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Geschenk an die Chef in

Geschenke für Führungskräfte?

Unternehmenskultur Aktualisiert am: 01. Dezember 2022 4 Min.

Soll man der Chef*in etwas schenken? Und wenn ja, was? In manchen Teams werden diese Fragen momentan stark diskutiert, in anderen kommt der Gedanke erst gar nicht auf. Warum sich auch Führungskräfte über Geschenke freuen und was man dabei bedenken sollte.

Eine kleine Anerkennung zu Weihnachten, ein nettes Präsent zum Geburtstag: Jede Mitarbeiter*in freut sich über nette Gesten zu den besonderen Anlässen im Jahr. Aber ein Geschenk für die Chef*in? Hier spalten sich die Gemüter: Wirkt das nicht einschleimend? Wie viel darf man ausgeben? Und was, wenn nur einer im Team etwas schenkt? Arbeitspsychologin Christa Schirl bespricht mit uns die häufigsten Fragen.

Geschenke für die Chef*in sollen gut durchdacht sein

Soll man einer*einem Vorgesetzten überhaupt etwas schenken?

Chefinnen und Chefs brauchen, wie jeder andere Mensch auch, Anerkennung. Eine Form von Anerkennung ist Lob, eine andere sind Geschenke. Darum sind Weihnachtsgeschenke eine gute Gelegenheit, um auch der Chef*in einmal ein bisschen zu loben und Danke zu sagen. Gerade, wenn man nicht mit so etwas rechnet und man merkt, dass das Geschenk wohlüberlegt ist, kann das einer*einen Vorgesetzten schon sehr berühren. Und, obwohl das nicht das Ziel eines Geschenks sein soll, das kann auch die Bindung zwischen Führungskräften und Team fördern.

Was gibt es bei Geschenken an die Chef*in zu beachten?

Die besten Geschenke sind sicher Gemeinschaftsleistungen vom gesamten Team. Die wichtigste Frage ist daher: Wollen wir das machen? Wenn man sich dafür entscheidet, setzt man sich am besten zusammen und überlegt, was man schenken könnte. Im seltensten Fall geht’s dabei um viel Geld, sondern es geht eher darum, den Geschmack der*des Vorgesetzten zu treffen. Die Chef*in soll merken: Da haben sich meine Mitarbeitenden aber wirklich etwas überlegt, das genau zu mir passt.

Kritik und zu Persönliches: Die No-Gos bei Geschenken

Welche Dinge sollte man Vorgesetzten prinzipiell nicht schenken?

Das kann man so allgemein nicht sagen, aber je näher man das Geschenk am Körper trägt, umso persönlicher ist es. Also Parfums oder Kosmetik sollte man sich gut überlegen. Wenn man aber weiß, dass ein*eine Vorgesetzte eine bestimmte Marke liebt oder auf Naturkosmetik steht, dann passt das trotzdem. Wichtig ist eben, dass man sich zuerst überlegt: Wen haben wir vor uns und was wissen wir über diesen Menschen? Einer begeisterten Taucher*in wird man als Team bestimmt keine kostspielige Ausrüstung oder Reise schenken, aber ein Buch über die schönsten Tauch-Destinationen kann auch eine charmante Aufmerksamkeit sein.

Was ist, wenn die Chef*in sein Geschenk als Kritik, zum Beispiel am Gehalt, auffasst?

Kritik hat bei Geschenken nie etwas verloren. Aber wie etwas bei anderen ankommt, das kann man leider nicht bestimmen. Als Absender*in kann man nur versuchen, zu vermitteln, wie man etwas gemeint hat. Ein Fingerzeig ist aber auf jeden Fall unangebracht. Das gilt übrigens für jedes Geschenk – auch Führungskräfte wollen oft mittels vermeintlich „lustigen“ Geschenken Kritik an ihren Mitarbeitenden üben. Das ist sicher nicht der richtige Weg. Ein Geschenk sollte einfach reinsten Herzens sein. Daher sollte man sich auch vorher nicht zu viele Gedanken darüber zu machen, wie das Geschenk ankommen könnte, denn, wie gesagt, das kann man nicht beeinflussen. Die gute Absicht zählt.

Einzelgeschenke und Lustiges: Erlaubt ist, was passt.

Darf ein Geschenk an die Chef*in auch lustig sein?

Wenn es zur Person passt, natürlich! Wenn sich der Chef für die Feuerwehr begeistert, kann das auch ein Klebeband-Halter in Form eines Feuerwehrautos sein. Am wichtigsten ist immer, dass man bei Geschenken nicht von sich selbst und dem eigenen Geschmack ausgeht, sondern von dem Beschenkten. Der Wurm muss ja dem Fisch schmecken und nicht der Angler*in.

Darf ich auch dann etwas schenken, wenn meine Team nicht wollen?

Prinzipiell gilt: Wer etwas schenken möchte, der soll das tun. Eine kleine Anerkennung wie selbstgemachte Marmelade oder Kleinigkeiten, für die man nicht viel Geld ausgegeben hat, sind auch als Einzelgeschenk völlig in Ordnung. Idealerweise schenkt man dann aber nicht nur der Chef*in etwas, sondern auch seinem Team. Am wichtigsten ist immer: Bleiben Sie authentisch und versuche nicht von vornherein Spannungen zu vermeiden, die noch gar nicht bestehen. Wenn du etwas schenken möchten, schenke etwas. Wenn man aber immer im Hinterkopf haben muss, ob durch ein Geschenk Spannungen entstehen könnten und man vielleicht als Schleimer gilt, dann sagt das viel über die Stimmung im Team und die Unternehmenskultur aus. Und wenn solche Probleme ans Licht kommen, kann das auch wieder eine Chance sein.

Das Tüpfelchen auf dem i: Der richtige Rahmen zur Geschenkübergabe

Wie soll man der Chef*in das Geschenk übergeben?

Auch das sollte idealerweise gemeinsam im Team geschehen, vielleicht beim Jahresrückblick oder dem letzten Meeting vor Weihnachten. Nett ist es, wenn eine „Teamsprecher*in“ ein bisschen was zum Geschenk sagt und man es dann gemeinsam überreicht. In diesem Rahmen kann man dann vielleicht auch einmal danke sagen. Immerhin trägt die Chef*in ja die Verantwortung und freut sich, wenn sie*er dafür auch einmal gelobt wird. Und das ist ein schönes, wertschätzendes Zeichen.

Über die Person:

Mag. Christa Schirl ist Klinische- und Gesundheitspsychlogin, Psychotherapeutin und Supervisorin. Als Expertin für Arbeitspsychologie steht sie uns regelmäßig Rede und Antwort zu wichtigen Themen rund um Arbeitsleben, Motivation und Zufriedenheit.


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