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Vorstellungsgespräch: Vorbereitung ist alles!

Junger Mann beim Vorstellungsgespräch
Du wurdest zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen? Gratuliere! Dann hast du die erste Hürde schon einmal geschafft. Damit der Weg zum neuen Job ein erfolgreicher wird, solltst du dir nun auch die Zeit nehmen, dich auf das Bewerbungsgespräch optimal vorzubereiten. Unsere Tipps helfen dir dabei, beim Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck zu hinterlassen und dem Unternehmen zu zeigen, wie ernst dir die Bewerbung tatsächlich ist.

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch: Die vier Ebenen

Denn egal wie viel oder wenig Zeit du noch zum vereinbarten Termin hast, bei der Vorbereitung gilt: mehr ist mehr. Wer den guten Eindruck, den er durch Lebenslauf und Bewerbungsschreiben offensichtlich hinterlassen hat, bestätigen will, sollte sich auf vier Ebenen vorbereiten:

  1. Selbstpräsentation
  2. Unternehmenswissen
  3. Eigene Fragen und Vorstellungen
  4. Organisatorisches

Ebene 1: Die Selbstpräsentation

In deinem Lebenslauf steht es bereits, nun gilt es, das was dich besonders geeignet für den Job macht, auch im Gespräch überzeugend zu erklären. Stell dir selbst Fragen wie: Was kann ich? Was will ich? Warum bin ich so gut für diesen Job geeignet? Es hilft, mehrere Selbstpräsentationen einzustudieren. Meist werden der bisherige Werdegang, die Ausbildung, die beruflichen Ziele und Motivationen sowie Interessen, Stärken und Schwächen thematisiert. Es hilft, die Präsentationen vor dem Spiegel zu üben, auch das Gespräch mit vertrauten Personen aus dem Familien- oder Freundeskreis kann bei der Präsentation der eigenen Stärken helfen. Es ist immer gut, sich auch auf unangenehme Fragen – etwa zu Lücken im Lebenslauf oder zu eigenen Schwächen – vorzubereiten. Auch auf die Frage nach dem gewünschten Gehalt sowie dem möglichen Eintrittstermin solltest du vorbereitet sein.

Bist du gerade in einem Bewerbungsprozess oder kurz davor, einen neuen Job zu suchen, denke auch immer an deine eigene Selbstpräsentation im Internet! Party-Fotos auf Facebook oder Lästern über den alten oder aktuellen Arbeitgeber kommen nie gut an. Und selbst wenn der Personaler dich nicht googlen sollte (das wird er), deine potenziellen neuen Kollegen tun es bestimmt. Ein letzter Tipp zur Selbstpräsentation ist: Sei authentisch. Das ist am ehrlichsten und macht dich sympathisch – denn kein Mensch ist perfekt, kann alles oder weiß alles. Achte jedoch auf positive Formulierungen, indem du zum Beispiel nicht: „Das kann ich nicht“ sagst, sondern „Das kann ich noch nicht“. Oder „Das werde ich gerne lernen.“

Ebene 2: Wissen über das Unternehmen

Wissen ist beim Vorstellungsgespräch Macht. Deshalb solltest du ausreichend Informationen über das Unternehmen sammeln, um beim Bewerbungsgespräch Fettnäpfchen zu vermeiden. Denke auch hier daran: Wer gut vorbereitet ist, zeigt ernsthaftes Interesse. Und auch wenn du beim Vorstellungsgespräch nicht nach den Unternehmens-Leitlinien, den Niederlassungen oder der Anzahl der Mitarbeiter gefragt wirst, kann Wissen über das Wunschunternehmen, geschickt ins Gespräch eingefädelt, viele Pluspunkte bringen.

