Adventzeit im Büro: Zwischen Weihnachtsfrieden und genervten Kollegen

von in Arbeitsleben am Montag, 15. Dezember 2014 um 21:19

Weihnachtsstimmung im Büro. Für die einen ein absolutes Muss, für andere eine schöne Bescherung. Bei kitschiger Deko und Weihnachtsliedern scheiden sich die Geister. Eine aktuelle Umfrage von karriere.at zeigt, dass Arbeitnehmer von zuviel Weihnachtsstimmung eher genervt sind. Adventkranz und Weihnachtsfeier gehören zur Stimmung für viele aber dazu.

Weihnachtsstimmung: Wie viel ist zu viel?

Weihnachten im BüroWeihnachtssongs statt Radiosender, Adventkranz, Punsch und Wichteln. Der Hang zur Vorweihnachtszeit wird gerne auch im Büro ausgelebt. Was die einen freut, plagt die anderen. Laut aktueller Online-Umfrage von karriere.at zeigt sich eine leichte Mehrheit der Arbeitnehmer von Weihnachtsdeko & Co. eher genervt. Ein Arbeitsplatz, völlig frei von weihnachtlichen Dingen, das wünschen sich zwölf Prozent. Weihnachtsfeier ja, Deko nein: Knapp die Hälfte der Befragten können auf Weihnachtskitsch gut verzichten. Ein Drittel findet einen Adventkranz im Office und etwas Schmuck völlig ok. Jeder Zehnte würde seine Vorliebe für die Weihnachtszeit gerne auch im Arbeitsumfeld hemmungslos ausleben.

Adventkranz und Weihnachtsfeier sind genug

Weihnachten im BüroZwischen Arbeitnehmern und Unternehmensvertretern herrscht beim Thema Weihnachtsstimmung  Einigkeit. Adventkranz und Schmuck finden bei 41 Prozent der befragten Unternehmensvertretern Zustimmung, 39 Prozent geben sich mit der Firmenweihnachtsfeier zufrieden. Neun Prozent wünschen sich die volle Dosis Weihnachtsstimmung auch im Job. Ein neutrales, weihnachts-freies Büro steht bei elf Prozent auf der Wunschliste.

Kleiner Weihnachtsknigge

So gesellig die Weihnachtszeit auch sein kann, sie bietet oft auch Zündstoff für Konflikte oder peinliche Situationen. Vom alkoholinduzierten Flirt auf der Weihnachtsfeier bis zum peinlichen Geschenk beim Bürowichteln.

Mein Kollege, der Weihnachtsmuffel

WeihnachtsmuffelNicht nur die Duftkerze mit Bratapfelduft kann Kopfschmerzen bereiten. Weihnachtsfans können es vielleicht nicht nachvollziehen, aber Adventkranz, Lametta, Fensterbildchen und Tannenzweige begeistern nicht jeden. Bei der Anwesenheit von Weihnachtsmuffeln raten wir zu Understatement: Wer auf Weihnachtsdeko gar nicht verzichten kann, sollte Nippes, Plastikbäumchen und sonstige Deko auf seinen Schreibtisch beschränken und Teeküche, Gemeinschaftsraum und allgemeine Flächen aussparen. Weihnachtssongs klingen auch über Kopfhörer gut, über weitere Dekorationsideen lässt sich mit den Weihnachtsmuffeln vielleicht bei einem Teller selbstgebackener Kekse verhandeln. Über das Ausmaß der Weihnachtsdeko entscheidet letztendlich aber der Chef.

Wer beschenkt wen?
Alte Hasen im Job wissen Bescheid, Neulinge müssen sich durchfragen: Schenken sich die Kollegen gegenseitig etwas zu Weihnachten? Wenn ja, dann am besten eine Kleinigkeit besorgen, um nicht ohne Präsent dazustehen, während alle anderen Päckchen austauschen. Von teuren, großen Geschenken sollte man die Finger lassen. Witzige Geschenke sind ok, wenn sie den Geschmack des Beschenkten treffen und nicht ins Geschmacklose abdriften. In manchen Teams wird zu Weihnachten gewichtelt. Sinnvoll ist, die Grenze für den maximalen Wert eines Geschenkes im Voraus festzulegen. Falls das gegenseitige Beschenken eigentlich alle nervt und es zur Pflichtübung im Dezember wird: Geschenkebudgets in einen Topf geben, als Team gemeinsam auf einen Punsch gehen oder das Geld für karitative Zwecke spenden.

Geschenke für den Chef?
WeihnachtsgeschenkKlar, warum nicht? Über eine kleine Aufmerksamkeit freuen sich nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Führungskräfte. Aber bitte nicht im Alleingang schenken. Das kann schnell so aussehen, als würde man seine eigene Karriere ankurbeln wollen – und das kommt bei Chef und Kollegen eventuell nicht gut an. „Hier ist es am besten, wenn sich das Team zusammenschließt, und sich etwas überlegt. Auch hier geht es nicht um den materiellen Wert, sondern um die Geste“, erklärt Psychologin Christa Schirl. Finger weg von kostspieligen Geschenken!

Party on!
Wenn der Arbeitgeber zur Weihnachtsfeier lädt, sollte man besser hingehen. Auch wenn man sich Tratsch und Tanz mit Chef und Kollegen lieber ersparen möchte: Augen zu und durch, zumindest für ein bis zwei Stunden. Nach der Höflichkeitsvisite kann man sich pflichtbewusst verabschieden. Für alle, die mitfeiern, gilt: Trotz lockerer Atmosphäre haben Gehaltswünsche an den Chef, plötzliches Duzen der Führungskräfte sowie böswilliger Klatsch und Tratsch keinen Platz. Welches juristische Nachspiel schlechtes Benehmen auf der Weihnachtsfeier haben kann, gibts hier zum Nachlesen.

Bildnachweis: nito / Shutterstock; Sebastian Gauert / Shutterstock; Boumen Japet / Shutterstock;

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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