Erstellt am 6. Juni 2019 · Bewerbung, Jobsuche · von

Keine Hexerei: Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Lesezeit: 5 Minuten

Dir steht ein Vorstellungsgespräch bevor und dir ist etwas flau im Magen? Mach dir nichts draus, damit bist du nicht alleine. Solange du dich sorgfältig vorbereitest, hast du nichts zu befürchten. Wir helfen dir dabei!

Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Der aktuelle Job erfüllt dich nicht mehr, du langweilst dich und zählst lieber Staubflusen, als dich mit deinen monotonen Aufgaben zu quälen. Eines Tages stolperst du beiläufig über ein Stellenangebot, das dein Interesse weckt. Ein vielversprechender Tätigkeitsbereich, das Unternehmen ist in deiner Nähe angesiedelt und auch das Gehalt stimmt. Klasse! Mir nichts, dir nichts hast du auch schon deine Bewerbungsunterlagen an den zuständigen Personaler weitergeleitet. Zwei Tage später wirst du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Jackpot!, denkst du im ersten Moment. Dann wird dir klar, dass dein letztes Bewerbungsgespräch schon eine Weile zurückliegt. Aber keine Sorge: Mit diesem Leitfaden kann nichts schiefgehen.

Recherchieren wie ein Journalist

Die eigentliche Vorbereitung beginnt bereits vor dem Abschicken deiner Bewerbungsunterlagen und zwar mit der Recherchearbeit! Das Unternehmen ist dir auf den ersten Blick sympathisch? Das ist schon ein ganz guter Start. Allerdings solltest du dich nicht ganz so schnell von ein paar hübschen Bildern um den Finger wickeln lassen. Nimm dir ausreichend Zeit, um für dich selbst die Frage zu beantworten, ob du tatsächlich in das Unternehmen passt. Nicht selten kann es passieren, dass man Beschönigungen auf den Leim geht und sich dann zwischen schrecklichen Kollegen und vom Stelleninserat völlig abweichenden Arbeitsaufgaben wiederfindet. Ein weiterer Vorteil: Gut informierten Bewerbern fällt es leichter, vor Personalern zu glänzen. Immerhin hast du dich intensiv mit dem Unternehmen, seiner Kultur und seiner Branche auseinandergesetzt.

Wo du für dein Bewerbungsgespräch recherchieren kannst

Online-JobbörsenHier kannst du dir ein umfangreiches Bild vom jeweiligen Arbeitgeber machen. Neben anderen ausgeschriebenen Positionen erhältst du Einblicke dank Fotos oder Videos, kannst dich über Benefits informieren und ein Gespür dafür bekommen, mit welcher Unternehmenskultur du es zu tun hast.
GoogleUnumstritten die Nummer eins, wenn es darum geht, unkompliziert an Informationen, Bilder und News zu gelangen. Die Suchmaschine gibt Aufschluss darüber, wie aktiv das Unternehmen im Netz ist (wenn überhaupt!) und welche Meinung diverse Medien davon haben. Was für dich ebenfalls relevant sein könnte, sind häufige Führungswechsel oder Insolvenzprobleme.
UnternehmenswebsiteEin weiterer idealer Anlaufpunkt ist die eigene Homepage des Website. Hier zeigt sich, wie sich das Unternehmen zu inszenieren versucht und wie dessen Selbstverständnis aussieht. Spannend kann für dich sein zu sehen, wie viel der Arbeitgeber von sich, seiner Kultur und seinen Mitarbeitern preisgibt.
Social MediaSoziale Medien sind der Ort, an dem sich (manchmal vermeintlich) moderne Unternehmen zu profilieren versuchen. Ob Facebook, Instagram oder etwas ganz anderes verwendet wird, um mit potenziellen Mitarbeitern zu kommunizieren, ist von der Branche abhängig.
BewertungsplattformenDu willst die knallharten Fakten? Dann solltest du einen Blick auf diverse Bewertungsplattformen werfen, um zu sehen, wie nahe Sein und Schein beieinanderliegen. Hier findest du nämlich die ungeschönten Berichte von ehemaligen und bestehenden Mitarbeitern, die die Anonymität ausnutzen, um reinen Tisch mit ihrem Arbeitgeber zu machen. Gleichzeitig kannst du dir ein Bild davon machen, wie das Unternehmen mit öffentlicher Kritik oder Verbesserungsvorschlägen umgeht.
Messen, Infotage, KontakteInsbesondere für Schul- und Uni-Abgänger kann es sinnvoll sein, den direkten Kontakt mit dem Unternehmen zu suchen. Auf Messen oder Infotagen kann man nicht nur die Personaler, sondern auch Mitarbeiter des jeweiligen Arbeitgebers kennenlernen und vor Ort etwaige Fragen klären.