Ebene 3: Eigene Fragen und Vorstellungen

Eine Frage, die wohl in jedem Bewerbungs- als auch im (hoffentlich) nachfolgenden Einstellungsgespräch kommt, ist jene, ob du selbst Fragen hast. Auch diese Möglichkeit solltest du nutzen: Zum einen, um Interesse zu bekunden und andererseits, um offene Fragen – die du tatsächlich haben wirst – zu formulieren. Je verantwortungsvoller die Position, um die du dich bewirbst, umso umfassender solltest du dich über das Unternehmen bzw. die künftige Aufgabe informieren. Dazu gehören natürlich auch die eigenen Gehaltsvorstellungen. Es ist auf jeden Fall ratsam, sich mit aktuellem Gehalt bzw. dem Wunschgehalt auseinanderzusetzen und realistische Einschätzungen zur möglichen Gehaltsbandbreite zu haben.

Ebene 4: Der Stressfreie Tag X

Sind alle Vorbereitungen getroffen und die Unterlagen für das Gespräch bereitgelegt, bleibt nur noch die Planung für einen möglichst stressfreien Ablauf vom Tag X. Dazu gehört: die Wahl des richtigen Outfits, falls nötig ein Friseurbesuch einige Tage vorher sowie die Planung der Anreise. Gegebenenfalls muss ein Ticket für die Hinfahrt bzw. ein Hotel gebucht werden. Auch bei Vorstellungsgesprächen in der Heimatstadt- oder region kann es sinnvoll sein, sich die Strecke schon vor dem Termin anzusehen. So vermeidet man unnötige Wartezeiten bzw. Stress, weil man die Zeit falsch einkalkuliert hat oder die Adresse nicht gleich findet. Ein kleines „Notfall-Set“, bestehend aus Wasser und einem kleinen Snack, kann ebenfalls helfen. Block und Stift zum Notieren von Fragen geben Sicherheit  und unterstreichen die sorgfältige Vorbereitung zusätzlich.

Vorbereitung: Recherche-Tipps

„Wer nichts weiß, muss alles glauben“, lautet ein berühmtes Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach. Dieses lässt sich auch auf eine Bewerbungssituation umlegen. Wer unvorbereitet, mit wenig Wissen und keinen Erwartungen zum Jobinterview geht, bringt sich selbst um viele Chancen. Doch woher das Wissen nehmen? Einige Recherchequellen im Überblick:

Unternehmenswebsite, Karrierepage, Info-Material, Presse-Rubrik, KarrieremesseHier finden sich alle Zahlen, Daten und Fakten, die das Unternehmen gerne von sich preisgibt. Wer diese weiß, hat zwar noch keinen Blick hinter die Kulissen des Arbeitgebers erhascht, verfügt aber über das „offizielle“ Wissen, was als Grundvoraussetzung gesehen werden sollte. Umsatz, Mitarbeiteranzahl, Standorte, die Namen der Vorstände und aktuelle Enwicklungen aber auch die wichtigsten Mitbewerber sollte jeder Bewerber kennen.
Online-Archive von Medien, BranchenkennerNicht nur News aus der Branche und von Mitbewerbern des potenziellen Arbeitgebers lassen sich über diese Quellen recherchieren. Hier finden sich auch Informationen, die kein Unternehmen gern an die große Glocke hängt – Misserfolge, schlechte Bilanzen, Personalabbau oder auch Probleme mit der Arbeitnehmervertretung.
Mitarbeiter, ehemalige Mitarbeiter, Freunde, Arbeitgeber-Profile, BewertungsportaleNicht nur das Anforderungsprofil des ausgeschriebenen Jobs ist interessant. Immer wichtiger wird für viele Arbeitnehmer der Blick hinter die Kulissen, um für sich die Frage „Will ich hier überhaupt arbeiten?“ beantworten zu können. Infos zu Arbeitsklima, Teamgefüge und Vorgesetztenverhalten erhält man am glaubwürdigsten von Leuten, die es wissen müssen: den Mitarbeitern.
Anruf Personalabteilung, (Ex-)MitarbeiterAlles Organisatorische, das sich online nicht eindeutig recherchieren lässt, kann man auch ohne schlechtes Gewissen mit einem Anruf beim Unternehmen klären: Wie weit ist die nächste Öffi-Haltestelle tatsächlich entfernt? Welcher Dresscode sollte beim Bewerbungsgespräch eingehalten werden? Mit wem wird das Gespräch stattfinden?

Fotonachweis: Pressmaster, Rawpixel.com / Quelle Shutterstock

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