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Gehaltstransparenz

Entgelttransparenz: Was jetzt auf Unternehmen in Österreich zukommt

Recruiting Aktualisiert am: 11. Mai 2026 4 Min.

Mit der neuen Entgelttransparenzrichtlinie kommt Bewegung ins Thema Gehalt. Ziel ist mehr Fairness bei der Bezahlung. Konkret heißt das: gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit.

Was bedeutet das für Unternehmen in Österreich? Welche Pflichten kommen auf dich zu und was solltest du jetzt schon vorbereiten? Die wichtigsten Fragen und Antworten findest du hier im Überblick.

Was ändert sich durch die Entgelttransparenzrichtlinie konkret? #

Die Richtlinie verpflichtet Unternehmen dazu, Gehälter transparenter zu machen. Das betrifft sowohl den Bewerbungsprozess als auch bestehende Gehaltsstrukturen. Bewerbende und Mitarbeitende sollen besser nachvollziehen können, wie Gehälter zustande kommen und ob sie fair sind. Der Fokus liegt klar auf Nachvollziehbarkeit und Gleichbehandlung.

Ab wann gilt die Entgelttransparenzrichtlinie? #

Die EU-Richtlinie muss bis spätestens 2026 in nationales Recht umgesetzt werden. In Österreich werden die konkreten Regelungen daher schrittweise eingeführt.
Klar ist aber: Die Richtung ist vorgegeben. Unternehmen sollten jetzt beginnen, sich inhaltlich darauf einzustellen.

Hier findest du die Richtlinie im Detail: EU Entgelttransparenzrichtlinie

Sind alle Unternehmen betroffen? #

Grundsätzlich ja. Je nach Unternehmensgröße unterscheiden sich aber die konkreten Pflichten. Größere Unternehmen müssen mit zusätzlichen Berichtspflichten rechnen. Für kleinere Betriebe liegt der Fokus vor allem auf Transparenz im Recruiting und klaren Gehaltsinformationen.

Muss ich künftig in Stelleninseraten ein Gehalt angeben? #

Ja, Gehaltsangaben sollen transparenter und verbindlicher werden. In Österreich ist eine (Mindest-)Gehaltsangabe bei Inseraten bereits Pflicht. Durch das neue Gesetz müssen Unternehmen Bewerbende bereits im Bewerbungsprozess über das vorgesehene Gehalt oder zumindest über eine realistische Gehaltsspanne informieren.

Was genau muss im Inserat stehen? #

In der Praxis wird meist mit Gehaltsspannen gearbeitet. Wichtig ist, dass diese realistisch und nachvollziehbar sind. Unverbindliche und unrealistische Angaben werden schwieriger.

In folgendem Blogartikel findest du auch noch Tipps und Tricks wie du das Gehalt im Inserat genau angeben kannst.

Das Stelleninserat: Beispiel, Tipps & Tricks

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Das Stelleninserat ist im Recruiting das wichtigste Werkzeug und für Arbeitnehmer*innen gleichzeitig eine wichtige Informationsquelle zum ausgeschriebenen Job und dem Unternehmen selbst. Daher gilt: Der Inhalt muss sitzen und optimiert sein!

Darf ich Bewerbende noch nach ihrem bisherigen Gehalt fragen? #

Nein, diese Praxis wird eingeschränkt oder untersagt. Ziel ist, dass sich Gehälter stärker an der Position und Rolle orientieren und nicht an der bisherigen Bezahlung. Das soll bestehende Ungleichheiten reduzieren.

Was bedeutet das für bestehende Gehaltsstrukturen? #

Du solltest deine Gehaltssysteme überprüfen. Wenn Unterschiede nicht sachlich begründbar sind, besteht Anpassungsbedarf. Transparente und nachvollziehbare Gehaltsbänder werden wichtiger. Ebenso gewinnen klare Kriterien für Einstufung und Entwicklung an Bedeutung.

Welche Rechte haben Mitarbeitende künftig? #

Mitarbeitende bekommen mehr Auskunftsrechte. Sie können Informationen darüber verlangen, wie ihr Gehalt im Vergleich zu anderen Positionen eingeordnet ist. Besonders im Hinblick auf Gleichbehandlung und Gender Pay Gap wird das relevant.

Mythos Gleichstellung: Warum Frauen immer noch weniger verdienen

31. Oktober 2025 8 Min.

Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männer liegt bei 18,3 % – das ist Realität in Österreich, einem Land, in dem die Geschlechter eigentlich gleichgestellt sind. Im Vergleich liegt der durchschnittliche Lohnunterschied in der EU bei 12,0 % (Quelle: Eurostat 2023). Gesetze und Frauenquoten ändern in der Praxis leider zu wenig, wie Statistiken zeigen. Wir haben uns auf die (ernüchternde) Suche nach den Gründen gemacht.

Welche Berichtspflichten kommen auf Unternehmen zu? #

Größere Unternehmen müssen regelmäßig Daten zu Gehaltsunterschieden erheben und veröffentlichen, zum Beispiel zum Gender Pay Gap. Bei auffälligen Unterschieden können Maßnahmen erforderlich werden.

Welche Konsequenzen drohen bei Verstößen? #

Die genauen Sanktionen werden national geregelt. Klar ist aber, dass Unternehmen mit rechtlichen und finanziellen Konsequenzen rechnen müssen, wenn sie die Vorgaben nicht einhalten. Auch Reputationsschäden sind nicht auszuschließen.

Was bedeutet das für Recruiting und Employer Branding? #

Mehr Transparenz kann ein klarer Wettbewerbsvorteil sein. Gehaltsangaben schaffen Vertrauen und helfen dabei, passendere Bewerbungen zu bekommen. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an faire und nachvollziehbare Bezahlung.

Wie kannst du dich jetzt vorbereiten? #

Auch ohne fertige nationale Umsetzung kannst du bereits aktiv werden:

  • Analysiere bestehende Gehaltsstrukturen
  • Definiere klare, nachvollziehbare Gehaltsspannen
  • Dokumentiere Kriterien für Gehaltsentscheidungen
  • Stimme dich frühzeitig mit HR und Führungskräften ab

So schaffst du intern Klarheit und bist später schneller handlungsfähig.

Fazit #

Die Entgelttransparenzrichtlinie bringt das Thema Gehalt stärker in den Fokus. Für Unternehmen bedeutet das mehr Struktur und Vorbereitung. Gleichzeitig eröffnet sich auch eine Chance: Wenn du dich frühzeitig vorbereitest, kannst du Transparenz gezielt nutzen und dich im Wettbewerb um Fachkräfte besser positionieren.

Trends im Recruiting: Was macht eine moderne Stellenanzeige aus?

17. Februar 2026 11 Min.

Die Arbeitswelt und das Recruiting verändern sich. Unternehmen müssen sich an neuen Anforderungen und Erwartungen von Talenten anpassen, um erfolgreich zu sein. In diesem Interview sprechen wir mit den Expert*innen Tasja Ascheuer und Philip Ullmann über aktuelle Trends im Recruiting und was eine moderne Stellenanzeige ausmacht.

Disclaimer
Dieser Artikel bietet eine erste Orientierung und ersetzt keine rechtliche Beratung.


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Jasmin Hofmann
Marketing Managerin
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