Organisation – alles im Blick haben

Das Wichtigste zuerst: Lass dir unbedingt eine Terminbestätigung geben und zwar schriftlich! Diese sollte Informationen darüber beinhalten, wann, wo und mit wem dein Gespräch stattfinden wird. Du solltest außerdem die Kontaktdaten der Ansprechperson notieren, falls vor dem Bewerbungsgespräch noch Fragen auftauchen oder du den Termin kurzfristig nicht wahrnehmen kannst.

Du hast deine Bewerbungsunterlagen zwar bereits an das Unternehmen geschickt. Dennoch empfiehlt es sich, diese nochmal auszudrucken und die Bewerbungsmappe  zum Vorstellungsgespräch mitzunehmen. Damit machst du auf dein Gegenüber einen gewissenhaften und gut vorbereiteten Eindruck. Und falls der Personaler seine Unterlagen vergessen haben sollte – kann ja mal passieren – hast du gleich einen Ersatz parat.

Ein Punkt, der bei vielen zu Stress führt, ist die Anreise. Plane dafür auf jeden Fall genügend Zeit ein und erkundige dich früh genug über die möglichen Anreiserouten und -möglichkeiten! Wenn dein Vorstellungsgespräch in einer weiter entfernten Stadt abgehalten wird, musst du vielleicht dort übernachten – reserviere also so bald wie möglich eine Unterkunft. Du reist mit dem Auto an? Dann recherchiere, ob es einen unternehmenseigenen Parkplatz gibt, ob dieser genügend Stellplätze hat oder wo du in der direkten Umgebung parken kannst.

Selbstreflexion – Was hast du zu bieten?

Deinem Lebenslauf entnimmt der Personaler deine bisherigen Qualifikationen und beruflichen Stationen. Im persönlichen Gespräch wird dann intensiver nachgehakt, was Hard und Soft Skills betrifft. Im besten Fall überschneiden sich deine Fähigkeiten mit jenen Anforderungen, die im Stelleninserat aufgelistet werden.

Das, was der Personaler schwarz auf weiß vor sich hat, solltest du auch verbal argumentieren können. Die große Frage, die geklärt werden muss, ist nämlich, warum gerade du der Richtige für den Job bist! Mach dir bereits im Vorhinein Gedanken darüber, was du deinem potenziellen Arbeitgeber zu bieten hast. Du solltest dabei aber nicht nur deine Stärken, sondern auch deine Schwächen im Kopf haben. Idealerweise hast du auch schon eine ungefähre Ahnung, wo dich dein beruflicher Weg in den kommenden Jahren hinführen könnte.

Wer bist du eigentlich?

„Erzählen Sie uns etwas über sich.“ – Kein Problem, denkst du. Oder vielleicht doch? Die Frage erscheint zunächst banal. Immerhin sollte man meinen, dass du alles über dich, deinen Werdegang, deine Leidenschaften und so weiter weißt. Aber in einem Bewerbungsgespräch, das oft auch mit Stress verbunden ist, kann es schon mal vorkommen, dass dein Kopf auf Durchzug schaltet. Die Aufforderung, über dich selbst zu erzählen, kann also durchaus knifflig sein.

