Fortbildung im Job: Wie lernt man nie aus und hat auch noch Spaß daran?

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 15. September 2016 um 10:15

Noch vor ein paar Jahren reichte es aus, nach einer soliden Ausbildung in einen Job einzusteigen, ihn nach einer kurzen Einarbeitungszeit zu beherrschen, seine Stellung durch Kompetenz, aber auch durch Routine zu festigen, um exakt diesen Job dann einige Jahre lang genauso auszuüben. Seit damals hat sich viel verändert. Der Wunsch nach Weiterbildung steht bei den meisten Bewerbungsgesprächen auf Bewerberseite ganz oben und auch Arbeitgeber schätzen Fortbildungsaffinität bei ihren Mitarbeitern. Es gibt so viel zu lernen, also packen wir es an…

Ein Gastbeitrag von Elisabeth Kling für TEDxVienna.

Weitere Artikel zum Thema

Statt sich spätnachts stundenlang verbissen über dicke Wälzer zu beugen, ist Fortbildung heutzutage im Arbeitsalltag angekommen oder während der Kernarbeitszeiten mit eingebunden. Immer öfter bestehen Weiterbildungsmaßnahmen nicht aus einem zusätzlichen Lehrgang oder einem weiteren bzw. aufbauenden Studium, sondern setzen sich aus verschiedenen zeitlich weniger aufwändigen und aufeinander abgestimmten Maßnahmen zusammen, je nach Interesse oder gewünschtem Zeitaufwand.

Lernen im Job

Konstantes Lernen „on the job“

Jobrollen sind nicht mehr statisch, sondern gehen mit der Zeit und entwickeln sich ständig weiter. Nicht nur verlangen neue Stellenprofile kontinuierliche Weiterentwicklung, auch Arbeitsmodelle verändern sich laufend. Wir möchten die sich stetig entwickelnden Technologien beherrschen, welche uns auch oft vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden. Außerdem heißt es am Ball bleiben, was unsere Soft Skills angeht. Im besten Fall entscheiden Unternehmen und Mitarbeiter gemeinsam, wohin es mit der jeweiligen Stelle gehen soll, idealerweise abgestimmt auf Zukunftsvorstellungen, aber auch Interessen sowie Stärken des jeweiligen Mitarbeiters.

Netzwerkmeeting

Aber worauf kommt es denn jetzt eigentlich an beim Thema Fortbildung? Der TEDxVienna Blog hat sich mal auf die Suche nach modernen Formen des Lernens gemacht – in seiner Heimat Wien als auch in Linz, dem Sitz von karriere.at.

Durchs Reden kommen d’Leut zam – lernen von- und miteinander

Immer mehr Netzwerke bieten die Möglichkeit auf Gleichgesinnte zu treffen, sich gemeinsam fortzubilden und branchenintern, oft aber auch übergreifend Kontakte zu knüpfen. Das Herzstück vieler Netzwerktreffen bilden meist ein oder mehrere Vorträge sowie die Möglichkeit sich auszutauschen, zu „networken“ eben. Die erfolgreiche Wiener Plattform Digitalista funktioniert beispielsweise nach diesem Prinzip und fördert und vernetzt Frauen in der österreichischen Digitalbranche. In Linz geht’s beim Technologieplauscherl zum Beispiel darum, gemütlich zusammenzukommen und in entspannter Atmosphäre über Technologie, Coding und Projekte reden. Zahlreiche Veranstaltungen in diesem Bereich laden Mitarbeiter von Unternehmen aber auch Selbstständige zum gemeinsamen Weiterentwickeln, Vertiefen des eigenen Wissens, Schaffen von Synergien und oft auch einfach „zum über den Tellerrand schauen“.

Weitere tolle Beispiele hierfür sind:

Girls who code

Alles easy

So sehr es auch Spaß macht nicht „stehen zu bleiben“, muss Fortbildung vor allem auch effektiv und einfach zugänglich sein. Gerade im Technologiesegment gilt es, schnell praktisches Wissen zu erwerben, um dieses im Idealfall auch gleich anwenden zu können. Die beiden Plattformen Ruby on Rails, Girls n’ Code und Smart Ninja beweisen, dass z.B. Programmieren schnell und unkompliziert für jedermann erlernbar ist und stellen dabei auch informativen und spannenden Content sowie (ja, auch unterhaltsame) Online-Tutorials zur Verfügung. Aber nicht nur was neue Technologien angeht gibt’s unkomplizierte Angebote sich ganz easy weiterzubilden. Online gibt es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten und virtuelle Lernseiten in den unterschiedlichsten Bereichen, die teilweise auch kostenlos in Anspruch genommen werden können.

Auch zuschauen macht schlau

Oft geht es uns auch einfach um Inspiration im Alltag. Es muss nicht immer ein ganzer Kurs oder ein umfassendes Fortbildungsprogramm sein, sondern manchmal reicht ein Impuls, um sich einem neuen Thema zu widmen, eingefahrene Muster zu analysieren, den Denkprozess anzuregen. Gerade in kreativen Berufen – und ist nicht eigentlich in jedem Beruf Kreativität gefragt? Einen kreativen Input, noch vor Arbeitsbeginn (weil Morgenstund’ ja angeblich Gold im Mund hat), gibt’s zum Beispiel jeden letzten Freitag im Monat bei den Veranstaltungen den CreativeMornings Vienna. Nach einem kreativen Kurzvortrag und einem kleinen Frühstück kann der Arbeitstag dann beginnen. In Linz lädt zum Beispiel Stahlstadt.js regelmäßig zu inspirierenden Vorträgen im thematischen Umfeld von Web- und Softwareentwicklung. Auch schon fest im Alltag vieler integriert ist das regelmäßige Schauen von diversen online-Channels. Die populären TED Talks sind Kurzvorträge für die unterschiedlichsten Interessensgebiete. Hier kann man sich mit aktuellen Themen versorgen, sich inspirieren oder einfach unterhalten lassen – und das Beste? Hat man nicht die Möglichkeit live dabei zu sein, sind zwanzig Minuten und ein Smartphone alles, was man dazu braucht.

Niemals auslernen

Etwas über sich selbst lernen

Weiterbildung ist nicht nur im Hinblick auf die beruflichen Aspekte wichtig, auch persönlich möchte sich die neue Generation immer weiterentwickeln. Um stets sein Bestes geben zu können, muss man auch darauf achten, dass man selbst nicht auf der Strecke bleibt. Es lohnt sich also, sich damit auseinanderzusetzen, wie man am besten abschalten bzw. der Dauerspirale entkommen kann. Ob einen nun Yoga, Meditation, Ausdauersport, Malunterricht, ein Sprachkurs, oder ein Haustier dabei hilft, sich regelmäßig auch mit sich selbst zu beschäftigen, das muss jeder individuell für sich entscheiden. Auch zu diesem Thema gibt es natürlich zahlreiche (Online-)Angebote und ja, auch Netzwerkveranstaltungen. (Kleiner Hinweis: Dient auch zur Burnout-Prävention ;-)

Zur Person

Elisabeth KlingElisabeth Kling schreibt Blogbeiträge für diverse Websites und Onlinemedien und arbeitet im PR- und Kommunikationsbereich. Bei TEDxVienna bloggt sie und ist Teil des Kommunikationsteams. Privat ist das Reisen ihre große Leidenschaft.

Redaktion

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren