Erstellt am 9. Dezember 2020 · Bewerbung, Jobsuche · von

„Und plötzlich googelt der Fachbegriffe …“ – Die schlimmsten No-Gos im Remote Bewerbungsgespräch

Lesezeit: 4 Minuten

Was können Bewerber im Remote Bewerbungsgespräch, also dem Jobinterview per Videokonferenz, eigentlich alles falsch machen? Ziemlich viel, wenn man Recruiter fragt. Genau das haben wir getan und die schlimmsten No-Gos im Remote Bewerbungsgespräch in diesem Artikel zusammengetragen.

Das Bewerbungsgespräch ist ja schon aufregend genug … Wird es per Videokonferenz abgehalten, macht das die Sache nicht besser – ganz im Gegenteil: Im Remote Bewerbungsgespräch lauern so manche zusätzliche Fehlerfallen, die es zu umschiffen gilt. Wir haben Recruiter nach den schlimmsten No-Gos gefragt, die sie bisher in Video-Bewerbungsgesprächen erlebt haben, und empfehlen: Bitte nicht nachmachen!

Generelle Bewerbungsgespräch-Fehler

Eins gleich mal vorweg: Die meisten Video-Bewerbungsgespräche laufen gut, denn im Großen und Ganzen unterscheidet sie nicht viel von herkömmlichen Jobinterviews. Die richtige Vorbereitung umfasst auch remote Recherche über die Firma, den Job, die häufigsten Fragen und Gehaltswünsche. Dementsprechend gelten auch die gleichen No-Gos:

  • Nichts über sich erzählen
  • Kein Interesse an Firma oder Job zeigen
  • Über ehemalige Arbeitgeber herziehen

No-Gos im Remote Bewerbungsgespräch

Ein paar Eigenheiten haben Remote Bewerbungsgespräche aber doch. Ein passender Raum muss gefunden werden, die Technik sollte funktionieren und auch das Outfit sollte Bewerbungsgespräch-tauglich gewählt werden – im Homeoffice für viele ungewohnt. Doch das ist nicht allen Bewerbern bewusst, wie uns Recruiter erzählt haben. Diese No-Gos solltest du im Videointerview unbedingt vermeiden:

Setting und Tools ablehnen

Klare Sache: Das Unternehmen, bei dem du dich bewirbst, gibt vor, wie und wo das Bewerbungsgespräch stattfindet. Wird es per Videokonferenz abgehalten, musst du das natürlich akzeptieren. Es abzulehnen, zeigt, dass du dich nicht flexibel auf die Situation und die aktuellen Spielregeln einstellen kannst oder willst und wenig IT-affin bist. Beides Anforderungen, die in der Arbeitswelt enorm wichtig sind.

Dasselbe gilt für das verwendete Programm. Ob Zoom, Whereby oder Microsoft Teams, jedes Unternehmen bevorzugt bestimmte Tools fürs Remote Bewerbungsgespräch. Auch darauf musst du dich einstellen und das besagte Programm auch verwenden. Gegenvorschläge wirken wenig entgegenkommend und machen keinen guten ersten Eindruck bei deinem potenziellen neuen Arbeitgeber.

Technische Funktionalität nicht prüfen

Mit der Terminbestätigung bekommst du üblicherweise auch einen Meeting-Link oder zumindest den Namen des verwendeten Programms zugeschickt. Wichtig: Wenn du das noch nie verwendet hast, probier es vorher aus. Möglicherweise blockieren deine Computereinstellungen das Programm. Das kannst du zwar leicht beheben, allerdings bitte VOR dem Bewerbungsgespräch. Die Technik zu prüfen, gehört schließlich auch zur perfekten Vorbereitung dazu. Ansonsten verzögert sich der Termin – und das sehen Recruiter gar nicht gern.

Unpünktlich sein

Ja, das gibt es auch remote. Hat man im herkömmlichen Bewerbungsgespräch immer noch „den Verkehr“ als Ausrede, wirds im Homeoffice schwierig. Verschlafen, Zeit übersehen oder schlicht vergessen? Bei einem so wichtigen Termin wie dem Bewerbungsgespräch ein absolutes No-Go! Solltest du den Termin aus einem wichtigen Grund nicht einhalten können, melde dich rechtzeitig vorher und bitte um einen neuen.

