Karriere einmal anders: 13 Tipps, die Mut machen #willstdukannstdu

von in Arbeitsleben am Dienstag, 26. April 2016 um 10:40

Jemand, der etwas Großes erreicht hat, Karriere gemacht hat und mit seinem Leben zufrieden ist, ist mit Sicherheit auch einmal gescheitert, musste Niederschläge einstecken und herbe Enttäuschungen erleiden. Denn ein Karriereweg ist (fast) nie geradlinig – wie ein realer Weg kann er kurvig verlaufen, Sackgassen haben und in eine andere Richtung führen als gewünscht. Wir haben für euch 13 Tipps gesammelt von Menschen, die wahre Erfolgsgeschichten vorweisen können und dabei sehr ungewöhnliche Karrierewege beschritten haben.

„Der Weg ist das Ziel“ lautet eine fast inflationär verwendete Weisheit des chinesischen Philosophen Konfuzius. Nun kann das bedeuten, dass man sich des mitunter langen Weges bis zum Endpunkt auch bewusst sein sollte – hat man das Ziel nämlich erreicht, kann es ganz schnell auch mal sehr langweilig werden. Dann sollte man sich auf einen neuen Weg machen. Dazu gehört auch, hin und wieder zu straucheln, hinzufallen, aber auch wieder aufzustehen. Genau das macht erfolgreiche Menschen nämlich aus: immer weitermachen!

Am 21. April haben karriere.at und Manageers zum ersten Mal zum karriere.talk in Linz gebeten. Das Konzept ist einfach: Spannende Speaker erzählen über ihre Karriere und geben Einblicke in Dinge, über die sonst selten gesprochen wird – Stolpersteine, Hochs und Tiefs und viele persönliche Tipps. Das Thema: Willst du, kannst du. Vier Speaker erzählten von ihren ungewöhnlichen Karrierewegen und davon, wie sie dorthin gekommen sind, wo sie jetzt sind. So unterschiedlich die Erfolgsgeschichten der Speaker sind, etwas verbindet sie alle: Jede Möglichkeit nutzen und eingefahrene Denkmuster über Bord werfen!

Diese 13 Tipps können dir helfen, auch auf einem ungewöhnlichen Karriereweg ans Ziel zu gelangen:

1. MEHR wollen und (auf den ersten Blick) Unvernünftiges wagen!

Bist du nicht zufrieden damit, wie dein Leben verläuft, solltest du etwas verändern. So einfach der Claim ist – so kompliziert kann die Ausführung ausfallen. Eva Mandl wollte mehr, als sich jeden Tag mit dem Gleichen auseinandersetzen zu müssen und machte sich in einer Nacht- und Nebelaktion mit einem fast Unbekannten selbstständig, um kurze Zeit darauf wieder auszusteigen und ganz alleine weiterzumachen. „Verrückt!“ denkt man da gerne, aber oft zahlt es sich aus, sich was zu trauen und dafür alle Kräfte zu sammeln. Heute ist Eva Mandl Gründerin und Geschäftsführerin der PR-Agentur Himmelhoch mit internationalen Großkunden.

2. Finde dein Ding und zieh es durch!

Schwächen zu definieren, sei nicht unbedingt zielführend und niemand mache das gerne, meint Eva Mandl. Besser: Finde heraus, worin du gut bist und stärke deine Stärken! Denn nur das, was dir liegt und dir auch Spaß und Freude bereitet, kannst du leidenschaftlich und ausdauernd ausüben. Und wenn du nur weißt, was du nicht willst, ist das schon ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung – das weiß auch der Gründer von Sonnentor Johannes Gutmann.

Minus x Minus = Plus. Zwei aussichtslose Situationen können zu etwas Großartigem werden. Der ehemals arbeitslose Johannes Gutmann und eine Krise der Bio-Bauern im Waldviertel wurden zum Erfolgsprojekt Sonnentor.

3. Finde den richtigen Zeitpunkt!

Wie so oft im Leben ist alles eine Frage des Timings! „Es geht nicht darum, der Schlauste oder Beste zu sein, aber du musst zur richtigen Zeit aufzeigen und sagen: das mach ich, das kann ich!“ findet Johannes Gutmann. Er hatte damals das Glück, aus zwei scheinbar aussichtslosen Situationen – seiner eigenen Arbeitslosigkeit nach einem Rausschmiss und einer Krise der Bio-Bauern im Waldviertel – ein sehr gelungenes Geschäftsmodell zu entwickeln: das Unternehmen Sonnentor,

4. Hol dir Kritik!

Frage andere ganz bewusst, was sie an deinen Ideen, deinem Konzept oder deinem Produkt nicht gut oder verbesserungswürdig finden. „Etwas Besseres als Feedback von Kunden selbst einzuholen, kann dir nicht passieren“, so Eva Mandl. Dabei darf man die Rückmeldungen nicht als Kritik empfinden – nur wenn du dir Fehler eingestehst, kannst du auch besser werden!

5. Sei besser als die anderen!

Privat wie auch geschäftlich kannst du viel dazu lernen, wenn du beobachtest, was andere tun – nicht kopieren, sondern reagieren heißt die Devise! Dazu gehört auch, immer beweglich zu bleiben und sich Situationen anzupassen – „wie ein Schiff ins Wasser gehört, um mobil zu bleiben und nicht an den Strand“, meint Mandl.

