Initiativbewerbung: Mehr als Interessensbekundung

Es gibt Unternehmen, die für viele Menschen absolute Traum-Arbeitgeber sind. Das kann an den spannenden Herausforderungen liegen, die dieser Arbeitgeber bereithält oder an einer anziehenden Employer Brand, die sich mit den eigenen Werten überschneidet und eine angenehme Arbeitskultur bietet. Und manchmal stolpert man auch zufällig über Unternehmen, die uns das Gefühl geben, als wären sie wie maßgeschneidert für uns und unsere Anforderungen an einen Arbeitgeber. Verrät ein Blick auf die offenen Stellen, das aktuell nichts Passendes für einen dabei ist, folgt auf die anfängliche Erregung schnell Ernüchterung. Doch ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt bestehen und er nennt sich Initiativbewerbung. Dieser Artikel verrät dir alles, was du über die Initiativbewerbung wissen musst und hält 7 Tipps parat, die deine Erfolgschancen erhöhen.

Initiativbewerbung: Was bedeutet das eigentlich?

Menschen, die aktiv oder passiv auf Jobsuche sind, stehen zwei Optionen frei. Sie können sich auf ausgeschriebene Stellen bewerben oder eine Initiativbewerbung einreichen, ohne dass ein konkretes Stellenangebot vorhanden ist. Diese Art der Bewerbung ist initiativ, also ohne konkreten Anlass.

Oftmals wird die Initiativbewerbung mit der Blindbewerbung verwechselt oder als synonym betrachtet. Dabei gibt es einige entscheidende Unterschiede zwischen den beiden Bewerbungsformen. So richtet sich die Blindbewerbung ganz allgemein an ein Unternehmen und wird in der Regel nach dem „copy and paste“-Prinzip an möglichst viele Arbeitgeber verschickt. Hinter der Initiativbewerbung hingegen steckt der Wunsch, eine bestimmte Position in einem bestimmten Unternehmen zu erhalten.

Vor- und Nachteile einer Initiativbewerbung

Wer sich initiativ bei einem Unternehmen bewirbt, demonstriert nicht nur überdurchschnittliches Engagement, sondern zeugt auch von einem hohen Maß an Bewusstsein für die eigenen Stärken und Kompetenzen. Die Initiativbewerbung birgt in der Tat einige Vorteile. Jedoch gibt es auch einige Tücken zu beachten:

Vorteile

  1. Keine direkte Konkurrenz, weil keine konkrete Stellenanzeige vorhanden
  2. Fokus auf eigene Qualifikationen und Stärken
  3. Freiheit bei Gestaltung der Unterlagen (Mappe oder Kurzbewerbung via Lebenslauf)
  4. Bei Absage bleibt Chance auf zukünftige Zusammenarbeit bestehen

Nachteile

  1. Bewerbung landet bei der falschen Person
  2. Kompetenzen des Bewerbers werden aktuell nicht gesucht
  3. Erhöhter Aufwand durch intensivere Recherche

7 Tipps für die Initiativbewerbung

Mit einer Initiativbewerbung wollen Bewerber vor allem eins: Eindruck schinden und im besten Fall einen Job beim Wunscharbeitgeber ergattern. Wir haben 7 Tipps für dich, um dich deinem Traum ein Stückchen näher zu bringen.

Tipp 1: Unternehmen analysieren

Wie immer heißt es vor einer Bewerbung: Recherchieren bis der Arzt kommt. Bist du mit der Historie des Unternehmens und seinen aktuellen Tätigkeiten vertraut, fällt es dir auch leichter einzuschätzen, ob es für dich und deine Fähigkeiten im Moment Verwendung hat oder nicht. Vielleicht kannst du etwas über die Expansionspläne deines Wunscharbeitgebers in Erfahrung bringen oder bist der Ansicht, dass die bespielten Kanäle nicht optimal genutzt werden.

Kurz gesagt: Dein oberstes Ziel bei der Recherche ist es, personelle Lücken zu identifizieren und dann zu entscheiden, ob du sie mit deinen Kompetenzen füllen kannst.