Die falsche Location wählen

Wie schon beschrieben, liegt es im Remote Bewerbungsgespräch an dir, einen passenden Ort auszuwählen, von dem aus du das Gespräch führst. Dieser Ort sollte möglichst ruhig und nicht zu privat sein: Schlaf- oder Badezimmer sind weniger gut geeignet, das (aufgeräumte!) Wohnzimmer, der Esstisch oder natürlich ein Büro hingegen sehr gut.

Dein Hintergrund sollte dabei so aussehen, dass er ein möglichst ordentliches, professionelles Bild von dir zeigt. Also bitte aufräumen – oder die Kamera zumindest so positionieren, dass sie das Chaos nicht einfängt … Draußen solltest du das Gespräch auf keinen Fall führen, schon gar nicht im Gehen! Das sorgt für zu viele Hintergrundgeräusche und du kannst dich nicht voll auf das Interview konzentrieren.

„Da landen Vögel auf meinem Balkon …“

Sich ablenken lassen

Im Gegensatz zum Bewerbungsgespräch im Office kann zuhause ja so einiges passieren: Das Kind will was, die Katze läuft durchs Bild, die Nachbarn lärmen … Sieh zu, dass diese Ablenkungen während des Remote Bewerbungsgesprächs möglichst nicht stattfinden! Sag allen, die dich stören könnten, Bescheid, dass du im vereinbarten Zeitraum Ruhe brauchst, schalte dein Handy auf lautlos, deaktiviere Push-Benachrichtigungen. Kurzum: Lass dich von nichts ablenken, das rund um dich passiert! Da landen Vögel auf deinem Balkon? Darum kümmerst du dich bitte NACH dem Jobinterview.

Übrigens: Auch dein Hintergrund kann ablenken – und zwar dein Gegenüber! Achte also darauf, dass du vor einem möglichst neutralen Hintergrund sitzt. Eine weiße Wand, ein Bücherregal oder eine Pflanze sind gut geeignet, Geschirr- oder Wäscheberge, unzählige Bilder oder spielende Kinder eher weniger …

Einen Monolog abhalten

Zugegeben, es ist eine Herausforderung, ein professionelles Gespräch per Videokonferenz zu halten. Immerhin nimmt man wichtige körperliche Signale wie Mimik und Gestik dabei nur sehr eingeschränkt wahr. Im schlimmsten Fall führt das dazu, dass man andere gar nicht zu Wort kommen lässt. Achte also immer darauf, ob dein Gegenüber auch etwas sagen möchte. Denn auch wenn das Setting vielleicht ähnlich ist: Ein Video-Bewerbungsgespräch ist kein Social-Media-Video, in dem es nur um dich geht.

Recherchieren während des Gesprächs

Ein absoluter Killer: Wissenslücken während des Gesprächs schließen. Das Problem: Man sieht, wenn deine Augen plötzlich am Bildschirm umherwandern und du nicht mehr bei der Sache bist. Noch schlimmer ist, wenn deine Brillengläser oder ein Spiegel im Hintergrund offenbart, was du da gerade treibst. Tauchen während des Jobinterviews also wichtige Fachbegriffe oder Details auf, die du nicht kennst, frag lieber deinen Gesprächspartner als Doktor Google. Im schlimmsten Fall wird damit klar, dass der Job nicht der richtige für dich ist – besser früher als zu spät! Du zeigst damit aber, dass du ehrlich bist und dich traust, Fragen zu stellen. Und das rechnet dir ein potenzieller neuer Arbeitgeber sicher hoch an.

Spiegelungen verraten mehr als dir lieb ist.

In Jogginghose zum Bewerbungsgespräch

Um noch mal auf Spiegel zu sprechen zu kommen: Sie verraten mehr, als dir lieb ist. Nicht nur, was du gerade tust, sondern auch, was du gerade trägst, kann durch sie sichtbar werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfehlen wir dir: Zieh dich – vollständig – so an, wie du dich auch beim herkömmlichen Bewerbungsgespräch kleiden würdest. Warum das auch im Arbeitsalltag Sinn macht und du bei wichtigen Terminen auf die geliebte Jogginghose verzichten solltest, erklärt Psychologin Christa Schirl in diesem Artikel:

 

Bildnachweis: shutterstock/Roman Samborskyi

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.