen Bereich verbunden. Kostengünstigere Unterstützung bietet die Plattform workation.com, die mithilfe von lokalen Ansprechpartner*innen beim Organisieren deines Arbeitsurlaubs an verschiedenen europäischen Orten hilft. Die Seite bietet zudem Infos, Tipps und Inspiration für alle, die mehr zum Thema Workation erfahren möchten.

Wer danach gar nicht mehr zurück ins Office will, der erfährt in diesem Artikel mehr über das Leben als Digitaler Nomade:

Bildnachweis: shutterstock/Vitalii Matokha, Maksym_Irkha, Vitalii Matokha

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.