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Initiativbewerbung: Mehr als Interessensbekundung

Blindbewerbung abschicken

Per Initiativbewerbung bei einem Unternehmen vorstellig zu werden, ist ein Statement: Hier will ich arbeiten, dieses Unternehmen ist mein Wunsch-Arbeitgeber. Welche Motivation auch immer hinter einer Initiativbewerbung steckt – ob günstigerer Arbeitsort, ein interessantes Produkt, Berichte von Bekannten oder auch das nach außen hin transportiere Unternehmensimage – sie geschieht meist aus dem Grund, weil das gebotene Gesamtpaket eines Unternehmens stimmig erscheint. Und genau darin liegen auch die Chancen für Bewerber.

Wie bei allen anderen Bewerbungen auch, gilt es die richtige Balance zu finden: Nicht angeben, keinesfalls übertreiben und trotzdem alle Möglichkeiten zur optimalen Selbstpräsentation ausnützen.

Drei Leitsätze zur Blindbewerbung

  1.  Ich kann dieses Unternehmen bereichern! Genau diesen Eindruck sollte man vermitteln. Optimal ist natürlich, wenn im angeschriebenen Unternehmen zufällig eine passende Position frei ist oder wird. Ziel von Initiativbewerbungen ist es aber auch, die eigenen Unterlagen im Gedächtnis des Personalverantwortlichen zu verankern. Wenn er jemanden für eine entsprechende Position benötigt, soll er denken: “Ach ja, da gibt es ja jemanden…”
  2. Nein, ich bin nicht verzweifelt! Keinesfalls sollte man den Anschein machen, dass man sich aus reiner Verzweiflung blind bei Unternehmen bewirbt. Frei nach dem Motto: “Ich finde nichts Passendes, deshalb probiere ich es hier einmal.” Im Vordergrund stehen die persönlichen Qualifikationen und Softskills, die perfekt mit dem Unternehmen matchen.
  3. Ich weiß Bescheid! Wie bei anderen Bewerbungen auch, ist Wissen über das Unternehmen und zur Branche oft der Schlüssel. Dieses Wissen erlangt man nur durch Recherche – auch auf individualisierten Arbeitgeberprofilen, in Presseartikeln oder der Über-Uns-Seite auf der Firmenwebsite.

Bewerbung ins Blaue: You fit and you know it!

“Dieses Unternehmen passt zu mir – ich passe zu diesem Unternehmen” – das ist die Kernaussage, auf die man es in einer Initiativbewerbung ankommen lassen sollte. Denn selbst wenn einer Initiativbewerbung, gerade wenn sie per Online-Formular passiert, oft das Image der Unverbindlichkeit und des “Schauen wir mal” anhaftet, sollte man Ernsthaftigkeit an den Tag legen. Denn wer glaubt, dass Initiativbewerbungen automatisch in der Evidenz-Schublade auf Nimmerwiedersehen verschwinden, täuscht sich.

Um genau dies zu vermeiden, gilt es nämlich die perfekte Mischung zu finden: Einerseits alle für eine Bewerbung notwendigen formalen und inhaltlichen Kriterien zu erfüllen. Andererseits gilt es, ein Höchstmaß an Interesse an der eigenen Person zu generieren und das Unternehmen davon zu überzeugen, dass man ideal ins Betriebsgefüge passt. Und dass das eigene Leistungsportfolio das Unternehmen verstärkt.

Sieben Dinge, an die man bei einer Initiativbewerbung denken sollte

  • Kläre vorab, wer dein Ansprechpartner in der Personalabteilung ist. Ein Mail an office@xyz.net geht meist unter. Bei größeren Unternehmen gibt häufig eine Karriererubrik auf der Website Auskunft darüber, wie das Thema Initiativbewerbungen abgehandelt wird (per Mail, Post oder Online-Formular).
  • Achte auch bei Bewerbungen per Online-Formular darauf, dass dein Lebenslauf aktuell (Datum!) und perfekt formatiert ist.
  • Mach auf dich aufmerksam! Nutze alle Chancen, die du hast, um das Wunschunternehmen von deinem Können zu überzeugen. Das kann ein grafisch innovativ aufbereitetes Dokument sein, eine Website, ein Programm, ein Video aber auch ein Verweis auf einen Medienbericht über ein früheres Vorzeige-Projekt. Aber Achtung: 1. Kreativ-Bewerbungen nur zusätzlich zu den konventionellen und verlangten Standard-Unterlagen einreichen. 2. Die kreative Leistung in der Bewerbung sollte in Zusammenhang mit dem persönlichen Leistungsspektrum stehen – man beweist damit quasi, wie gut du in deinem Job bist.
  • Falls du Ansprechpartner im Unternehmen hast oder deine Initiativbewerbung aufgrund einer persönlichen Empfehlung abschickst: Führe deine Referenzen unbedingt im Anschreiben bzw. im Text der Mail an (z.B. “Wie telefonisch am 10.9.2012 besprochen,…”).
  • Eine Initiativbewerbung unterscheidet sich formal NICHT von Bewerbungen auf konkrete Stellen: Anschreiben und Lebenslauf sind Pflicht ebenso sollten (relevante) Zeugnisse mitgeschickt werden.
  • Wissen ist Macht. Gerade wenn es darum geht, einen Ansprechpartner initiativ von sich zu überzeugen, sollte man mit Wissen punkten können. Aktuelle Entwicklungen am Markt, Wissen über laufende und bevorstehende Großprojekte und Spezialwissen in geschäftsrelevanten Bereichen sind immer von Vorteil – genau das solltest du auch in deinen Bewerbungsunterlagen unter Beweis stellen.
  • Nachfragen! Erreicht dich nach zwei bis drei Wochen noch keine Antwort auf die Initiativbewerbung, so ist es nicht vermessen, wenn du in der Personalabteilung nachfragst. Diese Frist solltest du jedoch abwarten, da gerade Initiativbewerbungen oft gesammelt und erst bei Bedarf gesichtet und bearbeitet werden.

Bildnachweis: PathDoc / Quelle Shutterstock

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