Aktualisiert am 9. September 2019 · Bewerbung · von

No-Go-Alarm: Diese Fehler versauen jedes Bewerbungsgespräch

Lesezeit: 4 Minuten

Ein Bewerbungsgespräch ist für viele Menschen die reinste Stresssituation. Da kann es schon einmal vorkommen, dass in einem unachtsamen Moment die falschen Worte rausrutschen oder ein anderes Malheur passiert. Unter Umständen kostet dich das sogar die Jobzusage! Erfahre hier, welche Fettnäpfchen du vermeiden solltest, um deinen Traumjob zu ergattern.

Vor dem Bewerbungsgespräch

Der erste Patzer schleicht sich manchmal ein, noch bevor du das Unternehmen überhaupt betreten hast. Der schlimmste von allen: Der Termin wird vergessen. Wie einem ein dermaßen wichtiges Treffen entfallen kann, sei dahingestellt. Ob du nun keine Lust auf das Bewerbungsgespräch hast, einer anderen wichtigen Verpflichtung nachgehen musst oder auf einen anderen Job gestoßen bist, der dir mehr zusagt – gib rechtzeitig Bescheid, dass du es nicht schaffst. Solltest du doch am Job interessiert sein und hast lediglich einen anderen, wichtigen Termin verschwitzt, entschuldige dich und frage, ob sich das Gespräch verschieben lässt.

Das Vergessen ist dicht gefolgt vom Verspäten. Wir kennen es doch alle: Sobald wir es richtig eilig haben, lassen sich Bus, Straßenbahn und Zug allesamt ordentlich viel Zeit, um uns ans Ziel zu bringen. Wenn eine Verspätung deinerseits absehbar ist, solltest du deinem Ansprechpartner auch in diesem Fall rechtzeitig Bescheid geben und erklären, wie lange und warum du dich verspätest. Prinzipiell solltest du eine solche Situation ohnehin vermeiden, indem du dich früh genug auf den Weg machst. Warte lieber zehn Minuten länger im Empfangsbereich, anstatt atemlos und gestresst anzukommen.

Überpünktlichkeit kann die Raucher unter uns in Versuchung bringen, noch eine schnelle, letzte Zigarette für die Nerven anzuzünden. Das ist allerdings keine gute Idee, denn den Geruch wirst du auch mit anschließendem Kaugummi nicht los. Um die Nase des Personalers zu schonen, verzichtest du am besten kurz vor dem Gespräch auf stark gewürztes Essen sowie die feuchtfröhliche Party am Vorabend. Wenn du übrigens mit starker Nervosität zu kämpfen hast, bist du mit rein pflanzlichen Tropfen gut beraten. Frage hierfür einfach in einer Apotheke nach.

Ein weiterer Punkt, auf den Personalverantwortliche Wert legen, ist die Wahl der Kleidung. Ob Anzug und Krawatte, Kostüm oder Hosenanzug – wie geschniegelt und gestriegelt du dich präsentieren musst, ist abhängig von der Branche, in der du dich bewirbst. Wir sind der Meinung, dass du mit overdressed weniger falsch machen kannst als mit underdressed. Hast du dein perfektes Outfit gefunden, solltest du sichergehen, dass es keine Flecken aufweist oder zerknittert ist. Nicht vergessen: Auch die Schuhe müssen in einem ordentlichen Zustand sein!

Während des Bewerbungsgesprächs

Bewerbungsgespräche verlangen Bewerbern so einiges ab. Man soll authentisch und freundlich sein, seine fachlichen Kompetenzen wie ein Profi präsentieren können und dabei nicht zu verzweifelt wirken. Alle diese Aspekte müssen abgedeckt sein, wenn der erste Eindruck beim potenziellen Arbeitgeber positiv ausfallen soll. Diese Fehlschritte werten Personaler als besonders unverschämt:

  • Beschönigungen oder Lügen
  • Anrufe entgegennehmen bzw. SMS beantworten
  • arrogantes oder zu aggressives Auftreten
  • unpassende Kleiderwahl
  • mangelnde Verlässlichkeit

Wer sich unzureichend auf das Gespräch vorbereitet, macht als Bewerber ebenfalls keine gute Figur. Personalverantwortliche setzen voraus, dass sich ihre Gesprächspartner intensiv mit dem Unternehmen beschäftigt haben und daher mit den wichtigsten Eckdaten und den Unternehmenswerten vertraut sind.