6. Steh auf, wenn du gefallen bist!

Es ist nur natürlich, auf dem steilen Weg nach oben auch einmal zu stürzen. Auf deine Entscheidung danach kommt es an: Aufstehen, weitergehen und im besten Fall auch noch aus dem Fehler lernen, der dich zu Sturz gebracht hat. „Mach dort weiter, wo du aufgehört hast, gut zu sein!“ rät Philip Seidl, der selbst schon konkrete Erfahrungen dazu gemacht hat. Nach einem Unfall musste er sich fragen, wie die eigene Karriere, aber auch das ganze Leben für ihn weitergehen soll. Mit einer großen Portion an Mut und Selbstvertrauen kämpfte er sich zurück ins Leben uns ist heute wieder Fitnesstrainer bei enjoy your TOPBODY.

 „Geht’s mir wirklich so schlecht?“ Das hat sich Philip Seidl nach einem Unfall gefragt, der im Rollstuhl geendet hat – aber auch in einer erfolgreichen Karriere als Fitnesstrainer.

7. Such dir Vorbilder und ein gutes Team!

Ob es Personen sind, die an der Spitze eines Weltkonzerns stehen und die jeder kennt, oder Menschen aus dem Familien- und Freundeskreis: Such dir jemanden, zu dem du hinaufschauen kannst, der Dinge für dich richtig macht und sich auf seinem Weg nicht beirren lässt – egal wie viele Hindernisse darauf warten mögen. Philip Seidl hat in seinem heutigen Chef einen Förderer gefunden: Gleich nach seinem Unfall hat er ihn bestärkt und ihm ein Ziel in Aussicht gestellt. Thomas Schranz, Gründer und CEO von Blossom, empfiehlt: „Kennst du Leute die proaktiv, optimistisch und lustig sind, verbringe Zeit mit ihnen!“

8. Rechne mit Rückschlägen und plane voraus!

Geht man nicht blauäugig in die Zukunft, sondern plant Negativszenarien, mögliche Irrwege und Fallstricke ein, geht man im Ernstfall meist professioneller mit einem Problem um. Im Idealfall hat man dann auch schon eine mögliche Lösung parat – sei es für eine finanzielle Herausforderung oder eine körperliche Einschränkung wie bei Seidl. Dazu gehört auch, sich zu fragen, wer deine wahren Freunde sind und was für dich die wichtigsten Werte sind, auf die du langfristig bauen kannst. Oder wie Johannes Gutmann sagt: „Wünsche dir Krisen!“ Denn aus Fehlern lernt man.

9. Lass dich nicht entmutigen!

Du warst Durchschnitt in Schule oder Studium oder sogar ein Problemschüler? Dann bist du vermutlich auch nicht mit Lob überschüttet worden von Lehrern oder Eltern. Davon solltest du dir aber niemals den Mut nehmen lassen. Auch Thomas Schranz war nie besonders gut in der Schule und hatte einige Diskussionen mit seinen Lehrern zu führen. Heute ist er Gründer und CEO von Blossom, einem Unternehmen mit Sitz in San Francisco, das ein Projektmanagement-Tool anbietet und u.a. Twitter, Netflix oder die NASA zu seinen Kunden zählt.

10. Mach die Augen auf!

Betriebsblindheit – so nennt man es, wenn Dinge so gemacht werden, nur weil sie immer schon so gemacht wurden. Kein Grund, um nicht daran zu rütteln! Beäuge alles kritisch und sprich Dinge an, die dir nicht ganz koscher erscheinen. Wer weiß, vielleicht hast du damit deinen Wettbewerbsvorteil gefunden – genau wie Thomas Schranz. Aus der Not heraus, weil die Leute in Agenturen in letzter Minute immer etliche Änderungswünsche auf den Tisch legten, bastelte er ein Projektmanagement-Tool nach seinen Vorstellungen. Und siehe da – Apple hat´s gefallen!

„Der Weg entsteht im Gehen“ – nicht von Konfuzius, sondern von Johannes Gutmann, Gründer von Sonnentor.

11. Halte durch!

Bist du überzeugt von deiner Sache, zieh sie durch – egal wie lang es dauert. Die schon angesprochenen Rückschläge und Durststrecken werden definitiv kommen, aber bedenke immer: Da wo´s bergab geht, muss es irgendwann auch wieder steil bergauf gehen! „Irgendwann kommt dann auch eine Grundeinstellung der Ruhe und des Optimismus“, verrät Thomas Schranz.

12. Sei offen für Neues!

Bist du am Ziel angekommen und hast den langen, teils mühsamen Weg bereits hinter dir? Dann bleib trotzdem nicht stehen. Sei offen für Neues, probier Dinge aus und vermeide festgefahrene Strukturen. Beim karriere.talk hat uns Thomas Schranz beispielsweise seinen Geheimtipp in Sachen Social Media verraten: Snapchat.

13. Es geht immer weiter!

„Jammern und Sudern ist keine Vision!“ meint Johannes Gutmann, Gründer und Geschäftsführer von Sonnentor. Anpacken und weitermachen. Solange die Menschen glücklich sind und die Vision mittragen, geht es immer weiter und das Geld kommt irgendwann von alleine.

 

Zu den Personen

  • Johannes Gutmann, Gründer & CEO, Sonnentor
  • Eva Mandl, Gründerin & Geschäftsführerin, Himmelhoch
  • Thomas Schranz, Gründer & CEO, Blossom
  • Philip Seidl, Fitnesstrainer, enjoy your TOPBODY

Bildnachweis: ra2studio/Shutterstock

Tanja Karlsböck

Tanja Karlsböck verfasst Blogposts rund umʼs Arbeitsleben, denn Schreiben ist ihre liebste Kulturtechnik.

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