Arbeitsleben
ArbeitslebenErstellt am:
27. September 2022202209273 Min.3 Min.
Christian Strobl leitet das Österreich-Geschäft bei N26 und verrät im Interview, wie er bereits im Studium den Grundstein für seine spätere Karriere legte. Zusätzlich gibt er Tipps, wie Studierende sich früh ein Netzwerk aufbauen und dadurch herausfinden können, was sie beruflich machen möchten.
Wie können junge Menschen bereits im Studium den Grundstein für ihr späteres Berufsleben legen? Wie war das zum Beispiel bei dir?
Christian Strobl: Man hat wahrscheinlich nie wieder so viel Zeit - oder sagen wir Flexibilität - wie während des Studiums, um Dinge auszuprobieren. Rückblickend würde ich auf jeden Fall sagen, dass für meine bisherige Karriere Praktika, Studentenjobs, Auslandserfahrung und vor allem auch Engagement und Projekte abseits des Studiums mindestens genauso wichtig wie das Studium selbst waren. Oft fragen mich Studierende, ob sie ein Auslandssemester machen bzw. eine Startup-Idee ausprobieren oder doch lieber in Mindestzeit studieren sollen - hier würde ich immer zu den Erfahrungen raten.
Kontakte in der Wunschbranche können für die eigene Karriere echte Türöffner sein. Auf welchen Wegen können Studierende während des Studiums erste Kontakte knüpfen und ein Netzwerk aufbauen?
Christian Strobl: Einerseits natürlich durch die schon erwähnten Studentenjobs und Praktika. Mir persönlich hat es auch sehr geholfen, ein Gap Year zwischen Bachelor und Master einzulegen und so auch die Möglichkeit zu haben, längere Praktika als die klassischen Sommerpraktika zu machen.
Andererseits gibt es aber auch viele Studierendenorganisationen, die versuchen, Studierende und Firmen durch Konferenzen oder Workshops zusammenzubringen. Das größte Netzwerk baut man sich natürlich auf, wenn man sich in so einer Studierendenorganisation engagiert. Aber selbst, wenn man nur an den Events teilnimmt, kann man Kontakte knüpfen und vor allem auch ein besseres Gespür dafür bekommen, welche Bereiche oder Industrien einen wirklich interessieren.
„Das größte Netzwerk baut man auf, wenn man sich einer Studierendenorganisation engagiert.“
Erfahrungen aus dem Privatleben und Studium sind relevant #
Berufseinsteiger*innen können oft mit wenig bis gar keiner
Berufserfahrung aufwarten. Wie können sie bei der Bewerbung und im
Bewerbungsgespräch trotzdem überzeugen?
Christian Strobl: Indem man ehrliches Interesse für die
Stelle mitbringt und zeigt, dass man motiviert und lernbereit ist.
Außerdem zählt gerade beim Berufseinstieg jede relevante Erfahrung, auch
wenn es sich nicht um klassische Berufserfahrung handelt. Wenn eine
Person zum Beispiel noch nicht formell im Marketing gearbeitet hat,
dafür aber dafür beispielsweise bei einer kleinen
Studierendenorganisation verantwortlich war oder nebenbei einen kleinen
Webshop aufgezogen und sich dafür mit Marketing beschäftigt hat, dann
ist das auch relevante Vorerfahrung.
Beruflicher Erfolg hat auch viel mit Selbstbewusstsein zu
tun. Welche Tipps hast du für Berufseinsteiger*innen und Student*innen,
um sich ihrer Fähigkeiten und ihres Werts bewusst zu werden?
Christian Strobl: Man sollte unterschiedliche Dinge
ausprobieren – dann kristallisiert sich oft heraus, was einem Spaß macht
und worin man auch gut ist. Und es ist dezidiert okay, wenn es nicht
immer mit dem Traumpraktikum oder dem Wunsch-Berufseinstieg klappt. Es
kann trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung sein – Karrierewege
sind heutzutage nicht mehr immer so linear, wie das vielleicht einmal
der Fall war.
Was für Fähigkeiten sollte man sich im Studium unbedingt aneignen – neben den Studieninhalten, versteht sich.
Christian Strobl: Teamfähigkeit durch Gruppenarbeiten
oder Studierendenorganisationen ist extrem wichtig. Und wenn man die
Möglichkeit hat, auch interkulturelle Kompetenz durch
Auslandsaufenthalte, um zu verstehen, dass die eigene Herangehensweise
und Sichtweise nicht immer die einzig richtige ist.
Welche Fähigkeiten, die du dir im Studium angeeignet hast, machen sich auch heute noch in deinem Berufsleben bezahlt?
Christian Strobl: Neben den zwei schon erwähnten
Fähigkeiten und den Studieninhalten sind es bei mir wahrscheinlich vor
allem Soft Skills wie Teamführung oder auch Organisation und
Zeitmanagement. Durch meine Arbeit in Studierendenorganisationen und
bei der Organisation von diversen Events.
Christian Strobl leitet das Österreich-Geschäft bei N26
und ist zugleich auch Geschäftsführer des globalen Technologiezentrums
in Wien. Zusätzlich verantwortet er das Business Development in der
DACH-Region und leitete zuvor das globale Partnerships-Team von N26. Vor
seiner Zeit bei N26 gründete er ein Tech-Startup im Gastronomie-Bereich
und war als Unternehmensberater in einer internationalen
Strategieberatung tätig. Er hat einen Master in Strategy &
Innovation der WU Wien mit Auslandsaufenthalten in Vancouver, Peking und
Kopenhagen.
Eine Berufseinsteiger*in kann eine Person sein, die entweder vor kurzem eine Ausbildung, Weiterbildung, Umschulung und ähnliches absolviert hat oder sich bereits im Onboarding des ersten Jobs befindet. Dazwischen liegt ein Spektrum unterschiedlicher Herausforderungen. Im Rahmen dieses Artikels beschreiben wir diese einzelnen Herausforderungen und geben Tipps, wie du als Berufseinsteiger*in jedes einzelne Hindernis überwinden kannst.
Wer viel im Homeoffice arbeitet und manche Kolleg*innen nur remote zu Gesicht bekommt, kennt die Situation vielleicht: Befindet sich das Gegenüber in einer schwierigen Situation – etwa durch einen Krankheits- oder Todesfall in der Familie, eine Trennung oder ähnliches – möchte man helfen und Trost spenden. Doch funktioniert das virtuell? Wie man Kolleg*innen bei der Krisenbewältigung im Homeoffice unterstützen kann, haben wir den Experten für Notfall- und Krisenmanagement Klemens Fraunbaum gefragt.
Professionalität wird oftmals mit Distanz, Objektivität und Seriosität verbunden. Inwiefern haben dann Gefühle Platz in einer professionalen Umgebung? Wirken Menschen, die ihre Emotionen zeigen, unprofessionell?
Dieser Frage gehen Georg Konjovic gemeinsam mit Rita Isiba, Geschäftsführerin von ZARA - Zivilcourage & Anti-Rassismus-Arbeit, nach. Sie diskutieren über die verschiedenen Formen und Folgen von Rassismus, die Rolle von Diversität und Antirassismus in Unternehmen und die Möglichkeiten, die Arbeitswelt inklusiver und diskriminierungsfreier zu gestalten.