Erstellt am 17. April 2019 · Arbeitsleben, Arbeitsrecht · von

Persönlicher Feiertag: 5 Fragen zur neuen Regelung

Lesezeit: 2 Minuten

Der „persönliche Feiertag“ ersetzt ab heuer den Karfreitag. Das spaltet nicht nur die Gemüter, sondern sorgt auch für große Verwirrung. Denn was soll ein „persönlicher Feiertag“ überhaupt sein? Hier findet ihr Antworten auf die häufigsten Fragen:

Des einen Freud, des anderen Leid, könnte man sagen: Während die einen dem freien Karfreitag nachtrauern, freuen sich andere über den neu eingeführten „persönlichen Feiertag“. Was daran neu ist und worin er sich von normalen Urlaubstagen unterscheidet, haben wir für euch zusammengefasst.

Was ist ein persönlicher Feiertag?

Der persönliche Feiertag ist ein Urlaubstag, den jeder Arbeitnehmer einmal im Jahr für sich selbst als arbeitsfrei festlegen darf, ohne die Zustimmung des Arbeitgebers einholen zu müssen. Im Gegensatz zu den gesetzlichen Feiertagen wie Neujahr (1. Jänner), Ostermontag, Staatsfeiertag (1. Mai) oder Weihnachten (25. Dezember), die in ganz Österreich gelten, hat am persönlichen Feiertag nur die Person frei, die ihn bestimmt. Das Datum kann dabei jedes Jahr neu festgelegt werden.

Ist der persönliche Feiertag ein normaler Urlaubstag?

Nein. Ein normaler Urlaubstag muss vom Arbeitgeber genehmigt werden, der persönliche Feiertag nicht. Er zählt aber zu deinem normalen Urlaubstagskontingent. Bei einem Urlaubsanspruch von 5 Wochen und einer 5-Tage-Arbeitswoche sind das 25 Tage. 24 davon muss der Chef genehmigen, bei einem hat er kein Mitspracherecht.

Wie nehme ich mir einen persönlichen Feiertag?

Du musst um einen persönlichen Feiertag zwar nicht ansuchen, aber du musst ihn spätestens drei Monate vorher schriftlich ankündigen. Ob es dafür ein eigenes Formular gibt oder ein E-Mail reicht, ist von Firma zu Firma unterschiedlich. Am besten fragst du dazu deinen Vorgesetzten oder Personalverantwortlichen.

Kann mein Arbeitgeber mein Ansuchen ablehnen?

Nein. Wie gesagt, hat der Arbeitgeber beim persönlichen Feiertag kein Mitspracherecht. Er kann dir nicht verbieten, diesen Tag freizunehmen – übrigens auch nicht, wenn beispielsweise alle Mitarbeiter an diesem Tag ihren persönlichen Feiertag nehmen wollen. Sobald du deinem Arbeitgeber deinen Tag fristgerecht mitgeteilt hast, gilt er. Wenn du an diesem Tag doch arbeitest, weil dein Chef dich darum gebeten hat, oder aus einem anderen Grund, gilt der übliche Feiertagszuschlag von 100 Prozent deines Gehalts. Das bedeutet, dass du für diesen Tag den doppelten Lohn bekommst. Du kannst danach zwar keinen weiteren persönlichen Feiertag für dieses Jahr bestimmen, dafür wird der Tag nicht vom Urlaubskontingent abgezogen, da du ihn ja nicht konsumieren konntest.

Warum wurde das überhaupt eingeführt?

Im Jänner 2019 urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH) auf eine Beschwerde hin, dass der Karfreitag, der für Evangelische und Altkatholiken ein Feiertag war, in Österreich diskriminierend ist. Der österreichische Gesetzgeber musste sich eine Alternative einfallen lassen, die niemanden bevorzugt, und führte den „persönlichen Feiertag“ ein. Der Karfreitag fällt somit als konfessionsgebundener Feiertag weg.

Bildnachweis: shutterstock/Pra Chid

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.

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