Erstellt am 2. September 2019 · Arbeitsleben, Jobsuche · von

Kein Plan, was du beruflich machen sollst? So findest dus raus!

Lesezeit: 3 Minuten

„Was willst du mit deinem Leben anfangen?“ – Eine Horrorfrage für viele. Möglichkeiten gibts wie Sand am Meer, aber was ist das Richtige? Wie du herausfindest, was du beruflich machen sollst und warum du nicht zu lange grübeln solltest, erfährst du in diesem Artikel.

„Du kannst alles machen, was du möchtest, Hauptsache du bist glücklich!“ – Was als gut gemeinter Ratschlag ausgesprochen wird, ist leider meist gar nicht hilfreich. Schließlich gibt es so viel, was man tun könnte und so viel, was einem gefällt, aber das ändert sich auch immer wieder. Aus Überforderung resigniert man frustriert, hüpft von Job zu Job oder nimmt einfach das Erstbeste. Glücklich wird man damit nicht.

Der richtige Beruf hat die richtigen Werte

Um herauszufinden, was du wirklich willst, musst du dich auf deine Werte und Vorlieben besinnen, erklärt Psychologin Christa Schirl. Dazu gibt es einige „Leitfragen“:

  • Was ist mir in meinem Leben wichtig?
  • Arbeite ich gern in einem Team oder lieber alleine?
  • Brauche ich viel Bewegung oder Abwechslung?
  • Beschäftige ich mich gern mit Zahlen oder drücke ich mich gern mit Worten aus?
  • Mag ich klare Strukturen oder brauche ich viel Freiheit?

Orientiere dich an Kindheitsträumen

Eine wichtige Frage ist zudem: Was wolltest du als Kind werden? Christa Schirl ergänzt: „Die Berufe, die uns als Kind fasziniert haben, geben Aufschluss darüber, was uns wichtig ist. Das heißt nicht, dass ich Feuerwehrmann werden muss, nur weil das als Kind mein großer Traum war. Aber vielleicht sollte es ein Beruf sein, in dem man anderen hilft, andere rettet, eine Uniform trägt. Die entscheidende Frage ist: Was genau hat dir daran so gefallen?“
Anhand der Werte, die damals wichtig waren, kann man erkennen, welcher Beruf dazu passen könnte. Wolltest du gern Schauspielerin werden, musst du dich fragen: Wo kannst du die Schauspielerin heute leben? Wo musst du in verschiedene Rollen schlüpfen und andere von dir begeistern? Im Vertrieb zum Beispiel oder in der Moderation, aber auch in der Psychologie. Christa Schirl ergänzt: „Manche Friseurinnen sind zum Beispiel auch gute Therapeutinnen, weil sie gut zuhören können und sich gern um Menschen kümmern.“

Ja zur Veränderung, Nein zur ewigen Suche

Was genau zu dir passt, kann dir auch eine Potenzialanalyse verraten, wie sie verschiedene Bildungseinrichtungen oder die WKO anbieten. Das Ergebnis sollte man aber nicht als ewig gültig betrachten, denn (berufliche) Veränderung ist ganz normal. Christa Schirl erklärt: „Was in jungen Jahren gepasst hat, muss nicht auf Dauer das Richtige sein. Um das zu erkennen, muss man gut in Kontakt mit sich selbst sein.“

Vorsicht vor Perfektionismus! Es ist nur ein Job!

Unbegrenzte Möglichkeiten und der Trend zu Selbstoptimierung und Perfektion verunsichern viele Menschen und bergen eine große Gefahr, wie Christa Schirl betont: „Wenn man zu viel mit sich in Kontakt ist, zu viel überlegt und grübelt, dann ist man ewig Suchender.“ Nach dem „perfekten Job“ oder dem vielzitierten „Traumjob“ zu suchen, kann also auch schiefgehen. Die Psychologin warnt davor, dem Optimierungswahn zu verfallen: „Fragen Sie sich nicht, welcher Job ist der beste, der einzig wahre? Besser ist, zu überlegen: Was ist okay für mich und stimmt mit meinen Werten überein? Welcher Job ist good enough?“ Denn schließlich gehe es nicht darum, den Partner fürs Leben zu wählen und den Beruf zu heiraten. Zu hohe Erwartungen führen nur zu unnötigem Druck. Denn was man beruflich macht, soll man zwar gern tun, aber letztlich ist und bleibt es nur ein Job.

Bildnachweis: shutterstock/kittirat roekburi

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.

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