Studien zeigen: Das finanzielle Motivationssystem in Form von Incentives stößt bei vielen Arbeitnehmern auf taube Ohren. Durch den War of Talents wird es immer schwieriger, qualifizierte Arbeitnehmer zu rekrutieren und im weiteren Schritt langfristig an sich zu binden. Vor allem jetzt, wo Gehaltszuschüsse alleine nicht mehr ausreichen. Doch welchen Stellenwert nehmen Benefits tatsächlich ein und worin unterscheiden sie sich von den sogenannten Incentives?

Benefits und Incentives: Worin besteht der Unterschied?

Benefits und Incentives werden gerne synonym verwendet, dabei handelt es sich dabei um zwei grundsätzlich verschiedene Motivationssysteme. Meistens kommen die beiden in Kombination miteinander zum Einsatz.

Benefits sind nicht-monetäre Zuschüsse zum Gehalt. Sie werden nicht von der erbrachten Leistung eines Mitarbeiters abgeleitet, sondern können von jedem in Anspruch genommen werden, der sie nutzen möchte.

Als Incentives werden hingegen finanzielle Anreize bezeichnet, die Mitarbeiter zu Höchstleistungen anspornen sollen und an vorgegebene Ziele gebunden sind. Jährliche Boni ergeben sich beispielsweise durch das Erreichen von Verkaufszahlen, die von der Führungskraft vorgegeben wurden.

Mit Benefits die Arbeitgeber-Attraktivität steigern

Die klugen Köpfe von heute sind anspruchsvoll. Das ist nicht verwunderlich, immerhin verfügen sie über eine Top-Ausbildung und sind am Arbeitsmarkt rare Ware. Wenn Sie Kandidaten auf sich aufmerksam machen, diese vor allem aber auch halten möchten, sollten Sie zunächst Ihre Arbeitgebermarke aufpolieren. Dazu kann ein angemessenes Angebot an Benefits beitragen. Handy, Laptop, Firmenwagen – das sind die klassischen Benefits, mit denen Unternehmen zu punkten glauben. Diese Leistungen sind aber nicht länger ein Alleinstellungsmerkmal. Wer sich als moderner und innovativer Arbeitgeber einen Namen machen will, muss Benefitsanbieten, die ihn vom Mitbewerb abgrenzen. Im besten Fall sind sie außerdem auf die eigene Zielgruppe zugeschnitten. Zusatzleistungen bringen nicht nur dem Arbeitnehmer Vorteile.

Auch Unternehmen profitieren von einer breiten Palette an Benefits, denn auf diese Weise signalisieren sie Anerkennung und Respekt gegenüber ihren Mitarbeitern und tragen damit automatisch zu einer Verbesserung ihrer Arbeitgeber-Attraktivität bei. Gleichzeitig arbeiten Sie mit der Einführung bestimmter Zusatzleistungen an der Identität Ihres Unternehmens. Aus dem Angebot an Benefits lässt sich oft ableiten, ob dieses eher konservativ oder progressiv geführt wird. Versuchen Sie nicht mit Zwang, vermeintlich „coole“ Benefits einzuführen, wenn diese eigentlich gar nicht zu Ihrer Unternehmenskultur passen. Und das wichtigste: Bleiben Sie immer bei der Wahrheit!

Welche Zusatzleistungen gibt es?

Die Liste an möglichen Benefits und Incentives ist schier endlos, Unternehmen werden in dieser Hinsicht gerne auch mal kreativ. Die folgende Tabelle bildet daher nur einen Bruchteil der Zusatzleistungen ab, die Sie einführen könnten, falls noch nicht vorhanden:

Hr tipps employerbranding benefitsfuer Mitarbeiter tabelle

Was wollen Mitarbeiter wirklich?

Bedenken Sie: Es geht nicht darum, unzählige Benefits anzubieten, sondern die richtigen. Bevor Sie neue Zusatzleistungen einführen, sollten Sie sich zunächst mit Ihren Angestellten absprechen. Welche Erwartungen und Wünsche haben sie? Welche Schritte können Sie setzen, um ihnen entgegenzukommen? Gibt es Zusatzleistungen, mit denen die Mitarbeiter nichts anfangen können, wird das Angebot alleine die Stimmung im Unternehmen nicht verbessern können.

Als besonders wertvoll gilt in unserer schnelllebigen Arbeitswelt der Faktor Zeit. Durch eine eigenverantwortliche Zeiteinteilung erschließen sich Arbeitnehmern neue Freiräume. Gleichzeitig demonstriert das Unternehmen, dass es seinen Mitarbeitern vertraut. Der Ruf nach flexiblen Arbeitszeitmodellen und der Möglichkeit zum Home-Office wird lauter. Unternehmen, die die Entwicklung solcher Modelle unterstützen, berücksichtigen somit individuelle Wünsche sowie die aktuelle Lebenssituation ihrer Mitarbeiter.

Ein weiteres Stichwort: Wohlbefinden. Das kann durch verschiedene Maßnahmen gesteigert werden. Passende Sportprogramme oder Gesundheitsaktionen – beispielsweise das Bereitstellen von Obst und Getränken – sind zwei Möglichkeiten. Wer es sich leisten kann, lässt für die gesamte Belegschaft frisch aufkochen. Das muss nicht jeden Tag sein. Auch mit zwei oder drei kostenlosen, warmen Mahlzeiten pro Woche zaubern Sie Ihren Mitarbeitern garantiert ein Lächeln auf die Lippen und heben die Laune im Team.

Es gilt zu beachten: Was Arbeitnehmer immer wieder am Angebot ihrer Arbeitgeber bemängeln, ist die Tatsache, dass es keine auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Benefit-Pakete gibt.

Zufriedene Mitarbeiter sind produktiver

Warum Sie Geld in die Hand nehmen sollten, um Benefits in Ihrem Unternehmen einzuführen? Die Rechnung ist ganz einfach: Eine positive Arbeitsatmosphäre, Wertschätzung und kostenlose Zusatzleistungen steigern die Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter. Und zufriedene Mitarbeiter sind produktiver, kreativer und motivierter. Aufgaben werden schneller und besser erledigt, und Sie ermutigen Ihre Mitarbeiter zu mehr Eigeninitiative.

Übrigens: In vielen Ländern sind Zusatzleistungen steuerbegünstigt, d. h. steuerfrei und pauschal zu versteuern, wodurch Sozialversicherungsbeiträge wegfallen.

Achtung vor zu starkem Konkurrenzdenken!

Abschließend geben wir Ihnen noch eine wichtige Information mit auf den Weg: Wenn Sie überlegen, Incentives zur Mitarbeitermotivation einzusetzen, gehen Sie mit Bedacht vor! Immer wieder kommt es in Unternehmen vor, dass durch die Aussicht auf einen satten Bonus das Konkurrenzdenkem im Team Überhand nimmt und das Arbeitsklima vergiftet.

Seien Sie bei der Kommunikation Ihres Belohnungssystems daher transparent und wählen Sie Ziele aus, die zwar realistisch und unternehmensstärkend sind, aber nicht nur von einigen wenigen erreicht werden können.

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