Übersichtlich, vollständig und relevant: Der erfolgreiche Lebenslauf

von in Bewerbung, Jobsuche am Montag, 10. November 2014 um 21:16

Übersichtlich, vollständig und mit allen relevanten Informationen bestückt – so sieht der ideale Lebenslauf aus. An einem chaotischen Dokument scheitern laut aktueller karriere.at-Umfrage knapp ein Drittel der Bewerber. Wir haben ein paar Tipps für den erfolgreichen Lebenslauf zusammen gestellt und helfen beim Erstellen der Bewerbungsunterlagen mit einem fertig formatierten Lebenslauf. Wie man mit Lücken und Stolperfallen bei der Jobsuche richtig umgeht, weiß Coach Ines Schöffmann.

Der Lebenslauf als Kernstück der Bewerbung

Lebenslauf ArbeitnehmerLebenslauf & Co.: Worauf legen Firmen wert? 433 Arbeitnehmer haben im Online-Voting abgestimmt, zwei von drei sind sich sicher: Hauptsache, der Lebenslauf ist übersichtlich und strukturiert. 14 Prozent suchen im Internet nach Tipps und Hilfestellungen für die Erstellung ihres CV. Fast ebenso viele sagen: Keine Ahnung, worauf Unternehmen Wert legen. Aus dem Inserat geht das nicht hervor. Sechs Prozent würden im Zweifelsfall direkt beim ausschreibenden Unternehmen nachfragen.

Worauf legen Personalmanager Wert?

Inhalt: Mangelhaft! 40 Prozent der befragten Personalisten, Unternehmer und Führungskräfte gaben an, dass es am Inhalt des Lebenslaufs besonders oft mangelt und relevante Informationen oft fehlen. An fehlender Struktur und Unübersichtlichkeit scheitert ein knappes Drittel der Bewerber. Lücken in den Unterlagen verbauen einem Kandidaten laut 22 Prozent der Unternehmensvertreter den Weg zum Vorstellungsgespräch. Ist der Lebenslauf nicht aktuell, sagen sechs Prozent der Befragten „Leider nein“.

Design und Übersichtlichkeit

Der erste Eindruck zählt. Das gilt nicht nur für persönliche Begegnungen sondern auch dann, wenn Personalisten einen Blick auf Bewerbungsschreiben und Lebenslauf werfen. Den guten ersten Eindruck sollte man nicht mit fehlerhaften Unterlagen oder einem chaotischen Lebenslauf zerstören. Als Visitenkarte und Leistungsschau der beruflichen Stationen und Kompetenzen eines Bewerbers müssen sie dem Personalmanager auf den ersten Blick zeigen: Was hat der Bewerber zu welchem Zeitpunkt in welcher Firma oder Ausbildungsstätte gemacht?

Aufbau und Struktur: Der ideale Lebenslauf

Vorlage LebenslaufEine übersichtliche Gliederung erleichtert es, sich im Lebenslauf zurecht zu finden. Mögliche Kategorien können sein: Persönliche Daten, Ausbildung, Beruflicher Werdegang, Qualifikationen und Weiterbildungen, Interessen. Die Variante, seine Ausbildungs- und Arbeitsstätten chronologisch und beginnend mit der aktuellsten aufzulisten, hat sich in Österreich und Deutschland bereits etabliert. Die aktuelle Tätigkeit und letzte Ausbildung stehen bei dieser Variante immer an erster Stelle. Die Zeitpunkte werden im Format Monat/Jahr angegeben. Tipp: Wer sich auf karriere.at für den Online-Lebenslauf registriert, hat die Möglichkeit, einen fertig formatierten Lebenslauf als PDF zu exportieren.

Inhalt: Was muss in den Lebenslauf hinein?