Tipp 2: Selbstanalyse

Initiativbewerber haben normalen Bewerbern gegenüber einen großen Vorteil und der nennt sich Motivation. Du weißt, dass du und das Unternehmen ganz einfach füreinander bestimmt seid und diese Überzeugung gilt es zu kommunizieren. Zuvor musst du jedoch klären, ob du als Arbeitnehmer tatsächlich eine personelle Bereicherung darstellst. Frage dich also, was du besonders gut kannst und welchen Mehrwert du zu bieten hast. Vielleicht bringst du bereits erste Erfahrungen aus der Branche mit oder bist ein vor Ideen und Tatendrang sprühender Quereinsteiger, der frischen Wind ins Unternehmen bringen kann.

Tipp 3: Ansprechpartner identifizieren

Nach intensiver Recherche und der sorgfältigen Zusammenstellung überzeugender Bewerbungsunterlagen wäre es doch wirklich ärgerlich, wenn deine Bewerbung letztendlich nicht bei der richtigen Person landet, sondern in irgendeinem Postfach versauert. Geh also sicher, dass du die korrekte Ansprechperson auf dem Radar hast. Im Fall einer Initiativbewerbung kann es zudem Sinn machen, den Recruiter zu umgehen und die Bewerbung direkt an die Führungskraft der anvisierten Abteilung zu schicken.

Tipp 4: Ein aussagekräftiges Anschreiben

Der Ton macht die Musik, deshalb solltest du bereits beim Anschreiben die richtige Note treffen. Dieses ist nämlich der erste Anknüpfungspunkt zwischen dir und der Person, die sich deine Unterlagen ansieht. Idealerweise richtest du dich zu Beginn an eine konkrete Person, das wirkt persönlicher und schafft eine gute Basis für den Rest des Textes. Nimm konkreten Bezug auf das Unternehmen, was dich daran begeistert und warum du unbedingt dort arbeiten möchtest. Im gleichen Zug ist es wichtig, deine Stärken gezielt auszuspielen und zu zeigen, dass dich deine Fähigkeiten eigentlich so gut wie unverzichtbar machen und man dich unbedingt kontaktieren sollte.

Vermeide Floskeln und bemühe dich stattdessen, deine Persönlichkeit und Fähigkeiten herauszuarbeiten. Vergiss nicht: Bei Initiativbewerbungen kannst du gerne etwas kreativer agieren als bei herkömmlichen.

Tipp 5: Motivationsschreiben

Im Motivationsschreiben gehst du bezüglich deiner Beweggründe für die Bewerbung noch mehr ins Detail. Erwähne erneut deine Fähigkeiten und Qualifikationen und zeige klar auf, inwiefern diese dem Unternehmen dabei helfen können, seine Ziele zu erreichen. Erfolgsbeispiele aus deiner bisherigen Berufskarriere untermauern deine Worte und beweisen, dass du tatsächlich etwas auf dem Kasten hast. Aber Achtung: Dein Motivationsschreiben sollte nicht in seitenlange Selbstbeweihräucherung ausarten. Mehr als eine Seite solltest du nicht benötigen, um dich ins richtige Licht zu rücken.

Tipp 6: Onlinepräsenz aufräumen

Eigentlich solltest du deine Online-Profile vor jeder Bewerbung gründlich und kritisch überprüfen, nicht nur dann, wenn du dich initiativ bewirbst. Peinliche Partyfotos, auf denen du ganz offensichtlich sturzbetrunken bist? Lieber nicht. Deine Online-Persona sollte sich nicht zu stark von jener Person unterscheiden, als die du dich in deinen Bewerbungsunterlagen beschrieben hast.

Tipp 7: Chancen erkennen, Chancen nützen

Eine überzeugende Initiativbewerbung kann einem sehr wohl den Weg ins Unternehmen seiner Träume ebnen. Doch nicht immer kann man dir dort eine Stelle in der gewünschten Position anbieten. Manchmal gibt es nur die Möglichkeit für ein Praktikum oder einen Job in einer anderen Position, der auf dein Profil aber auch gut passen würde. Wir raten dir: Verschließe dich nicht vor solchen Angeboten, sondern überlege dir, ob du mit diesen Optionen auch leben kannst. Wenn du dich bewährst, wird man dich sicherlich für deine Mühen belohnen.

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