Ein weiteres Fettnäpfchen, in das Pechvögel gerne treten: Den zukünftigen Chef mit falschem Namen begrüßen. Diese Nachlässigkeit lässt sich von der mangelhaften Vorbereitungsarbeit ableiten. Halte auf der Firmenwebseite unbedingt nach Fotos der Unternehmensleitung Ausschau (meist in den Bereichen „Presse“, „Galerie“ oder „Über uns“), damit du diese peinliche Situation vermeidest.

Und zu guter Letzt: Bewirb dich nur für Stellen, die dich tatsächlich interessieren. Vielleicht erachtest du diesen Punkt als selbstverständlich. Doch viel zu oft kommt es vor, dass Kandidaten sich aus anderen Motivationen heraus bewerben, zum Beispiel, wenn sie Angst haben, dass ihnen die Arbeitslosenunterstützung gestrichen wird. Häufig wird der Missmut dann offen zur Schau gestellt und der Personaler bekommt zu spüren, dass sein Gesprächspartner lieber ganz wo anders wäre. Sei ehrlich zu dir selbst und vergeude weder deine Zeit, noch die des Personalverantwortlichen. In solchen Situationen läufst du nämlich Gefahr, deinen Ruf zu ruinieren. Denn Unternehmen tauschen sich aus und je kleiner die Branche, desto schneller macht dein Auftritt die Runde.

Verbale No-Gos: Diese Sprüche solltest du dir verkneifen

#1 „Mein jetziger Job ist die Hölle.“

Mag stimmen. Dennoch solltest du über deinen derzeitigen Arbeitgeber kein schlechtes Wort verlieren oder gar herziehen. Jobwechselgründe wie mangelnde Karriereperspektiven oder unangemessenes Gehalt kannst du dagegen schon nennen. Sind deine Werte und die Unternehmenskultur nicht kompatibel oder fehlen dir flexible Arbeitszeiten, kannst du das auch offen sagen. Der Grat zwischen Ehrlichkeit und übler Nachrede ist denkbar schmal – bemühe dich also, möglichst diplomatisch zu bleiben.

#2 „Wann kann ich mit einer Gehaltserhöhung oder Beförderung rechnen?“

Das geht auch eleganter. Erkläre dem Personaler, dass du auf der Suche nach einer langfristigen Anstellung bist und gerne wissen möchtest, welche Karrieremöglichkeiten es für deine Position gibt. Das ist eine berechtigte Frage und du wirkst damit weder anmaßend noch überheblich.

#3 „Kann ich zusätzlichen Urlaub und Zeitausgleich haben?“

Urlaub sowie die Kompensation von Überstunden sind dein gutes Recht. Wenn du aber bereits im Bewerbungsgespräch um noch mehr Freizeit bittest, kann dir das als mangelnder Arbeitswille ausgelegt werden.

#4 „Wie lange wird das hier dauern?“

Vielleicht hast du für das Bewerbungsgespräch nur eine halbe Stunde eingerechnet und bist überrascht, wenn daraus ein einstündiges Gespräch samt anschließendem Rundgang durchs Unternehmen wird. Plane jedenfalls genügend Zeit für deinen Bewerbungstermin ein und nimm dir für danach nichts Wichtiges mehr vor. Die Frage nach der Dauer des Gesprächs könnte der Personaler nämlich schnell in den falschen Hals bekommen. Wenn dein Terminkalender generell prall gefüllt ist, kannst du bei der Terminvereinbarung nachfragen, wie viel Zeit das Gespräch ungefähr beanspruchen wird.

#5 „Ich arbeite am liebsten alleine.“

Wenn die ausgeschriebene Stelle nicht dezidiert für Menschen geeignet ist, die gerne für sich selbst sind, solltest du deine Abneigung gegenüber der Zusammenarbeit mit Kollegen im Bewerbungsgespräch nicht unbedingt anschneiden. Auch nach einem Einzelbüro solltest du nicht sofort fragen. Wenn du introvertiert bist, kannst du den Personaler sehr wohl darauf aufmerksam machen, dass du im täglichen Arbeitsalltag auch Rückzugsmöglichkeiten benötigst, um die beste Leistung zu bringen.

Du willst mehr Infos zum Bewerbungsgespräch?

Jetzt, wo du die häufigsten Fettnäpfchen kennst, sollte es ein Leichtes für dich sein, sie zu umgehen. Aber Achtung: Es gibt noch andere Dinge, die du unbedingt beachten musst, wenn du überzeugen möchtest. Wirf doch mal einen Blick auf unseren Leitfaden:

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