27. August 2018 · Arbeitsleben · von

Ablenkung im Office – Wenn Konzentration unmöglich scheint

Die Aufmerksamkeit, die ist ein Hund. Kaum ist sie da, rutscht sie einem auch schon wieder zwischen den Fingern hindurch – auf Nimmerwiedersehen! Das Zeitalter des Internets und die neue, beschleunigte Art der Kommunikation haben unsere Fähigkeit zur Konzentration erheblich durcheinander gebracht. Statt dich zu fokussieren, kämpfst du mit unkalkulierbaren Gedankensprüngen. Doch glücklicherweise ist die Situation nicht aussichtslos! Mit folgenden Tipps erziehst du dein Gehirn dazu, Ablenkung links liegen zu lassen.

Die fünf Hauptgründe für Ablenkung

Ständige Ablenkung im Büro dürfte einigen von uns ein Begriff sein und allzu oft ist unser Handy die primäre Quelle der Zerstreuung. Es benötigt in den meisten Fällen nur einen kurzen Blick aufs Smartphone (eingeleitet von etwas Unschuldigem wie beispielsweise „Wie wird denn das Wetter morgen?“), um in den Sog des Internets gezogen zu werden. Ein bisschen kopfloses Scrollen und Liken auf Instagram, das Checken persönlicher E-Mails und ein Blick auf die neueste Kollektion vom Lieblingslabel – schwuppdiwupp sind auch schon 30 Minuten vergangen, ohne dass man etwas Produktives zustande gebracht hätte.

Auch eine laute, unruhige Arbeitsumgebung funkt bei jeglichem Versuch, sich auf eine Sache zu konzentrieren, dazwischen. Besonders Großraumbüros können für manche Menschen von einer spannenden, barrierefreien Möglichkeit der Arbeitskonstellation zur reinen Nervenprobe werden. Da gibt es einerseits Kollegen, die über deinen Kopf hinweg durchgehend tratschen oder ihre Telefonate in einer unnötig hohen Lautstärke führen müssen. Oder solche, die keine fünf Minuten ruhig auf einem Fleck verbringen können, sondern ständig in Bewegung sind.

Wir konzentrieren uns am liebsten auf das, was uns zerstreut.

Unterbrechungen, die von außen kommen, sind ebenfalls gefährlich und reißen jeden aus dem Flow, der seine Arbeit erledigen möchte. Solche Zerstreuungen können Kollegen sein, die sich unbedingt mit dir über die neueste Netflix-Serie austauschen möchten oder aber auch einfache Push-up-Benachrichtigungen, die Facebook, Twitter und Co. dir zukommen lassen, um dich auf dem Laufenden zu halten.

Der Zustand deines Schreibtisches sagt viel mehr über deine innere Verfassung aus, als du vielleicht denkst. Herrscht auf deinem Arbeitsplatz ein solches Chaos, das nicht einmal mehr die Tischplatte sichtbar ist, wird es in deinem Kopf vermutlich auch nicht sonderlich geordneter zugehen. Ein unaufgeräumter Arbeitsplatz verleitet auch viel eher dazu, die Gedanken wandern oder sich von irgendwelchen Gegenständen ablenken zu lassen.

Zu guter Letzt eine kleine Weisheit: Mit leerem und grummelndem Magen arbeitet es sich besonders schlecht! Wenn du über den gesamten Tag hinweg deine Leistung bringen und so aufmerksam wie möglich deine Aufgaben abarbeiten möchtest, solltest du keinesfalls auf eine Mahlzeit verzichten. Dein Gehirn ist nämlich auf eine konstante Energieversorgung angewiesen, um möglichst effizient zu funktionieren. Schokoriegel oder anderweitige, zuckergeladene Süßigkeiten führen lediglich zu einem abrupten Energieanstieg, der sich aber ebenso schnell wieder verflüchtigt und dein Konzentrationsproblem dadurch noch verschlimmert.

Der Ablenkung den Kampf ansagen

Sind wir einmal abgelenkt, benötigt unser Gehirn ganze 23 Minuten, um sich danach wieder voll und ganz auf einen bestimmten Task konzentrieren zu können. Dadurch lassen wir einiges an wertvoller Arbeitszeit liegen, denn im Schnitt werden wir alle drei Minuten in unserem Tun unterbrochen. Doch keine Sorge: Es existieren allerlei kleine Hacks, um unserem Fokus auf die Sprünge zu helfen und Ablenkungen links liegen zu lassen.

  • Halte dir dein Ziel vor Augen! Warum ist es dir eigentlich so wichtig, deine Konzentration zu wahren? Arbeitest du auf eine Beförderung hin und möchtest gelungene Projekte vorweisen können? Möchtest du endlich das Buch schreiben, von dem du so lange fantasiert hast? Dann kremple die Ärmel hoch und los gehts! Haben wir erst einmal ein konkretes Ziel formuliert, fällt es uns viel leichter, gezielt darauf hinzuarbeiten.
  • Fertige eine realistische To-do-Liste an! Der Tag besteht aus 24 Stunden und auch deine Ressourcen sind begrenzt. Reduziere deine Aufgabenliste daher auf das Nötigste bzw. Wichtigste – zwei bis drei Tasks zu erledigen, die dich einen Schritt näher an dein Ziel heran bringen, ist sinnvoller, als zu versuchen, mehrere gleichzeitig zu jonglieren. Bestimme auch konkrete Zeitrahmen, während welcher du die Aufgaben erledigt haben möchtest.
  • Arbeite die To-do-Liste wirklich ab! Es hat keinen Sinn, die wichtigen Aufgaben zu identifizieren und schriftlich festzuhalten, wenn du sie später erst recht wieder vor dir herschiebst. Starte also mit der klaren Intention in den Tag, deine Tasks so schnell wie möglich zu erledigen, um dir Zeit für neue Projekte zu verschaffen.
  • Gewinne die Kontrolle über innere Ablenkung! Deine Gedanken gehen lieber auf Weltreise, anstatt sich auf die anstehenden Aufgaben einzustellen? Das ist ein Problem, dass du nur durch Disziplin in den Griff bekommen kannst. Ein fixer Arbeitsplatz – der rein für konzentriertes Arbeiten gedacht ist – kann dir dabei helfen, dein Gehirn zu überlisten. Pausen werden bewusst an einem anderen Ort eingelegt. Aber auch das Setzen von Deadlines kann einen positiven Effekt auf einen unruhigen Geist haben – so schwebt nämlich immer das Damoklesschwert über deinem Kopf und zwingt dich zur Konzentration!
  • Verabschiede dich von externer Ablenkung! 60 Prozent aller Unterbrechungen werden von E-Mails, sozialen Netzwerken und Smartphones provoziert. Setze daher konkrete Zeiten fest, wann du deine E-Mails checkst und stelle dein Smartphone auf lautlos oder – wenn du dich traust – schalte es aus. Vermeide es auch, zu viel Zeit in sozialen Netzwerken zu verbringen. Das Urlaubsfoto deiner besten Freundin kannst du am Abend immer noch liken. Und noch etwas: Wenn dir das Geplapper deiner Kollegen auf den Zeiger geht, investiere einfach in ein gutes paar Kopfhörer und schotte dich mittels deiner Lieblingsmusik vom Rest des Büros ab.
Bianca Schedlberger

Biancas Traumjob seit Kindertagen? Schriftstellerin, irgendwann. Bis dahin wird für karriere.at fleißig getextet, unter anderem auch Blogposts.

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