Aktualisiert am 19. September 2019 · Arbeitsmarkt, HR · von

Das perfekte Online-Stelleninserat: Sieben Schritte für mehr Aufmerksamkeit

Lesezeit: 4 Minuten

Der primäre Sinn und Zweck eines Stelleninserates ist klar: das Besetzen von freien Stellen. Der Kampf um die besten Bewerber ist ein harter und verspricht auch in Zukunft nicht zum Kinderspiel zu werden. Die Arbeit der Personalisten und HR-Manager wird wichtiger denn je. Der erste Kontakt zu potenziellen Mitarbeitern ist meist das Stelleninserat, welches als Visitenkarte des Unternehmens gilt. Die Anleitung zum perfekten Online-Stelleninserat zeigt, worauf es wirklich ankommt.

Das Stelleninserat ist ausschlaggebend für den Erfolg der Mitarbeitersuche. Je besser die offene Postion damit beschrieben wird und je mehr Infos es über die Arbeitsumgebung bietet, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass damit ein neuer Kollege gefunden wird, der wirklich zum Unternehmen und zur Stelle passt. Wie man das perfekte Online-Stelleninserat aufbaut und welche Infos wirklich essenziell sind, erfährst du hier:

Online schlägt Print

Zu allererst die Antwort auf die Frage: Warum ist die perfekte Jobanzeige ein Online-Stelleninserat? Wie eine aktuelle Studie von karriere.at zeigt, hat sich die Jobsuche ins Internet verlagert. Zwar nützen 42 Prozent der Arbeitnehmer noch Printmedien zur Jobsuche, aber häufiger wird online gesucht.

Informationskanäle für Jobsuche laut Studie 2019

Quelle: Studie (R)Evolution Arbeit, marketagent.com im Auftrag von karriere.at, 2019

Doch wie kommt man nun zu einem perfekten Stelleninserat und was macht ein solches überhaupt aus? Hier die Anleitung in sieben Schritten:

Schritt 1: Die 5 Ws

Es gibt die berühmten W-Fragen in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Schon als Kind etwa lernt man, dass man der Rettung sagen muss, wo, was passiert ist und wie viele Verletzte es gibt. Die W-Fragen zeigen auf, welche wichtigen Informationen man geben sollte – dies gilt für den Journalismus ebenso wie für ein Stelleninserat. Es geht darum, mit kurzem Blick die wesentlichsten Infos erfassen zu können. Hier sind die 5 Ws für das perfekte Online-Stelleninserat:

  • WER sucht = Name der Firma
  • WAS wird gesucht = Bezeichnung der offenen Position mit Angabe ob Teil- oder Vollzeitstelle
  • WO wird gesucht = der künftige Dienstort
  • WANN = das Eintrittsdatum (ebenfalls sinnvoll ist die Angabe der Bewerbungsfrist)
  • WIEVIEL = das kollektivvertraglich festgesetzte Mindestgehalt – gesetzlich vorgeschriebene Gehaltsangabe

Tipp: Das Gehalt ist nach wie vor einer der wichtigsten Gründe für einen Jobwechsel. Mit der Angabe eines Mindestgehalts (plus Bereitschaft zur Mehrzahlung bei entsprechender Erfahrung) oder eines Gehaltsbandes von Mindest- bis Maximalgehalt für die Stelle erhöht sich die Chance auf qualifizierte Bewerber. Zudem ist die Angabe gesetzlich vorgeschrieben.

Schritt 2: Bilder und Farbe kosten online nicht mehr

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Das mag jetzt etwas abgedroschen klingen, ist aber deswegen nicht weniger wahr. Bilder sind daher in vielen Stelleninseraten Standard und haben große Wirkung. Wichtig ist, dass diese hoch genug aufgelöst sind, alles andere wirkt störend oder unprofessionell. Ein Bild bzw. eine Grafik im Stelleninserat sollen im besten Fall Lust auf mehr machen, Lust darauf, die Firma kennenzulernen und  dort zu arbeiten. Ein gutes Bild kann zudem den Werbeeffekt steigern und dafür sorgen, dass ein Inserat hervorsticht, hängen bleibt und genauer gelesen wird. Je nach der Art der ausgeschriebenen Stelle solten die Bilder variieren, dabei jedoch immer zum Unternehmen passen. Der große Vorteil von online-Inseraten ist, dass mehr Platz nicht mehr kostet. Und anders als bei vielen Printinseraten sind Bilder und Grafiken von Haus aus in Farbe.

