14. September 2017 · Arbeitsleben, HR · von

Karrierekiller Persönlichkeit: Womit Laufbahnen stehen und fallen

Was ist Karriere eigentlich? Wann ist sie erfolgreich und wann weniger? War es vor 30 Jahren noch einfacher, im Beruf erfolgreich zu sein? Wie sieht eine gute Karriere morgen aus? Rund um das Thema Karriere in Österreich hat eine Studie spannende Erkenntnisse dazu zusammengetragen.

Was es braucht, um beruflich voranzukommen und “Karriere zu machen”, das stand im Mittelpunkt einer Studie zum “Mythos Karriere”: Mehr als 250 österreichische HR-Entscheidungsträger und Führungskräfte haben für eine Studie des WIFI Management Forum und Marketagent.com darüber Auskunft gegeben. Von Karriereturbos bis zu Karrierekillern – was Karrieren ausmacht:

Karriere ist…

…Geld, Chefsessel, Selbstverwirklichung? Woran erkennt man, dass jemand eine gute Karriere hinlegt? Die Studienteilnehmer definieren die Top 5 der Karrieremerkmale so:

  • Viele Freiheiten bezüglich Arbeitszeit und Entscheidungen haben
  • Spaß am Beruf
  • Selbstverwirklichung
  • Sich in der Branche und darüber hinaus einen Namen gemacht haben
  • Hohes Gehalt

Wer Karriere machen möchte, muss laut Befragten vor allem diese Dinge mitbringen: Selbstbewusstsein steht an allererster Stelle, darauf folgen die fachlichen Qualifikationen. Leidenschaft für den Job und laufende Weiterbildung sind ebenfalls wichtige Faktoren. Ebenfalls ausschlaggebend: persönliche Netzwerke.

Fachwissen ist natürlich wichtig, es sind aber auch persönliche Qualifikationen, die über das berufliche Weiterkommen entscheiden. Bei den gefragten Charaktereigenschaften steht Kommunikationsstärke an erster Stelle. Selbstbewusstsein findet sich auch hier in den Top 5, Belastbarkeit, Professionalität und Entscheidungsstärke sind ebenfalls gefragt.

Gut, wenn man diese Eigenschaften mitbringt – man muss sie jedoch auch kommunizieren können.

“Wer sich nicht selbst inszeniert, geht unter – egal, wie talentiert er sein mag.”

Dieser Aussage stimmen 63 Prozent der Studienteilnehmer voll und ganz bzw. eher zu. Etwas mehr als ein Viertel sieht das teilweise so.

Karrierekiller: die eigene Persönlichkeit

  1. Planlos durch das Berufsleben – für 50 Prozent der Befragten ist Ziellosigkeit der Karrierekiller schlechthin.
  2. Mangelndes Selbstbewusstsein rangiert mit nur wenig Abstand dahinter auf Platz 2.
  3. Wer sich von Misserfolgen entmutigen lässt, dessen Karriere leidet darunter.
  4. Ängstliches Agieren sabotiert die eigene Laufbahn, Furcht wird ebenfalls als Karrierebremse identifiziert.
  5. Noch einmal retour zum Selbst-Marketing: Ein Drittel der Befragten sehen mangelndes Eigenmarketing als Grund für erfolglose Karrieren.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Trotz guter Qualifikationen verhindert die eigene Persönlichkeit oft weitere Karriereschritte – dieser Aussage stimmen 79 Prozent der Befragten zu.

Karriere statt ruhigem Familienleben?

Für eine gute Laufbahn ist es manchmal erforderlich, Abstriche zu machen. Der Abschied von der 40-Stunden-Woche ist eines der Opfer, das man laut Studienteilnehmern bringen muss. Außerdem müssen Karrierewillige einem Wohnortwechsel grundsätzlich offen gegenüber stehen. Frauen geben öfter als Männer an, dass für die Karriere auf Familie und Kinder verzichtet werden muss (Frauen 12 Prozent, Männer 5 Prozent) oder weniger Urlaub gemacht werden kann (Frauen 14 Prozent, Männer 9 Prozent).

Früher war alles besser?

Vergleicht man Laufbahnen heute mit denen vor einigen Jahrzehnten, wird schnell klar: Es hat sich einiges geändert! Aber war früher alles besser? Nahezu die Hälfte der Befragten – nämlich 48 Prozent – glauben, dass es vor 30 Jahren einfacher war, Karriere zu machen. 36 Prozent denken, die Chancen sind heute gleich groß wie damals.

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren