Erstellt am 3. Februar 2021 · Bewerbung · von

Mach dir ein Bild: So bewirbst du dich erfolgreich für ein Praktikum

Lesezeit: 5 Minuten

Ob Schüler, Student oder interessierter Quereinsteiger: Praktika sind eine tolle Gelegenheit, um Arbeitsluft zu schnuppern und sich einen Eindruck von unterschiedlichen Branchen und Tätigkeitsbereichen zu machen. Aber welches Praktikum macht wirklich Sinn und wie bereitet man sich auf eine Praktikumsbewerbung vor? Du fragst, wir antworten – inklusive Beispiel.

Gelerntes in die Tat umsetzen, Arbeitswelt-Luft schnuppern und endlich eigenes Geld verdienen … es wird Zeit für ein Praktikum! In diesem Jahr, so siehts derzeit leider aus, wird die Suche nach einem Praktikum aber schwieriger als sonst. Denn nicht alle Unternehmen, die üblicherweise Praktikumsplätze ausschreiben, werden heuer Corona- und Wirtschafts-bedingt welche anbieten können. Ein Grund mehr, dich bei der Bewerbung richtig ins Zeug zu legen! Wie du das am besten machst und ob ein Praktikum überhaupt für dich sinvoll ist, erfährst du hier:

Soll ich mich für ein Praktikum bewerben?

Die Sinnfrage

Ob ein Praktikum sinnvoll ist oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wenn du überlegst, dich für ein Praktikum zu bewerben, aber nicht weißt, ob du letztendlich einen Mehrwert daraus erzielen kannst, stell dir folgende Fragen:

  1. Passt das Praktikum zu deiner Ausbildung? Handelt es sich vielleicht sogar um ein Pflichtpraktikum? Oder willst du ganz einfach eine bestimmte Branche kennenlernen?
  2. Mit welcher Erwartungshaltung trittst du an das Praktikum heran?
  3. Welche konkreten Anforderungen hast du? Willst du dir ein ungetrübtes Bild von deinem Traumjob machen, Fachkenntnisse erwerben oder den Fuß in die Tür deines Wunscharbeitgebers bekommen?
  4. Welche Kompromisse kannst du dir abringen? Bist du bereit, zu pendeln und womöglich nur gering oder gar nicht bezahlt zu werden?

Ob bezahlt oder nicht – Praktika lohnen sich allein schon aufgrund der Tatsache, dass du Berufserfahrung sammelst, neue Leute kennenlernst, deine Fähigkeiten erweiterst und dir damit vielleicht sogar den Weg in die Festanstellung ebnest.

Wo finde ich eine passende Praktikumsstelle?

Als Student wird man relativ schnell fündig, denn die begehrten Praktikantenplätze werden häufig über Karrieremessen oder Kontaktbörsen vergeben. Professoren und Unis pflegen – abhängig von der Studienrichtung – generell gute Kontakte zur Wirtschaft und können dich als Vermittler bei deiner Suche unterstützen.

Schüler und Quereinsteiger können aufs Internet zurückgreifen und recherchieren, denn auch auf Karriereportalen werden Praktikumsplätze ausgeschrieben. Wenn du bereits ein bestimmtes Unternehmen ins Auge gefasst hast, dieses allerdings keine Stellen inseriert hat, kannst du persönlich nachfragen, ob du dich dennoch als Praktikant bewerben kannst. Auch eine Initiativbewerbung bietet sich in einer solchen Situation an.

Welche Bewerbungsunterlagen werden benötigt?

Ist eine passende Stelle gefunden, müssen zuallererst deine Unterlagen auf Vordermann gebracht werden. Das bedeutet, dass du dich kritisch mit dir selbst auseinandersetzen und über das jeweilige Unternehmen sowie die Branche recherchieren musst.

Eine vollständige Bewerbungsmappe besteht aus einem Anschreiben, dem Lebenslauf und (Arbeits-)Zeugnissen. Ein Motivationsschreiben ist kein Muss, verrät dem Recruiter aber einiges über dich und kann dir einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern verschaffen. Sämtliche Inhalte werden in einer PDF-Datei zusammengefasst und per E-Mail übermittelt. Achtung: Wenn die Möglichkeit besteht, deine Bewerbung per Online-Formular einzureichen, solltest du diese Option wählen. Deine Daten werden automatisiert verarbeitet und dem Recruiter übermittelt. Diese Form der Bewerbung bedeutet sowohl für den Recruiter als auch für dich eine wesentliche Zeitersparnis!

Falls du Hilfe beim Erstellen deiner Bewerbungsunterlagen benötigst, lege ich dir die folgende Artikel ans Herz:

In diesen findest du detaillierte Infos zu den geforderten Inhalten sowie praktische Beispiele und kostenlose Vorlagen, die du downloaden kannst.

Digitaler Lebenslauf? Ja, das gibts!

Wenn du keine Lust oder Zeit hast, einen Lebenslauf normgerecht zu formulieren, dann hab ich eine tolle Alternative für dich parat. Der karriere.at Lebenslauf ist nämlich nicht nur kostenlos, sondern auch ratzfatz erstellt. Mit wenigen Klicks und Tippsern gibst du die wichtigsten Infos über dich ein, wählst aus verschiedenen Vorlagen ein ansprechendes Design aus und kannst deinen fertigen Lebenslauf im Anschluss sofort verwenden – immer und überall, ganz unkompliziert.

