Zu oberflächlich, zu austauschbar: Die Kritik der Gen Y am Stelleninserat

von in HR am Montag, 2. Mai 2016 um 10:35

Der Informationsgehalt eines Jobinserates schwankt zwischen sehr informativ und leeren Phrasen ohne wirkliche Aussage. Laut einer Studie bemängeln junge High Potentials Stelleninserate, die über den ausgeschriebenen Job wenig aussagen. Trostpflaster für HR: Die Generation Y verrät im Gegenzug auch, was ein ansprechendes Stelleninserat beinhalten sollte.

Unzufrieden mit Stelleninseraten

Das Jobinserat zählt zu den wichtigsten Berührungspunkten mit einem Bewerber – und bereits hier vergeben Arbeitgeber eine Menge Chancen. Besonders Jobeinsteiger gehen mit Stelleninseraten hart ins Gericht. Zu unpersönlich, oberflächlich, austauschbar? Das kann dazu führen, dass potenzielle Kandidaten das Interesse an einer Bewerbung komplett verlieren. Laut Gen Y-Barometer von Absolventa und der Hochschule Koblenz sind viele Berufseinsteiger mit den vorhandenen Stelleninseraten nicht zufrieden:

  • 89 Prozent meinen, dass Arbeitgeber im Inserat kein authentisches Bild von sich vermitteln.
  • Ganz schön eintönig: Neun von zehn Berufseinsteigern finden die Phrasen in Jobinseraten monoton und austauschbar. Für acht Prozent ist das ein Grund, sich nicht zu bewerben.
  • 83 Prozent der Bewerber verstehen nicht, was im Rahmen der Ausschreibung von ihnen erwartet wird.

Zu hohe Ansprüche an Bewerber

Drei Viertel der befragten Jobeinsteiger finden, dass in Stellenanzeigen zu hohe Ansprüche an Bewerber gestellt werden. Das stört sie deshalb, weil sich Personalabteilungen laut Befragten selbst nicht daran halten: Während HR-Abteilungen hochwertige Bewerbungen voraussetzen, leben sie den gewünschten hohen Standard in ihren Inseraten selbst nicht vor. Christoph Beck von der Hochschule Koblenz meint dazu: „Viele Kandidaten haben offenbar den Eindruck, dass Arbeitgeber nur Stellenanzeigen von der Stange produzieren. Das kann dazu führen, dass sie sich in dem hochemotionalen Job-Umfeld nicht genügend abgeholt fühlen. Arbeitgeber, die hier einen neuen redaktionellen Stil entwickeln, werden zukünftig bessere Chancen haben, die besten Talente für sich zu gewinnen. Da gilt die Faustformel: Maßkonfektionen, passgenau für die jeweilige Zielgruppe, sitzen einfach besser.“

5 Wünsche der Bewerber an das perfekte Inserat

Von einer guten Stellenanzeige erwarten Bewerber vor allem eines: Konkrete Informationen zur ausgeschriebenen Position und die Möglichkeit, schnell weiterführende Infos zu finden.

  1. Einen „Jetzt bewerben“-Button im Stelleninserat wünschen sich 76 Prozent.
  2. Mehr als die Hälfte der Bewerber schätzt die Möglichkeit, Inserate ausdrucken zu können.
  3. Kandidaten möchten zum Bewerbungsablauf bereits im Inserat informiert werden.
  4. Hoch im Kurs: Angaben zum Gehalt und eindeutige, möglichst persönliche Kontaktdaten.
  5. Informationen zur Arbeitgebermarke müssen nicht ins Inserat, allerdings erwarten Bewerber einen Link auf weiterführende Informationen, Videos und die Karrierewebseite.

HR-Abteilungen stellt das vor eine große Herausforderung: In Stellenausschreibungen eine neue Tonalität finden, dabei umfassend über die Position informieren und sich vom Mitbewerb möglichst positiv abheben. Übrigens kommt es nicht so sehr darauf an, unterhaltsam zu sein: Zwei Drittel der Bewerber erwarten keine humorvollen Inserattexte.

 

Bildnachweis: Anton Watman / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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