Schritt 3: Aufzählungen sind besser als Bleiwüsten

Keine Bleiwüste bitte! Was im journalistischen Grundkurs gelehrt wurde, gilt auch für Online-Stelleninserate. Es ist wichtig, dass der Text gut gegliedert ist: Er beginnt mit einer Einleitung, enthält Überschriften und Aufzählungspunkte. Ideal ist, wenn man kurz über eine Anzeige fliegt und weiß, worum es geht. Bilder und Grafiken lockern den Text auf, zu viel von dem einen oder anderen kann jedoch auch negative Auswirkungen haben. Zu viel Text schreckt eher ab, bei zu viel Bild kann die Aussage schwer zu erkennen sein. So erreicht man nicht die richtigen Bewerber.

Schritt 4: Der Keyword-Check

Bei Online-Stelleninseraten gibt es den großen Vorteil, dass die Reichweite der Anzeigen durch das Ranking in Suchmaschinen wie Google noch erhöht wird. Sprich: Googelt jemand etwa „Vertrieb Wien“, werden zu diesen Keywords passende Jobs in der Liste der Suchergebnisse angezeigt. Damit dies auch gut funktioniert, kann (und sollte) die Anzeige dahingehend optimiert werden. Um Inserate für die Suche zu optimieren, muss man wissen, wie Suchmaschinen und vor allem Jobsuchende im Netz ticken. Meist wird nach der Kombination „Berufsbezeichnung + Ort“ gesucht. Ein hilfreiches Keyword-Tool ist etwa jenes von Google AdWords.

Klare Sprache hilft auch Google

Wie oben erklärt, leben Online-Stelleninserate auch von Google. Dies ist einer – aber nicht der einzige – der Hauptgründe, weshalb die Sprache klar sein sollte. Alle kreativen Titel in Ehren, Inserate wie „Viennas next Top-Seller“ oder „Rechte Hand vom Chef“ werden Suchmaschinen-technisch untergehen. Hier sieht man wieder einen großen Unterschied von Print und Online. Online muss man präzise sein und daran denken, dass das Inserat gefunden werden soll. Man braucht Klarheit im Stellentitel. Dies ist auch der Grund, weshalb Mischungen aus Deutsch und Englisch ebenso wie Kombinationstitel nicht empfehlenswert sind. Dazu sollten die Titel möglichst präzise sein. Der „Projektmanager für Hoch- und Tiefbau“ ist immer besser als der „Projektmanager“, der von A bis Z Vieles meinen kann. Wer dann auch noch richtig gendert, hat in der Stellenangabe alles richtig gemacht.

Schritt 5: Kenne die Zielgruppe

Beim Verfassen eines Inserates sollte immer an die Zielgruppe gedacht werden. Junge Leute sprechen auf andere Layouts an als ältere, ein bunt-jugendliches Bild passt nicht zur Stellenausschreibung eines zukünftigen Geschäftsführers. Wichtig ist zudem auch, dass das Inserat zum jeweiligen Gerät passt, über das die Zielgruppe Jobs sucht. Das sind laut aktueller Umfrage zunehmend Smartphones. Bevor man ein Inserat hochlädt, sollte man also prüfen, ob es auch auf Handy und Tablet gut erkennbar ist.

Auf diesen Geräten werden Jobs gesucht

Quelle: Studie (R)Evolution Arbeit, marketagent.com im Auftrag von karriere.at, 2019

Schritt 6: Kreativ sein

Kreativität macht sympathisch, schafft gute Laune und Lust aufs Dabeisein. Je nach Unternehmen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, kreativ zu sein und das eigene Stelleninserat so aufzupeppen. Dies hilft nicht nur, die besten Bewerber anzulocken, sondern sorgt auch für Publicity. Möglichkeiten gibt es dazu viele, vom Video im Stelleninserat bis hin zu Animationen aber auch einer guten Portion Selbstironie.

Schritt 7: Einblicke geben

Online kann mehr. Dies zeigt sich in der Fähigkeit eines Online-Inserates, schnell Einblicke in das Unternehmen zu geben. Und genau diese Einblicke sind es, die immer wichtiger werden. Die potenziellen Arbeitnehmer wollen sich selbst ein Bild von der Firma machen, sich vorab „umsehen“ und abwägen, ob sie gerne in dem Unternehmen arbeiten würden. Kurz: Man will wissen, wo man sich bewirbt und ob man sich dort überhaupt bewerben sollte. Ganz einfach gelingt dies mit Links, etwa auf die Teamseite, um die künftigen Kollegen kennenzulernen oder auf ein Video vom letzten Sommerfest. Die Möglichkeiten sind schier unzählig und sollten unbedingt genützt werden!

Live-Webinar: In 7 Schritten zum perfekten Stelleninserat

Am 26. Sptember um 11 Uhr gibts eine ausführliche Anleitung für das perfekte Stelleninserat in unserem Live-Webinar. Wer keine Zeit hat, teilzunehmen, bekommt alle Materialien im Nachhinein per E-Mail zugeschickt. Die Anmeldung lohnt sich also in jedem Fall!

Bildnachweis: shutterstock/Rawpixel.com; karriere.at

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