Soft Skills und Hobbys: So bringst du Leben in deinen Lebenslauf

von in Bewerbung, Jobsuche am Montag, 17. Oktober 2016 um 16:27

Berufserfahrung, Soft Skills oder Fachwissen: Was zählt im Rennen um den Wunschjob? Laut Arbeitgebern geht ohne „weiche“ Stärken nichts mehr. Fachwissen ist zwar ebenfalls wichtig – kann im Gegensatz zu Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Organisationstalent aber erlernt werden. In der Bewerbung könnt ihr mit den richtigen privaten Infos zu Interessen und Hobbys punkten. So macht ihr aus euren liebsten Freizeitaktivitäten Stärken für die Jobsuche.

Berufserfahrung, Soft Skills oder Fachwissen – was zählt mehr im Rennen um den Wunschjob? Klar ist, dass sich das pauschal nicht sagen lässt. Sicher ist jedoch: Arbeitgeber schätzen Bewerber, die Teamfähigkeit und Empathie mitbringen. Wie viel alleine oder im Team gearbeitet wird, hängt immer vom jeweiligen Job ab – ohne soziale Kompetenzen gehts aber kaum.

Soft Skills: Was wünschen sich Arbeitgeber?

In unserer letzen Online-Umfrage wollten wir von euch wissen: Seid ihr Teamplayer oder Solist? Und was werten Arbeitgeber stärker, wenn es um die Wahl eines Kandidaten geht: Fachwissen oder Soft Skills?

Mehr als die Hälfte der 497 befragten Arbeitnehmer werkeln gerne im Team, solange sie dabei auch ungestört arbeiten können. 30 Prozent sagen von sich überhaupt, dass sie absolute Teamplayer sind. 9 Prozent der Umfrageteilnehmer geben an, keine Kollegen zu brauchen, um produktiv zu sein, während 6 Prozent nur ungern im Team arbeiten und das nur tun, weil es sich nicht vermeiden lässt.

Soft Skills Umfrage Arbeitnehmer

Die überwiegend positive Einstellung zu Teamwork trifft sich gut, denn Arbeitgeber legen Wert darauf: Sechs von zehn Personalentscheider legen laut unserer Umfrage im Zweifelsfall mehr Wert auf Teamfähigkeit als auf Fachwissen, da man letzteres lernen kann. Sieben Prozent stellen gute Performance im Team sogar über alles und sind überzeugt: „Nur homogene Teams sind gute Teams“. Knapp jeder Dritte (30 Prozent) sagt, dass der perfekte Kandidat zwei Teile Fachwissen und einen Teil Soft Skills mitbringt. Sechs Prozent halten Soft Skills für überflüssig und geben an, dass Fachkompetenz für sie das einzig Ausschlaggebende ist.

Soft Skills Umfrage Arbeitgeber

Eine Portion Teamgeist bitte!

Der Personalentscheider wirft einen Blick auf das Anschreiben, liest den Lebenslauf und entscheidet dann: Den Bewerber zu einem Gespräch einladen oder sofort entscheiden, dass daraus nichts wird? Der Inhalt der Bewerbung entscheidet über eingeladen oder nicht eingeladen werden, über Zu- oder Absage. So wichtig berufliche Erfahrung und Fachwissen auch sind, Social Skills geben einer Bewerbung die persönliche Note und machen Bewerber interessant. Aufgrund von Freizeitinteressen dürfen Kandidaten nicht diskriminiert werden, die Angabe der Hobbys macht den Menschen hinter dem Lebenslauf aber gleich ein Stück interessanter. Und spätestens im Jobinterview möchten Gesprächspartner wissen: Wie tickt die Person, die neu zum Team stoßen wird?

Die Herausforderung: Also Bewerber schon vor dem Jobinterview signalisieren, dass man mit anderen gut kann: Teamwork? Ja bitte! Starke Nerven und Geduld im Umgang mit Kunden? Selbstverständlich. Seine Social Skills kann man auf zwei Wegen in der Bewerbung verpacken: Entweder, eine berufliche Station erforderte offensichtlich eine Menge Soft Skills wie Organisationstalent oder man glänzt durch Hobbys und Freizeitinteressen, die auf Teamwork oder andere Soft Skills bauen.

Bring Leben in deinen Lebenslauf

Teamfähig, kommunikativ, flexibel. So lautet nicht selten der Standardwunsch der Arbeitgeber im Jobinserat – und Bewerber schreiben sich das häufig genau so in ihre Bewerbungsunterlagen. Höchste Zeit, die Aneinanderreihung von Schlagwörtern zu beleben – damit deine Stärken keine Floskeln bleiben.