Grundsätzlich geben Personaler dem Bewerber zwischen drei und fünf Minuten Zeit, sich selbst zu präsentieren. Erwartet wird quasi ein Best-of der eigenen Lebensstationen. Dein Vorteil: Du kannst deine Kurzpräsentation bereits zu Hause in aller Ruhe üben!

  1. Erzähle nicht deinen Lebenslauf nach! Hebe stattdessen die wichtigsten Stationen in deinem Leben hervor, ebenso wie deine beruflichen Erfolge, relevante Abschlussarbeiten aus der Uni-Zeit oder Auslandsaufenthalte. Finden sich in deinem Lebenslauf zeitliche Lücken, solltest du diese unbedingt erklären.
  2. Versetze dich in die Lage des Personalers. Welche Informationen könnten für ihn relevant bzw. interessant sein? Nebensächliches brauchst du nicht erwähnen – dein Gesprächspartner wird nachfragen, wenn es ihn doch interessieren sollte.
  3. Betone deine Kompetenzen, ohne dich auf die fachlichen zu versteifen. Soft Skills gewinnen zunehmend an Bedeutung und genießen mittlerweile einen ähnlich hohen Stellenwert wie Hard Skills!

Kleider machen Leute

Ein gepflegtes Erscheinungsbild beim Bewerbungsgespräch sollte selbstverständlich sein: Duschen, saubere Hände und Nägel, ein ordentlicher Haarschnitt und bei Männern ein ordentlich gepflegter Bart. Was vielen Bewerbern dagegen Kopfzerbrechen bereitet, ist die Frage nach dem richtigen Outfit!

Einige Unternehmen erleichtern ihren Mitarbeitern die tägliche Kleidungswahl durch einen vorgegebenen Dresscode. Sollte dieser nicht ersichtlich sein – zum Beispiel aus Fotos von der Firmenwebsite – kannst du bei der Kontaktperson nachfragen. Zudem gibt es branchenabhängige Unterschiede, an denen du dich orientieren kannst. Die Mitarbeiter einer Bank kleiden sich zum Beispiel elegant. So solltest du dann auch zum Bewerbungsgespräch erscheinen. In einer Marketingagentur ist der Kleidungsstil in der Regel leger – da wirst du in Anzug und Krawatte eher overdressed wirken.  Natürlich ist die Kleidungswahl auch immer abhängig von der Position, die du anstrebst!

Die heißen Sommermonate sowie die klirrende Kälte im Winter werfen immer wieder Fragen darüber auf, welche Kleidung denn angemessen ist, und bringen eigene Schwierigkeiten mit sich. Zu diesen Themen haben  wir jeweils eigene Blogbeiträge, die sich dezidiert mit den Dresscodes für Sommer und Winter beschäftigen.

Ein weiterer Tipp, um unnötigen Stress zu vermeiden: Mach dir bereits ein oder zwei Tage vor dem Bewerbungsgespräch über dein Outfit Gedanken. Dann musst du nicht am selben Tag hilflos durch deinen Kleiderschrank wühlen!

Fragen stellen nicht vergessen

Zum Abschluss des Bewerbungsgesprächs übergeben Personaler das Zepter gern noch einmal an den Bewerber indem sie ihm Zeit gewähren, selbst Fragen zu stellen. Diese können sich um das Unternehmen selbst, das Team oder die ausgeschriebene Position drehen. Eine Gelegenheit, die du unbedingt nutzen solltest und auf die du dich bereits zu Hause vorbereiten kannst: Was interessiert dich? Welche Information brauchst du unbedingt, um dich für oder gegen den Job entscheiden zu können?

Dieser umfangreiche Fragenkatalog kann dir einen Denkanstoß geben.

Checkliste zum Download

Checkliste Vorstellungsgespräch

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Bildquelle: Shutterstock/XArtProduction
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