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So verkaufst du dich deinem Wert entsprechend

Gerade als Berufsanfänger ist es schwierig, selbstbewusst aufzutreten – immerhin kann man wenige bis gar keine Qualifikationen vorzeigen. Oder etwa doch? Immer wieder vergessen junge Bewerber, wie viel Wert Unternehmen auf Soft Skills legen. Doch auch ehrenamtliche Tätigkeiten oder Hobbys, die die charakterliche Eignung unterstreichen, können einem potenziellen Arbeitgeber imponieren. An Unis, aber auch an Schulen, werden regelmäßig Projekte durchgeführt. Was hast du dazu beigetragen, was hast du gelernt?

Vergiss auch nicht auf Nebenjobs oder vergangene Praktika. Selbst wenn du aktuell ein Praktikum in der Medienbranche anstrebst, vorher aber in einem Café gejobbt hast, bedeutet das nicht, das du keine erwähnenswerten Fähigkeiten erlernt hast. Wichtig ist nur, dass du einen Bogen zur ausgeschriebenen Praktikumsstelle schlagen kannst. Stell dir dafür einmal die Frage, wie deine bisherigen Erfahrungen dabei helfen können, im angestrebten Praktikum einen guten Job zu leisten.

Das Bewerbungsgespräch

Konntest du den Recruiter mit deiner Bewerbungsmappe überzeugen, wirst du für ein persönliches Gespräch ins Unternehmen eingeladen. Damit dieses gut läuft, musst du einiges beachten. Denn es kommt dabei nicht nur auf deine Persönlichkeit, sondern auch auf dein Auftreten an. Außerdem wird der Recruiter versuchen herauszufinden, wie intensiv du dich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt oder ob du in deinem Lebenslauf geflunkert hast.

Es kann außerdem auch nicht schaden, dich auf die klassischen Fragen vorzubereiten, die in einem Bewerbungsgespräch gestellt werden. Ansonsten läufst du Gefahr, plötzlich nicht zu wissen, was du antworten sollst – und so eine Stille kann ganz schön peinlich sein!

In unserem umfassenden Artikel zum Thema Bewerbungsgespräch findest du allerhand Informationen über den richtigen Dresscode, eine Liste mit häufig gestellten Fragen, Hilfestellungen zur Selbstpräsentation und vieles mehr. Glaub mir, mit diesem Wissen bist du bestens gewappnet, um deinen Praktikumsplatz zu bekommen.

Gibt es eine Entlohnungspflicht?

In Österreich ist ein bezahltes Praktikum noch immer nicht selbstverständlich. In vielen Fällen werden Praktikanten gar nicht oder mit einer nur geringen Summe abgegolten, obwohl sie Vollzeit arbeiten. Das rührt daher, dass zwischen zwei unterschiedlichen Praktikumsformen unterschieden wird, nämlich dem Praktikum als Ausbildungsverhältnis einerseits und dem als Dienstverhältnis andererseits.

Dient dein Praktikum ausschließlich Lern- und Ausbildungszwecken, so liegt laut Gesetzgeber keine Pflicht zur Entlohnung vor, da du lediglich an deinem eigenen Projekt arbeitest. Der Arbeitgeber zieht aus deiner Arbeit in späterer Folge jedoch keinen Nutzen und somit auch keinen Gewinn.

Bist du jedoch an die betrieblichen Arbeitszeiten gebunden und organisatorisch ins Unternehmen eingegliedert, handelt es sich um ein Praktikum als Dienstverhältnis, das den kollektivvertraglichen und gesetzlichen Bestimmungen unterliegt. Auch dann, wenn du dein Praktikum freiwillig absolvierst, um beispielsweise einen Beruf kennenzulernen, fällst du in diese Kategorie.

Das Praktikumsgehalt orientiert sich an der jeweiligen Branche, der Art deiner Tätigkeit, der Größe des Unternehmens und dem Bildungsgrad des Praktikanten. Je besser du ausgebildet bist und je komplexer deine Aufgaben sind, desto mehr Gehalt bekommst du bezahlt.

Nichts ist umsonst

Auch wenn dein Praktikumsgehalt vielleicht etwas mager ausfällt, kannst du dir sicher sein, dass du allerhand lernen und dadurch deinen Wert am Arbeitsmarkt steigern wirst. Immerhin sammelst du Berufserfahrung sowie neue Qualifikationen und festigst Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Stressresistenz.

Vergiss auch nicht: Für manche Menschen ist das Praktikum das Sprungbrett in die Festanstellung! Wenn du also für die Zukunft einen bestimmten Arbeitgeber im Auge hast, kannst du die Chance nutzen und dich zunächst als Praktikant beweisen.

Beispiel für ein Anschreiben fürs Praktikum

Du willst dich für ein Praktikum bewerben, weißt aber nicht so recht, was im Anschreiben drin stehen soll? Das folgende Beispiel zeigt, wies geht.

Bewerbung für ein Praktikum

Du willst mehr Infos zum Thema Bewerbung?

In unserem Sammelartikel wirst du fündig:

Bianca Schedlberger

Biancas Traumjob seit Kindertagen? Schriftstellerin, ganz klar. Bis ihr erster Roman beim Buchhändler deines Vertrauens aufliegt, schreibt sie für karriere.at unter anderem auch Blogbeiträge.