  • Selbstanalyse
    Keine falsche Bescheidenheit: Worin bist du gut – und was macht dich auf diesem Gebiet so gut? Deine Soft Skills lassen sich sowohl im Job, als auch in Hobbys und Freizeitbeschäftigung finden. Vielleicht konntest du bisher keine Führungserfahrung im Berufsleben sammeln, hältst aber im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit die Fäden in der Hand. Denke neben Hobbys und privaten Interessen auch an negative Situationen zurück, die du erfolgreich gemeistert hast – und sei es „nur“, dass du den Urlaub deiner Reisegruppe durch ideenreiches Handeln gerettet hast. Im Jobinterview wird die Frage nach Stärken und Schwächen ziemlich sicher gestellt. HR-Manager lieben kleine Geschichten die zeigen, wer du bist und wie du tickst.
  • Storytelling: Konkret werden
    Kleine Geschichten und Anekdoten sorgen dafür, dass du aus der Reihe der Bewerber positiv hervor stichst. Jemand mit einer guten Geschichte bleibt dem Personaler auch nach vielen Bewerbungsgesprächen in Erinnerung. „Einmal jährlich organisiere ich für mich und meine Freunde eine Städtereise inklusive Programm vor Ort.“ Klingt doch viel besser als „Ich bin ein Organisationstalent“. Egal ob du Teamplayer, Networking-Genie oder belastbares Arbeitstier bist: Überlege dir zu jeder Stärke konkret eine Situation, in der du deine Soft Skills nutzen konntest.
  • Schwächen mitdenken
    Wer Stärken sagt, der muss auch Schwächen sagen – und danach wirst du im Bewerbungsgespräch sicher auch gefragt. Während du dir überlegst, welche positiven Soft Skills du mitbringst, denk auch an die andere Seite. Deine größten Schwächen musst du dem Personalverantwortlichen natürlich nicht auf dem Silbertablett servieren. Zu seinen kleinen Fehlern zu stehen zeugt jedoch von Ehrlichkeit und selbstkritischem Umgang mit der eigenen Persönlichkeit. Bereite dir vor dem Gespräch ein bis zwei Punkte vor von denen du weißt, dass du hier Entwicklungspotenzial siehst.

Kochen, stricken, Segelfliegen: Müssen Freizeitinteressen in den Lebenslauf?

Neben beruflichen Herausforderungen eignen sich auch Hobbys hervorragend, um für dich die Werbetrommel zu rühren. Was du in deiner Freizeit am liebsten machst, kann etwas über deine Persönlichkeit aussagen – muss es aber nicht! Zu große Bedeutung sollte den Hobbys im Lebenslauf nicht zugemessen werden, für Personaler komplettieren sie aber das Bild eines Bewerbers und geben Hinweise auf die Soft Skills eines Kandidaten. Welche Freizeitinteressen sollen in den CV, was kann man im Jobinterview ansprechen? Zu folgender Leitfrage hat karriere.at-HR-Manager Thomas Olbrich bereits an dieser Stelle geraten: Welches Bild erzeuge ich mit meinem Lebenslauf bei jemandem, der mich nicht kennt?

Private Infos im Lebenslauf: 3 Fails

Persönliche Interessen sollten im Lebenslauf also nicht fehlen. Kann man dann noch etwas falschen machen? Man kann – zum Beispiel diese beiden Dinge:

Die falschen Hobbys

Binge-watching an einem verregneten Wochenende ist etwas feines und jeder Serienjunkie weiß: Ein Netflixmarathon erfordert gewissenhafte Vorbereitung sowie Durchhaltevermögen und den eisernen Willen, der Müdigkeit zu trotzen. „Fernsehen“ kommt als Hobby im CV aber vielleicht nicht so gut. Falls du Cineast bist, gibt’s für Kino und TV natürlich eine Ausnahme. Dann solltest du aber konkreter werden und dem Personalmanager z.B. wissen lassen, dass US-Road Movies dein Steckenpferd sind. Freizeitbeschäftigungen, die sich im CV auch besser nicht sehen lassen: Facebook, shoppen oder chatten.

Hobbys erfinden

Eine Bewerbung trägt, wie jede Werbung, vielleicht etwas dicker auf, Unwahrheiten sind aber auch bei den Hobbys tabu. Wer aus dem Sonntagsspaziergang eine Bergtour oder aus der Musical-DVD die große Passion fürs Theater macht, fliegt im Jobinterview vielleicht auf. Wie für alle anderen Teile einer Bewerbung gilt auch hier: Ehrlich bleiben – oder Freizeitinteressen besser weglassen.

Zu viele Freizeitinteressen

Viel bringt nicht immer viel: Eine lange Liste an Hobbys und Interessen führt beim Personalverantwortlichen vielleicht zur Frage: Und da bleibt noch Zeit und Energie für den Job? Auch wenn du viele Interessen hast, kuratiere die Liste deiner Freizeitbeschäftigungen und kürze sie auf ein gesundes Maß mit ausgewogener Mischung an verschiedenen Tätigkeiten.

Bildnachweis: Photobac/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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