Das Praktikum deines Lebens: Als Reisetester einmal um die Welt

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 7. September 2016 um 10:25

Klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Urlaub machen und dabei Geld verdienen. Das Reiseportal Urlaubsguru.at bietet so einen Job derzeit an: Gesucht wird ein Praktikant, der sechs Monate lang um die Welt reist und Urlaubsschnäppchen testet. Was Bewerber dafür mitbringen sollten, weiß Mara Molitor. Sie war selbst ein halbes Jahr als Praktikantin für den Urlaubsguru unterwegs.

Urlaubsguru: Praktikant gesucht!

Mara MolitorIn diesem Praktikum versauert ihr garantiert nicht zwischen Kopierer und Kaffeemaschine: Urlaubsguru.at sucht derzeit einen Praktikanten mit besonders viel Fernweh. Die Aufgabe: Ab Jänner 2017 sechs Monate lang die besten Reiseschnäppchen und Urlaubsdestinationen testen. Wie man so einen Job ergattert? Wir haben bei Mara Molitor nachgefragt. Sie hat sich vergangenes Jahr gegen rund 5.000 andere Bewerber durchgesetzt und ist als Reisetesterin für den Urlaubsguru um die Welt gereist.

Du warst sechs Monate lang bereits für den Urlaubsguru unterwegs. Wie viele Länder und Städte hast du dabei bereist?

Mara: Es waren mehr als 40 Destinationen, die ich im Lauf meines Praktikums besucht habe – man kann sagen, einmal komplett um die Welt. Ich war jeweils rund einen Monat unterwegs, dann wieder ein paar Tage zu Hause in Dortmund, wo ich ein WG-Zimmer hatte. Im Urlaubsguru-Office habe ich während meiner Heimaturlaube immer wieder Rücksprache mit Kollegen gehalten, Material abgeliefert oder neues Equipment abgeholt. Danach bin ich wieder losgezogen.

Du hast dich gegen mehr als 5.000 andere Bewerber durchgesetzt. Hättest du das für möglich gehalten?

Mara: Ich habe die Ausschreibung gesehen und mir sofort gedacht, dass ich das auf jeden Fall machen möchte! Allerdings hatte ich auch Zweifel: Da bewerben sich bestimmt Tausende, da hast du doch gar keine Chance. Aber: Dabei sein ist alles und ich wollte es wenigstens versucht haben – allerdings keine halben Sachen machen! Ich habe mich mit einem Video beworben und mein Bewerbungschreiben mit Fotos vergangener Reisen ergänzt.

Erzähle ein wenig von den Aufgaben, die ein Urlaubsguru-Praktikant meistern muss.

Mara: Im Großen und Ganzen waren es im Laufe meines Praktikums zwei Bereiche: Zum einen habe ich klassisch Hotels getestet, die Urlaubsguru immer wieder empfiehlt. Ich habe mich vor Ort davon überzeugt, ob sie wirklich so toll sind, habe Fotos gemacht, alles genau unter die Lupe genommen und dann einen Bericht geschrieben. Mein zweiter, großer Aufgabenbereich waren klassische Urlaubsaktivitäten: Städte oder Nationalparks erkunden, tolle Cafés und Restaurants entdecken, Sehenswürdigkeiten besuchen und über all das schreiben. Es war ein Mix aus persönlichem Reisebericht, Wissenswertem sowie Tipps und Tricks.

Praktikantin Mara Molitor

Was ist dir von deinem Praktikum besonders in Erinnerung geblieben?

Mara: Da gibt es vieles, absolutes Highlight war aber mein Aufenthalt in Südamerika. Dort habe ich am meisten Zeit verbracht. Ich finde, nur so kann man ein Land richtig kennenlernen. Ich war rund 1,5 Monate in Südamerika, fast ein Monat davon habe ich in Bolivien verbracht: Die Natur, die Menschen, das Essen – es war wie ein Traum und es hat mir dort riesig gefallen.

Reiselust ist das eine – was müssen Bewerber für diesen Job noch mitbringen?

Mara: Am wichtigsten ist sicher Spontaneität – die war auch beim Casting gefragt. Außerdem braucht man starke Nerven, man darf sich nicht stressen lassen: Du verpasst deinen Flug, wirst im Hotel angeschnauzt – in manchen Situationen musst du einen kühlen Kopf bewahren. Immerhin ist man sechs Monate ganz alleine unterwegs, dafür benötigt man auch starke Nerven. Was viele außerdem vergessen: Sechs Monate um die Welt zu reisen ist das eine, aber es steckt auch viel Arbeit dahinter.

Deine Empfehlung an alle, die das Praktikum ergattern möchten?

Mara: Kreativität ist sicher eine der Grundlagen für diesen Job. Es schadet also nicht, auch die Bewerbung kreativ zu gestalten und nicht nur ein Dokument mit ein paar Zeilen Text abzuschicken. Zum einen hebt man sich durch die Kreativität von der Masse ab, zum anderen sind das Dinge, die man im Praktikum später machen muss. Eine originelle Bewerbung muss auch nicht teuer sein – kein Bewerber muss eine Maskenbildnerin engagieren, um sich als Erdkugel anpinseln zu lassen. Wichtig ist, kreativ zu zeigen, wer man selbst ist, welche Persönlichkeit einen auszeichnet und was einem von anderen Teilnehmern unterscheidet.

Es klingt klischeehaft aber ich rate allen Bewerbern dazu, hundertprozentig sie selbst zu sein und sich als Gesamtpaket zu präsentieren. Es macht auch nichts, wenn man in manchen Bereichen, z.B. beim Fotografieren, noch nicht perfekt unterwegs ist und Schwächen hat. Wichtig ist: Charakter zeigen, Spontaneität mitbringen und offen und ehrlich an die Sache herangehen!

Du hast das Zeug zum nächsten Praktikanten?

Die Ausschreibung für das Praktikum deines Lebens und alle Infos rund um den Job findest du hier im Inserat und an dieser Stelle.

Bildnachweis: Urlaubsguru.at

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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