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Krankenstand

Krankenstand oder Arbeit - so gehts richtig!

Arbeitsrecht Erstellt am: 09. November 2014 2 Min.

Hatschi! War das etwa gerade der Kollege, der da seiner Umwelt lautstark mitgeteilt hat, dass ihm ein ‚Gesundheit’ jetzt auch nicht mehr weiterhilft? Zwei Drittel der Arbeitnehmer gehen auch krank zur Arbeit, obwohl sie eigentlich daheim im Bett bleiben sollten. Und wenn die eigene Fieberkurve ansteigt? Geht man dann in die Arbeit, oder soll man sich ausruhen? Und wie geht man nochmal mit dem Thema Krankenstand um?

Jedes Jahr, wenns draußen kalt und finster wird, räumen fiese Erkältungs- und Grippewellen die Büros reihenweise leer. Falsch. Erkältet - ja. Grippe - ja. Leere Büros – nein. Laut AOK Fehlzeiten-Report, sitzen in Deutschland 71% der Arbeitnehmer während des Jahres mindestens einmal krank in der Arbeit. Die (gefühlte) Unsicherheit des eigenen Arbeitsplatzes und die Angst, dass zu viel Arbeit liegen bleibt, sind Gründe für diese Entwicklung. Dabei sind die kranken Arbeitstiere gar nicht so produktiv, stecken die Kollegen an und riskieren Folgeerkrankungen.

Kollegen anstecken verboten

Klar sind Husten, Schnupfen oder Halsweh nicht sofort ein Grund, die Füße hoch zu legen. Rücksicht auf die anderen Mitarbeiter ist aber angebracht. Wer erkältet ist, sollte seinen Kollegen nicht die Hand geben, genügend Abstand halten und keine Stofftaschentücher (die sind sowieso eklig) verwenden. Ganz anders sieht es mit Grippe, Angina und anderen ansteckenden Krankheiten aus. Sind ansteckende Keime im Spiel, sollte man sich unverzüglich krank schreiben lassen.

Krankenstand – aber richtig

Wer am Morgen merkt, dass der Körper streikt, sollte unverzüglich seinen Vorgesetzten kontaktieren und sich dort krank melden. Danach geht’s zum Arzt, der eine Diagnose stellt und die Unpässlichkeit offiziell bestätigt. Der Arbeitgeber hat das Recht, eine Bestätigung des Krankenstands zu fordern und das laut Gesetz schon ab dem ersten Tag des Nichterscheinens am Arbeitsplatz. Wird diese Bestätigung nicht erbracht, erlischt der Anspruch auf Entgeltfortzahlung – der Arbeitgeber muss das Gehalt nicht mehr zahlen.

Im Krankenstand, darf man sich – mit Ausnahme von Arzt- und Apothekenbesuchen – normalerweise nicht im Freien aufhalten. Ob Spaziergänge erlaubt oder sogar Teil der Therapie sind, ist im konkreten Fall mit dem Arzt abzuklären.

Wer im Urlaub krank wird, hat nicht automatisch Pech gehabt. Wenn der Krankenstand länger als drei Tage dauert, ist das kein Urlaub mehr – auch in diesem Fall ist unbedingt eine ärztliche Bestätigung erforderlich.

Kündigung im Krankenstand

Entgegen dem weit verbreiten Volksglauben, kann man im Krankenstand gekündigt werden. Fristlose Entlassungen sind nicht erlaubt, aber die Auflösung des Dienstverhältnisses in Form einer ordentlichen Kündigung ist unter Einhaltung der Fristen möglich. Auch bei Kündigung im Krankenstand hat man aber das Recht auf eine Entgeltfortzahlung bis zum Ende des Vertrages.

Foto: ergonoMEDIA / Quelle PHOTOCASE


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