WTF?! Fluchen im Job hat nicht nur Schattenseiten

von in Arbeitsleben am Montag, 28. November 2016 um 11:20

Die einen sagen, es gehöre sich nicht, die anderen bewältigen stressige Tage hauptsächlich dadurch: die Rede ist vom Fluchen. Kraftausdrücke und Schimpfwörter am Arbeitsplatz – ganz normaler Sprachbestandteil oder im Job völlig fehl am Platz?

Wenn emotional die Wogen hochgehen, dann tun wir es besonders gerne: fluchen und schimpfen. Das Auto und der Arbeitsplatz sind wohl jene Orte, an denen besonders oft geschimpft wird. Was wir aus eigener Erfahrung kennen, untermauert auch eine Studie von Wrike. Untersucht wurde, wie die informelle Kommunikation am Arbeitsplatz abläuft und bei wem Schimpftiraden an der Tagesordnung stehen. Befragt wurden dafür mehr als 1.500 Angestellte in den USA. Das Ergebnis: Die Fluchenden sind mit 57 Prozent in der Mehrheit. 41 Prozent finden dagegen, dass Schimpfereien im Job zu unprofessionell sind.

Wer flucht wo am liebsten?

Schimpfen ist menschlich und Kraftausdrücke helfen uns dabei, aufgestaute Emotionen zu artikulieren und loszuwerden. Hat das Dampfablassen auch am Arbeitsplatz seine Berechtigung, wer flucht am häufigsten und wo wird am meisten geschimpft? Einige Ergebnisse aus der Wrike-Studie:

  • Fluchen ist analog: Wer Schimpfwörter sprechen lässt, tut das am liebsten unter Seinesgleichen. 94 Prozent fluchen bei zwischenmenschlichen Gesprächen, 36 Prozent am Telefon. Wird schriftlich kommuniziert, z.B. per E-Mail oder Messenger, wird weniger häufig geflucht.
  • An diesen Plätzen wird der rauhe Ton bevorzugt: Am Schreibtisch und in privaten Meetings.
  • Fluchen – und das vor Kunden oder Klienten? Geht gar nicht, meinen 62 Prozent und tun das niemals. Zwei Prozent schimpfen aber auch in Gegenwart von Kundschaft regelmäßig.
  • Auch wenn am Arbeitsplatz Schimpfwörter an der Tagesordnung stehen und man selbst nicht mitflucht: Laut Wrike-Studie fühlen sich nur 0,6 Prozent der Befragten durch den Sprachgebrauch im Job gestört.

Fluchen: Nicht immer gut, nicht immer schlecht

Geflucht wird also fast überall – und das ist nicht immer schlecht. Im Rahmen eines starken Teamgefüges kann gemeinsames Schimpfen oder das Verwenden von Kraftausdrücken den Zusammenhalt stärken, es einfacher machen, ehrlicher zu kommunizieren und Gefluche lindert sogar Schmerzen. Hapert es jedoch an der Arbeitskultur generell, dann hat Fluchen im Job auch Schattenseiten: Unreflektiertes Verwenden von Kraftausdrücken kann die Gefühle anderer verletzen oder zu einer negativen Unternehmenskultur beitragen.

Was sagst du zu Kraftausdrücken am Arbeitsplatz: Fluchen – ja oder nein?

Bildnachweis: Peshkova/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren