Seine Stärken kennen: Wissen, was wirklich in dir steckt

von in Bewerbung, Jobsuche am Montag, 13. Juni 2016 um 10:47

„Was sind Ihre Stärken?“ Ohne diese Frage kommt so gut wie kein Vorstellungsgespräch aus. Wer sich welche Stärken typischerweise zuschreibt, hat Karrierecoach Svenja Hofert aus rund 1.000 Stärkenprofilen ausgewertet. Typisch Mann, typisch Frau – gibt es diese Klischees wirklich?

Ehrgeizig, teamfähig, innovativ?

Seine Stärken (und Schwächen) zu kennen ist mehr als reine Pflichtübung für das Bewerbungsgespräch. „Die eigenen Stärken zu kennen, ist wichtig, denn Stärken machen uns einzigartig und besonders“, sagt Karrierecoach Svenja Hofert. Ihr Buch, in dem sie sich mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt hat, haben wir an dieser Stelle bereits vorgestellt. Fällt die Frage nach den eigenen Stärken, werden meist die Dauerbrenner genannt: Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Organisationstalent – damit ist man auf der sicheren Seite. Klingt dafür auch wie aus einem Bewerbungsratgeber. „Eine Stärke ist jedoch erst dann wirklich eine Stärke, wenn sie charakteristisch ist für eine Person, wenn man die eigenen Stärken mag und weiterentwickeln möchte. Es geht somit um die ‚wahren‘ Stärken“, so Hofert.

Im Rahmen einer Studie hat Hofert über 1.000 Stärkenprofile ausgewertet und untersucht, welche Eigenschaften für welche Personengruppen spezifisch sind. Gibt es „typisch Mann“ oder „typisch Angestellter“? Ein Blick auf die Ergebnisse:

  • Selbstständige geben an, Stärken aus dem kreativen und produktiven Denken mitzubringen.
  • Bei Angestellten sind diplomatische Fähigkeiten oft besonders ausgeprägt: sie glätten Wogen, vermitteln zwischen verschiedenen Interessen und finden auch in schwierigen Zeiten Lösungen, die für möglichst alle Beteiligten passen.
  • Als „Alltagsmanager“ sehen sich ebenfalls eher angestellte Personen. Sie bewältigen aktuelle Aufgaben und konzentrieren sich mit starkem Praxisbezug auf das aktuelle Geschehen.
  • Gut mit Zahlen umgehen zu können, diese Stärke sprechen sich vor allem Männer zu. Sie sehen sich auch öfter in der Rolle eines Spezialisten.
  • Frauen bezeichnen sich als bessere Alltagsmanager.
  • Die Querdenker und Futuristen sind überwiegend bei den Selbstständigen zu finden. In einem fixen Arbeitsverhältnis würden sie vielleicht schneller anecken, als im eigenen Unternehmertum.
  • Networking als Stärke – das schreiben sich vor allem Entrepreneure auf die Fahnen.
  • Angestellte bringen oft „weichere“ Stärken mit als Unternehmer. Eine höhere Anpassungsbereitschaft ist als Stärke vor allem bei Personen in fixem Beschäftigungsverhältnis zu finden. Der Nachteil: Arbeitgebern entgeht wertvolles Innovationspotenzial, wenn Angestellte nicht anecken (dürfen).
  • Selbstständig Beschäftigte sehen auch ihre Offenheit für Neues und Anderes als große Stärke.

Wer seine eigenen Stärken besser kennenlernen möchten, kann das kostenlos online unter www.worklifestyle.net tun.

Stärken und Schwächen bei der Jobsuche

Das fehlende Bewusstsein für Stärken und Schwächen kann bei der Suche nach einem passenden Job zur Schwierigkeit werden. Über den manchmal langen Weg zu den eigenen Stärken haben wir uns vor einiger Zeit bereits mit Businesscoach Brigitte Herrmann unterhalten. Sie meint: „Das Problem ist, dass die meisten Menschen gar nicht wissen, was tatsächlich in ihnen steckt. Sie kennen ihre Stärken, auf die sie sich besinnen könnten, also gar nicht. Sie haben sich in ihrem Beruf eingerichtet, ‚machen ihren Job‘ und träumen nebenbei von einem besseren Leben“. Fünf hilfreiche Tipps für die Suche nach den eigenen Stärken und Talenten hat sie an dieser Stelle bereits verraten.

Bildnachweis: ArtFamily/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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