Erstellt am 19. Mai 2020 · Arbeitsleben · von

Alles anders! Berufliche Veränderung während und nach Corona

Lesezeit: 5 Minuten

Alltag, Beziehungen und auch vor unserer Arbeit macht sie nicht Halt … die momentane Situation verändert so einiges in unserem Leben. Vielleicht hast du in der Corona-Krise sogar deinen Job verloren oder befindest dich in Kurzarbeit. Es ist an der Zeit sich zu fragen: „Soll auch ich mich verändern?“ Und wie kann es weitergehen nach einer so einschneidenden Zeit, die mal schnell alles auf den Kopf gestellt hat?

Die Zeiten sind gerade nicht leicht, der Arbeitsmarkt eine Herausforderung. Eines aber ist sicher: Es gibt eine Zeit nach Corona. Bloß kann die mitunter anders aussehen, als wir alle uns das vorgestellt haben.

Alles ist anders – soll auch ich mich verändern?

Für eines mag diese Situation dennoch gut gewesen sein: Viele von uns hatten so viel Zeit wie lange nicht mehr, um sich darüber klar zu werden, was sie wirklich wollen, was wirklich zählt.

Liebst du deinen Job?

Was willst du wirklich und was brauchst du, um zufriedener zu sein – mit deinem Job und somit auch mit deinem Leben?

Negatives kann man nutzen, um Positives daraus zu ziehen: Einen Job zu verlieren ist zweifelsohne nicht schön. Aber es birgt auch die Chance, sich ehrlich zu fragen: Wo will ich eigentlich hin? Was hab ich mich bisher vielleicht nicht getraut? Schwierige Phasen in unserem Leben haben die Macht, uns zu mehr Mut zu verhelfen – ganz nach dem Motto: Wann, wenn nicht jetzt?! Oder wie wir bei karriere.at gerne sagen: Willst du, kannst du!

Denn irgendwann wird diese Krise vorbei sein. Und wenn du jetzt schon daran arbeitest, später das tun zu können, was für dich Sinn stiftet, dann arbeitest du bereits für dich und zugunsten deiner Zukunft. Nutz diese Zeit für dich also sinnvoll – wie du das psychologisch gut schaffst, erklärt Arbeitspsychologin Christa Schirl in diesem Video.

Warum Veränderung anstrengend ist

If you change nothing, nothing will change!

 So einfach sich das anhört, so schmerzhaft kann es sein. Wer in einem Job feststeckt, den er als Last erachtet, oder momentan gar keinen Job hat, der hat exakt zwei Möglichkeiten:

  1. Alles so zu lassen, wie es ist und zu warten, bis etwas passiert, das dich aus der Situation rausholt
    oder
  2. Deine Komfortzone verlassen und den ersten Schritt Richtung Veränderung gehen.

Beginn mit dem Sinn

Am Anfang steht der Sinn. Das Einfachste ist oft das Schwierigste: Wie findest du heraus, was du wirklich willst, was dein Traumjob ist?

Diese 5 Schritte können dir dabei helfen, den richtigen Weg zum Traumjob einzuschlagen:

Entwickle dich weiter

Neues zu lernen ist wichtig – gerade in dieser schnelllebigen Welt. Wie du weißt, ist die Arbeitswelt von morgen noch wandelbarer, noch flexibler und noch digitaler. Das fordert von jedem von uns Life Long Learning. Am Ball zu bleiben und neue Dinge zu lernen eröffnet nicht nur Jobperspektiven – selbst in schwierigen Arbeitsmarktsituationen wie momentan – sondern auch neue Horizonte. Weiterbildung und Wissensdurst wird auch von Arbeitgebern gerne gesehen.

Dein Weg zur idealen Fortbildung:

Regelmäßig etwas für deine Weiterbildung zu tun, hat übrigens einen positiven psychologischen Nebeneffekt: Rituale haben eine große Macht über uns. So sorgen regelmäßige Zeit-Slots für deine Hobbys oder die Weiterbildung etwa dafür, das Gefühl zu haben, dass du Dinge kontrollieren kannst, die man gar nicht kontrollieren kann. Das verleiht deinem Tag Struktur und sorgt für Glücksgefühle, wenn du etwas für dich Sinnvolles tust.

Legst du dir also einen kleinen Weiterbildungsplan zurecht – zum Beispiel Dienstag und Donnerstag abends immer eine Stunde online-Kurs zur Weiterbildung – investierst du damit nicht nur in deine Karriere, sondern auch in deine allgemeine Zufriedenheit.

Unsere Weiterbildungs-Empfehlungen für zuhause

Der größte Segen während der Selbstisolation war wohl das Internet: Egal ob Netflix, Online-Fitnessprogramm oder Videocalls mit Freunden und Familie … auch in puncto Weiterbildung hilft uns das World Wide Web aus. Mit diesen Tipps & Tools kannst du dich jederzeit (von zuhause aus) weiterentwickeln:

Weiterbildung Corona

1. MOOCs & Online-Vorlesungen

MOOCs (Massive Open Online Courses) und Online-Vorlesungen machen es möglich, von zuhause aus und jederzeit Neues zu lernen – und vieles davon völlig kostenlos. Von der kurzen Kurseinheit bis zum Online-MBA ist alles möglich, je nachdem, wie groß deine Motivation ist.

Unsere MOOC-Empfehlungen:

  • Österreichische MOOCs-Plattform: iMooX
    Diese Plattform ist kostenlos zugänglich, zudem frei weiter- und wiederverwendbar (Creative-Commons-Lizenzen). Ihr Ziel: universitäre und allgemeine Inhalte einer breiten Bevölkerungsschicht zugänglich machen und möglichst vielen die Möglichkeit geben, sich weiterzubilden. Jedes Semester wird das Angebot der Plattform um weitere spannende Kurse ergänzt.
  • Internationale MOOCs: MOOCs-Suche
    Bietet eine internationale Suche, um verschiedenste MOOCs und kostenlose Onlinekurse z. B. der Anbieter Coursera, edX, FutureLearn und von Universitäten zu suchen und nach Kriterien zu filtern.
  • Skillshare: v.a. für kreative Berufe
    Wie produziert man ein Video selbst? Wie macht man aus seinem Hobby ein Business und verdient damit Geld  damit? Oder wie braut man das perfekte Bier? Die Lehrer sind immer Experten aus ihrem Gebiet. Es gibt dort einige kostenlose Kurse, momentan bietet Skillshare im Rahmen der Coronakrise auch verlängerte kostenlose Probeabos an, danach kostet ein Jahresabo circa. € 100.
  • Codecadamy lehrt Programmiersprachen
    Wer schon immer mal Programmieren lernen wollte, sollte bei Codecademy vorbeischauen. Die Basisversion mit interaktiven Lerninhalten ist kostenlos.
  • Für berufliche Skills: Haufe-Akademie
    Egal ob Konfliktmanagement, Leadership oder Stressbewältigung – die Haufe-Akademie bietet viele online Weiterbildungen zu sozialen und beruflichen Themen und das völlig kostenlos.

2. Podcasts & Tutorials

Der neueste Trend, der gar nicht so neu ist, heißt „Podcast“. Audio-Podcasts eignen sich wunderbar, um die Zeit beim Putzen, Ausmisten oder faul auf der Couch für die persönliche Weiterbildung zu nutzen. Ein Tipp: In unserem karriere.at Podcast „Wie du willst“ rund um Karriere und Arbeitsleben haben wir kürzlich mit Arbeitsphilosoph Frank Eilers darüber gesprochen, wie unsere Arbeit nach Corona sein wird.

Wer sich fremdsprachige Formate zu Gemüte führt, poliert zudem gleich seine Sprach-Skills auf und trainiert das Hörverständnis.
Wer lieber Videos schaut, sollte auf Online-Tutorials z. B. auf YouTube setzen:

3 YouTube-Kanäle, die dich klüger machen

Manchmal will man sich gar nicht in eine bestimmte Richtung weiterbilden, sondern nur gewisse Zusammenhänge verstehen oder generell mehr Allgemeinwissen sammeln. Statt immer nur Katzenvideos, Beauty-Tutorials oder Trainingsinput auf YouTube zu schauen, gibts hier eine geballte Menge Wissen – ganz umsonst und jederzeit:

  • Kurzgesagt – In a Nutshell
    Wunderschön gestaltet und vielseitig: Egal ob Coronavirus, Physik oder Politik: In monatlichen Videos werden die unterschiedlichsten Themen aufgegriffen und mit liebevoll gestalteten Animationen erklärt.
  • Quarks
    Wie sinnvoll sind Schulnoten, schützen Mund-Nasen-Masken wirklich oder die Geschichte von Cannabis – das Format des Westdeutschen Rundfunks vermittelt Wissen aus allen möglichen wissenschaftlichen Feldern. Fünf bis 45 Minuten lange, sehr hochwertig produzierte Videos.
  • TED-Ed
    Kein Best-of Weiterbildung ohne TED-Talks! Weil wir selbst große Fans der Reihe sind und bisher auch jedes Jahr bei der TEDxVienna live vor Ort waren, können wir euch diesen Channel natürlich nicht vorenthalten. Wissenschaftler und spannende Persönlichkeiten aus der ganzen Welt erklären alles, was du immer wissen wolltest: z. B. wie unser Immunsystem funktioniert oder ob Zeit überhaupt existiert.

3. Apps

Sprachen lernen leicht gemacht oder Sachliteratur für Lesefaule: Die Inhalte solcher Apps ersetzen zwar nicht unbedingt einen umfangreichen Sprachkurs oder die Lektüre eines Buches, eignen sich aber wunderbar, um Vokabeln zu lernen, das Hörverständnis zu trainieren oder einen schnellen Einblick in spezifische Themen zu bekommen:

  • Duolingo
    Englisch, Spanisch, Französisch: Vokabeln lernen in deinem Tempo und deine Ziele selbst bestimmen. Die Basisversion ist kostenlos.
  • Babbel
    Die Sprachlern-Plattform Babbel bietet 14 verschiedenen Fremdsprachen und sogar Spracherkennung zum Trainieren der Aussprache an und kostet momentan rund € 6 monatlich bei einem Jahresabo.
  • Mr Duncan
    Wer „Frontalunterricht“ mit einer echten Person schätzt, dem sei „Speak English with Mister Duncan“ auf YouTube empfohlen.
  • Blinkist
    Für Leute, die gerne vorgelesen bekommen und in Windeseile über konkrete Sachthemen Bescheid wissen wollen. Blinkist fasst Sachbücher auf ihre Kernaussagen zusammen und überlässt es dir, ob du lieber lesen oder hören möchtest. Das Testabo ist kostenlos, das Jahresabo kostet rund € 7 monatlich.

Bildnachweis: Linus Nylund; Nick Morrison / Unsplash

Tanja Karlsböck

Tanja macht Instagram, YouTube & Co. für karriere.at und als Abwechslung Blogposts, denn Schreiben ist ihre liebste Kulturtechnik.