Chef, tu was für unsere Gesundheit! – Mitarbeiter wollen Obst und Sport

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 23. Mai 2012 um 10:48

Dass der Arbeitgeber etwas für die Gesundheit der Mitarbeiter tun muss, darin sind sich die Österreicher einig. Fakt ist: In nur jedem zweiten Unternehmen geschieht dies jedoch ausreichend. Denn laut aktueller market-Umfrage wünschen sich die Hälfte der Arbeitnehmer mehr Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz. Besonders Angebote zu einer gesunden Ernährung, ein betriebseigenes Fitnessangebot sowie mehr Informationen zur Stressbewältigung stehen auf der Wunschliste.

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„Erzwungene“ Bewegungsarmut belastet die Arbeitnehmer

Die Forderung der Arbeitnehmer spiegelt die Entwicklung der Arbeitswelt in Richtung Beschleunigung und Reduzierung von Körpereinsatz wider, so Stefan Anzinger, Autor der market-Studie. An oberster Stelle der Belastungen am Arbeitsplatz steht der persönliche Stress durch Zeitdruck sowie die – gewissermaßen erzwungene – Bewegungsarmut durch sitzende Tätigkeit. Auch unregelmäßige Arbeitszeiten bzw. Schichtarbeit werden als sehr belastend empfunden.

Belastung durch schlechte Bezahlung und mieses Betriebsklima

Auf dem vierten Platz der belastenden Faktoren liegt die schlechte Bezahlung: 15 Prozent finden diese sehr, 26 eher belastend. Schlechtes Betriebsklima finden 32 Prozent der Befragten für belastend. Diese Zahlen bestätigen einmal mehr, dass Bezahlung als eine Form der Anerkennung gesehen wird und – wie bereits mehrfach in diesem Blog berichtet – dass ein nicht zufriedenstellendes Gehalt ein Hauptgrund für innerliche Kündigungen ist. Zudem drückt ein schlechtes Betriebsklima aufs Gemüt, und wie wichtig ein gutes kollegial-freundschaftliches Verhältnis ist, ist nicht zu leugnen.

Raucherbereich, Wasserspender – und dann?

97 Prozent der befragten Arbeitnehmer sind der Meinung, dass das Unternehmen sehr bzw. eher bemüht sein sollte, etwas für die Gesundheit der Mitarbeiter zu tun. Jedes zweite Unternehmen wird diesbezüglich von seinen Mitarbeitern auch positiv bewertet – in zehn Prozent der Firmen gibt es sogar viele gesundheitsförderliche Maßnahmen. Aber dies bedeutet auch, dass in knapp 50 Prozent der Betriebe Handlungsbedarf besteht. Es gibt zwei Maßnahmen, nämlich getrennte Arbeitsplätze für Raucher und Nichtraucher sowie kostenloses Trinkwasser aus Wasserspendern, welche derzeit in fast jeder zweiten Firma umgesetzt wurden. Danach sieht es jedoch mau aus.

Obst, Fitness und Physiotherapie

Dass Gesundheitsvorsorge vor allem gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung bedeutet, spiegelt sich in den Wünschen der Befragten an ihre Unternehmen wider. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer (52 Prozent) wünschen sich ein Angebot an gratis Obst und Gemüse, ebenso viele pochen auf Gutscheine für ein Fitnesscenter oder die Einrichtung eines firmeneigenen Trainingsraumes. Regelmäßige Besuche von Physiotherapeuten am Arbeitsplatz steht für 43 Prozent der Befragten auf der Wunschliste ans Unternehmen. Allgemein stehen, so das Ergebnis der market-Umfrage, Maßnahmen wie regelmäßige Information über Gesundheitsthemen, Vorsorgeuntersuchungen im Betrieb, die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, sowie Sportorganisationen hoch im Kurs. Weiters wünschen sich 40 Prozent der Mitarbeiter Seminare zur Stressbewältigung, 19 Prozent der Befragten gaben an, dass es solche derzeit in ihren Firmen bereit gebe.

Fotonachweis: kallejipp / Quelle Photocase, Grafiken: market

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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