  • Persönliche Daten: Vor- und Familienname, Geburtsdatum und -ort, Staatsbürgerschaft
  • Schulbildung: absolvierte Schulen inklusive Abschluss (Ort, Dauer und Abschlussdatum)
  • Hochschulen: besuchte Universität oder Fachhochschule, Thema der Abschlussarbeit, Informationen zur Abschlussprüfung, eventuell absolvierte Auslandssemester
  • Berufsausbildung: Art der Ausbildung, Ausbildungsbetrieb, Abschluss
  • Beruflicher Werdegang: Arbeitgeber und -ort, Art und Dauer der Tätigkeiten
  • Berufliche Weiterbildungen
  • Außerberufliche Aus- und Weiterbildung: Hier nur jene Ausbildungen angeben, die für das persönliche Kompetenzprofil oder die angestrebte Stelle relevant sind.
  • Kenntnisse und Fähigkeiten: Fremdsprachen, EDV-Kenntnisse und andere Fähigkeiten finden hier ihren Platz.
  • Hobbys und Interessen: Gut überlegen, welche Freizeitaktivitäten man angeben möchte: Was zeichnet mich z.B. als Teamplayer aus oder zeigt, dass ich Durchsetzungsvermögen habe? Hobbys, die die persönliche Kompetenz und berufliche Ambitionen unterstreichen, darf man im Lebenslauf ruhig anführen.

Vom richtigen Umgang mit Lücken und Stolperfallen

LebenslaufKrankheitsbedingter Ausfall, abgebrochene Ausbildungen oder Zeiten der Arbeitslosigkeit sind zum Teil unvermeidbar, reißen aber unschöne Lücken in den Lebenslauf. Wie man mit Stolperfallen und Lücken im Lebenslauf umgeht, verrät Bewerbungscoach Ines Schöffmann: „Kurze Lücken sind heutzutage kein Problem mehr. War man zwischen zwei Jobs einmal ein paar Monate arbeitslos, ist es nicht nötig ‚arbeitslos‘ in den Lebenslauf zu schreiben – das klingt immer schlecht. ‚Arbeitssuchend‘ ist auch nicht sehr viel besser.“ Zu abgebrochenen Ausbildungen sollte man selbstbewusst stehen. „Das Wort ‚Abbruch‘ sollte man aber nicht verwenden. Man gibt einfach nur den Zeitrahmen der Ausbildung an, auch, wenn man z.B. nur zwei Jahre studiert hat. Man lernt auch in dieser Zeit etwas. Es ist nicht nur der formale Abschluss, der zählt“, so Schöffmann.

Lange Fehlzeiten keinesfalls verschweigen

Längere Zeiten der Erwerbslosigkeit sollte man im Lebenslauf nicht unterschlagen. Denn die Frage „Was hat der Bewerber in all dieser Zeit eigentlich gemacht?“ stellen sich Personalisten auf jeden Fall. Schöffmann erzählt von einem Praxisbeispiel: „Ich betreute einen seit über zwei Jahren arbeitslosen Softwareentwickler. Durch eine Krankheit und längeren Reha-Aufenthalt fiel er gut ein Jahr aus. Ihm wurde leider geraten, die Krankheit einfach zu verschweigen und die Lücke dann im Bewerbungsgespräch zu erklären. Nur: Ab diesem Zeitpunkt gab es keine Vorstellungsgespräche mehr, dafür hagelte es Absagen. Ich habe ihm empfohlen, die Reha und seine Genesung im Lebenslauf zu erwähnen. Den neuen CV hat er an drei Unternehmen geschickt, zwei haben ihm ein Angebot gemacht und drei Wochen später hatte er wieder einen Job.“

In die Haut des misstrauischen Personalisten schlüpfen

MisstrauenZu einem Perspektivenwechsel rät Schöffmann wenn es darum geht, seinen Lebenslauf auf Herz und Nieren zu prüfen: „Man sollte den eigenen CV immer aus der Sicht eines misstrauischen Personalisten lesen. Was wird derjenige denken, wenn ich in kurzer Zeit drei Mal den Job gewechselt habe? Vermutlich, dass ich ein Jobhopper bin. Das denkt er aber nicht, wenn man mit dem Lebenslauf eine Erklärung mitliefert. Das kann ein Konkurs des Arbeitgebers sein oder die Verlegung des Betriebes an einen anderen Standort“, sagt Schöffmann.

Bildnachweis: Marish / Shutterstock; karriere.at; Minerva Studio / Shutterstock; nito / Shutterstock; ArtFamily / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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