17.15 Uhr. Ein langer, harter Arbeitstag liegt hinter Ihnen. Sie sind genervt, haben die Nacht zuvor nur wenig geschlafen. Acht Stunden lang ertrugen Sie die Scherze ihrer Bürokollegen, acht Stunden lang sagten Sie regelmäßig „Wird gemacht, Chef!“. Acht Stunden lang schluckten Sie den Frust über ihren unfähigen Teamkollegen einfach runter, der in dieser Zeit eigentlich nichts tat, außer Witze reißen und „Farmville“ spielen. Und jetzt, nach acht Stunden, brüstet sich dieser Typ mit den Ergebnissen Ihrer Arbeit vor dem Boss … Explosionsgefahr.
Welche Rolle spielen Facebook, Xing, Twitter & Co. beim Anwerben von Personal wirklich? Warum haben viele Unternehmen noch immer Probleme damit, Recruiting via Social Media zu betreiben? Und: Werden es sich Zeitungen trotz der großen Konkurrenz im Web künftig noch leisten, Karriereteile auf Papier zu produzieren? Das Social Web ist für viele Unternehmen der große Unsicherheitsfaktor, wenn es um Personalfragen geht. Für uns bedeutet das: Zeit für ein weiteres Experteninterview. karriere.at befragte dazu Jan Kirchner, seines Zeichens Geschäftsführer der atenta-Personalberatung, die sich auch mit web-basierten Recruiting-Modellen beschäftigt. Kirchner ist außerdem einer der meistgelesenen Blogger in Recruiting-Fragen im deutschsprachigen Raum.
„Chef – ich will mehr Geld!“ Die Grundaussage jeder Gehaltsverhandlung ist ja eigentlich immer die gleiche. Traumgehälter wird man damit aber wahrscheinlich nicht aushandeln. Es sei denn, Ihr Boss hält Ihre Aufforderung für eine kreative Form der „Guerilla“-Verhandlung. Denn jeder weiß: Kein Chef der Welt zahlt freiwillig mehr, als er muss. Und: Chefs sind in der Regel extrem geschickt, wenn es um Verhandlungen geht – ist ja immerhin ihr daily business. Wer also gut gewappnet in Gehaltsverhandlungen gehen will, sollte das nicht ohne klar definiertem Ziel, ausgefeilter Taktik und einer entsprechenden Exit-Strategie tun.
Diskriminierung auf österreichisch: Ein befreundeter Diplomingenieur österreichischer Staatsbürgerschaft bewarb sich um eine Eigentumswohnung. „Keine Ausländer“, bekam er am Telefon zu hören, gleich nachdem er sich vorgestellt hatte. Grund: Sein Familienname endet auf „-ic“. Zwei Minuten später wählte seine Lebensgefährtin – mit klassisch österreichischem Namen – dieselbe Nummer. Sie hätte die Wohnung bekommen, wollte sie aber nicht mehr. Diskriminierung wegen des Namens – auch wenn es um Bewerbungen geht – ein heißes Thema. Um dem entgegenzuwirken testen deutsche Großkonzerne nun anonyme Bewerbungen. Was sind aber die Pros und Contras?
Täglich nackt arbeiten, dazu noch im Fernsehen – das etwas andere Teambuilding – haben wir vor genau einer Woche an dieser Stelle thematisiert. Wegen des großen Interesses der geschätzten Leserschaft an diesem Thema haben wir uns weiter nach ungewöhnlichen Teambuilding-Aktivitäten umgesehen. Und sind fündig geworden! Die Strabag, ein Österreichischer Bau-Riese, setzt nämlich auf Amors Pfeile, um seine Mitarbeiter einander näher kommen zu lassen: Auf Speed-Dating unter Kollegen!
Neuer Schreibtisch, neue Kollegen, neue Vorgesetzte, neue Aufgaben – ein neuer Job bringt nicht nur jede Menge spannende Aufgaben mit sich, sondern auch jede Menge Möglichkeiten, in Fettnäpfchen zu treten. Umschifft man diese nicht schon großräumig, wird aus dem lange gesuchten Traumjob schnell ein Horror-Trip mit kurzer Halbwertszeit. Spätestens wenn die zu Beginn netten Kollegen andeuten, dass Sie Ihre Bewerbung besser an andere Firmen hätten schicken sollen, ist es an der Zeit, über Karriere-Stolpersteine im neuen Job nachzudenken.
Irgendwie war es absehbar. Gestern wurde bekannt, dass die deutsche Regierung die Verwendung von versteckten Kameras per neuem Datenschutzgesetz verbieten will. Und schon heute regt sich massiver Widerstand – nicht der Mitarbeiter, sondern der Arbeitgeber – logisch.
Versteckte Überwachungskameras in Büros, Video-Aufzeichnungen sogar in Toiletten, Umkleide- und Waschräumen: Gerade in Deutschland wurden in jüngster Vergangenheit extreme Fälle bekannt, bei denen Unternehmen ihre Mitarbeiter systematisch bespitzelten. Stichwort: Lidl, Deutsche Bahn, Deutsche Telekom. Nun, so berichten Medien, soll bei unseren Nachbarn ein Gesetz nicht nur heimliche Kameras verbieten, sondern auch, dass der Arbeitgeber personenbezogene Daten aus Facebook & Co. ausgräbt. Schön. Mehr Datenschutz ist immer gut. Aber – ist das überhaupt kontrollierbar?