Erstellt am 29. Oktober 2019 · Bewerbung · von

Handgeschriebener Lebenslauf: Handschrift is not dead!

Lesezeit: 3 Minuten

Selten, aber doch: Obwohl heute so gut wie alles digital abgehandelt wird, wollen einige Unternehmen den Lebenslauf handschriftlich abgefasst zugesendet bekommen. Warum manche Arbeitgeber immer noch auf die altmodische Variante setzen und welche Ansprüche an einen handgeschriebenen Lebenslauf gestellt werden, erklären wir dir heute.

Wozu bitte handgeschrieben?

Fast jeder Arbeitgeber verlangt bei der Bewerbung den tabellarischen Lebenslauf. Es kommt jedoch vor allem bei kleineren mittelständischen Unternehmen, die eher konservativ eingestellt und alteingesessen sind, ab und zu vor,  dass ein handschriftlicher Lebenslauf verlangt wird. Viele Bewerber können das gar nicht fassen – immerhin bedeutet es einen wesentlichen Mehraufwand für sie, ihren Lebenslauf noch einmal mit der Hand auszuführen. Zulässig ist diese Forderung von Seiten eines Arbeitgebers dennoch.

Aber was hat der eigentlich davon? Nun, zum einen kann er sich so sicher sein, dass die Bewerbung individuell für ihn und nicht nach dem copy and paste-Prinzip erstellt wurde, wie es mit dem Computer üblich ist. Der Bewerber muss sich automatisch mehr ins Zeug legen und das tut er in der Regel nur dann, wenn ihn die ausgeschriebene Stelle tatsächlich interessiert. Es handelt sich bei dieser Forderung also auch um eine Art Aussiebverfahren, denn so lassen sich die wirklich motivierten Kandidaten leichter erkennen.

Wird ein handgeschriebener Lebenslauf verlangt, kann das aber auch ein Hinweis darauf sein, dass dein potenzieller Arbeitgeber mit einem Grafologen, also einem Schriftexperten, zusammenarbeitet. Der ist darauf spezialisiert, Handschriften zu analysieren und auf deren Basis Rückschlüsse auf die Persönlichkeit eines Bewerbers zu ziehen. Die Schrift eines Menschen ist nämlich so individuell wie ein Fingerabdruck und verrät angeblich einiges über die Psyche. Man muss allerdings anmerken, dass die Schriftanalyse durchaus umstritten ist.

Der Aufbau

Wenn du dazu aufgefordert wirst, deiner Bewerbung einen handgeschriebenen Lebenslauf zuzufügen, bedeutet das nicht, dass du deinen tabellarischen einfach mit der Hand neu verfasst und eins zu eins abschreibst. Der handschriftliche Lebenslauf ist nämlich wesentlich ausführlicher und gibt deine bisherigen Stationen in Form eines Aufsatzes wieder, und das in chronologischer Reihenfolge. Das unterscheidet ihn vom tabellarischen Lebenslauf, der antichronologisch verfasst wird, also mit der aktuellsten Tätigkeit beginnt, und deine beruflichen Erfahrungen eher grob umreißt. Bei beiden Lebenslaufarten solltest du jedenfalls darauf achten, dass sie vollständig sind und du etwaige Lücken gut erklärst.

Einleitung

In der Einleitung fasst du deine persönlichen Daten zusammen, das heißt Name, Geburtsdatum und -ort sowie deine jetzige Adresse und deine Kontaktdaten.

Hauptteil

Darauf folgt eine schlüssige Beschreibung deines bisherigen Lebens. Die wesentlichen thematischen Abschnitte Schule, Ausbildung, Studium, Praktika, Berufserfahrung, Hobbys, Stärken und Schwächen, Erfolge, Auslandserfahrung und soziales Engagement sollten mittels Absätzen zugunsten der Übersichtlichkeit getrennt voneinander behandelt werden. Damit erleichterst du auch die Arbeit des Recruiters, der dadurch die wichtigsten Informationen schneller herausfiltern kann.

Schluss

Abschließend erklärst du die Beweggründe für deine Bewerbung und versiehst den Lebenslauf mit einer Ortsangabe, dem aktuellen Datum und deiner Unterschrift.

7 Tipps für den perfekten handschriftlichen Lebenslauf

Da du jetzt weißt, wie ein handgeschriebener Lebenslauf aussehen soll, kannst du eigentlich gleich loslegen. Zum Abschluss haben wir noch 7 wertvolle Tipps für dich, damit auch wirklich alles gut geht:

  • Verwende hochwertiges, unliniertes Papier
  • Lege ein stark liniertes Papier unter, um trotzdem gerade zu schreiben
  • Schreibe mit Füller, nicht mit Kugelschreiber oder Filzstift
  • Formuliere den Lebenslauf am Computer, bis du zufrieden bist, ehe du ihn verschriftlichst
  • Solltest du dich verschreiben, fang nochmal von vorne an, statt einen Tipp-Ex zu verwenden
  • Lass dir Zeit und schreibe langsam und gleichmäßig
  • Um Handabdrücke und Flecken zu vermeiden, kannst du eine Unterlage und Löschpapier benutzen

Wie Handgeschriebenes dein Leben positiv beeinflussen kann

Auch wenn ein handschriftlicher Lebenslauf heutzutage eine Seltenheit ist, die Handschrift selbst wird (hoffentlich) nicht so bald aussterben. Denn die hat allerlei positive Auswirkungen auf unsere Psyche und Gesundheit:

 

Bianca Schedlberger

Biancas Traumjob seit Kindertagen? Schriftstellerin, irgendwann. Bis dahin wird für karriere.at fleißig getextet, unter anderem auch Blogposts.

karriere.at verwendet Cookies, um dein Benutzererlebnis zu verbessern und personalisierte Werbung anbieten zu können. Weitere Informationen und deine Opt-Out Möglichkeit findest du auf unserer Datenschutzseite.