6. November 2017 · Arbeitsleben · von

Dein neuer Job gefällt dir nicht?

Die Suche nach dem neuen Job war kein Zuckerschlecken. Du hast gehofft, dir Mühe gegeben und dich schlussendlich über die Zusage zum neuen Job gefreut. Nach den ersten Wochen entpuppt sich der vermeintliche Traumjob aber doch nicht als Jackpot? So findest du heraus, ob dir der neue Job wirklich nicht gefällt oder ob du dem Neuen noch Zeit geben solltest:

Im falschen Job gelandet?

Aller Anfang ist schwer, vor allem in einem neuen Job. Du kennst deine neuen Kollegen noch nicht, musst dich erst mit allem vertraut machen und bist hohem Druck ausgesetzt. Das ist anstrengend, aber noch kein Grund, alles hinzuschmeissen. An diese Dinge solltest du denken, bevor du dir sagst: Mein neuer Job gefällt mir nicht:

#1 Falsche Wahrnehmung

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Unsere Furcht vor Veränderungen hat einen sehr praktischen Hintergrund: Wer nichts wagt, der riskiert auch nichts – vor allem nicht sein Leben. Solange alles beim Alten bleibt, befinden wir uns auf gewohntem Terrain und in Sicherheit. Ein neuer Job mit neuen Menschen, das liegt definitiv außerhalb der Komfortzone der meisten Menschen. Kein Wunder also, dass sich die ersten Wochen im neuen Job ungewohnt bis unangenehm anfühlen. Du bist damit nicht alleine!

#2 Gib dir Zeit

In jedem Job gibt es eine Probezeit, in der das Arbeitsverhältnis von beiden Seiten gelöst werden kann. Emotional und vielleicht auch fachlich wirst du aber viel länger auf die Probe gestellt. Je nachdem, wie einfach dir das Unternehmen den Start macht, wirst du rund drei Monate benötigen, bis du im neuen Job auch gut angekommen bist. Wenn dir Veränderungen generell eher schwerfallen, wird dir der Gedanke, dass dir der neue Job nicht gefällt, in den ersten Wochen vielleicht öfter in den Sinn kommen. Miss dem nicht zuviel Gewicht bei.

#3 Woran scheitert es?

Wenn sich dein schlechtes Gefühl trotzdem hartnäckig hält, ist es Zeit für eine Analyse deiner Situation. Finde heraus, was dir am neuen Job nicht gefällt und was dir Unbehagen bereitet. Sind es die Kollegen, die Arbeitsaufgaben oder andere Faktoren wie Arbeitszeit, das Büro oder andere Dinge? Was wurde im Vorstellungsgespräch besprochen und wie sieht die Realität jetzt aus? Notiere dir alles auf einer Liste, so werden Probleme und Schwierigkeiten konkret und greifbar.

In manchen Fällen solltest du allerdings schnellstmöglich die Flucht ergreifen: Wenn du bemerkst, dass Mobbing, Diskriminierung oder sexuelle Belästigung beim neuen Arbeitgeber Bestandteil des Arbeitsalltages sind – nichts wie weg! Innerhalb der Probezeit kannst du das Dienstverhältnis jederzeit, auch ohne Angabe von Gründen, lösen.

#4 Probleme lösen

Du musst als Neuling nicht alles hinnehmen und aussitzen. Zu Beginn ist es sicher eine Gratwanderung zwischen dem Gefühl, lästig zu sein und sich zu beschweren und der Versuchung, besser gar nichts zu sagen. Schließlich will man als der/die Neue nicht immer nörgeln, oder? Trotzdem solltest du die Initiative ergreifen und deine Situation verbessern, bevor sich unliebsame Gewohnheiten einschleichen:

  • Unter- oder überfordert: Wenn du dich in der Einarbeitungsphase langweilst oder dir alles zuviel wird, besprich das mit deiner Führungskraft. Deine Kollegen und dein Chef kennen dich noch nicht und wissen nicht, wie belastbar du bist. Vielleicht stecken sie auch selbst bis zum Hals in Arbeit und übersehen dabei völlig, dass du mit dem Tempo nicht mithalten kannst – oder dich bereits langweilst. Hilf ihnen auf die Sprünge und lass sie wissen, mit welchem Arbeitspensum du gut umgehen kannst.
  • Ins Team finden: Als Neuzugang kann es sein, dass du nur schwer ins bestehende Team findest. Sei aufmerksam und versuche zu ergründen, wie deine neuen Kollegen ticken und mit welchen Persönlichkeiten du es zu tun hast. Einige brauchen einfach länger, bis sie warm werden und sich neuen Kollegen gegenüber öffnen. Tipps für die ersten Wochen im neuen Team gibt es auch an dieser Stelle.
  • Die falschen Aufgaben: Wenn das, was im Bewerbungsgespräch be- oder versprochen wurde, mit der Realität im Job gar nicht übereinstimmt, solltest du ebenfalls handeln. Die ersten Wochen wirst du wahrscheinlich noch abwarten müssen, denn in der Einarbeitungsphase wirst du ziemlich sicher noch mit Routinearbeiten betraut. Wenn sich die Situation danach nicht bessert, solltest du das zur Sprache bringen. Nicht zu lange damit warten!

#5 Learnings daraus ziehen

Wenn sich deine Situation im neuen Job auch nach Gesprächen und ausreichend Abwarten nicht bessert, siehst du dich am besten nach einer Alternative um. Das ist zwar ärgerlich, allerdings hast du auch in einem Job, der dir nicht gefällt, Erfahrungen gesammelt und startest mit neuen Learnings in die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Denn immerhin weißt du jetzt umso besser, was du nicht möchtest und worauf du im nächsten Jobinterview vielleicht pochen musst.

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Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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