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Was wollen bewerber

Was wollen Talente? HR schätzt es falsch ein

Zusammenarbeit Aktualisiert am: 03. Mai 2021 2 Min.

Flexible Arbeitszeiten oder gutes Gehalt – was ist Bewerber*innenn wichtiger? Die meisten Personalverantwortlichen wissen es nicht, wie eine Umfrage zeigt. Denn HR-Manager*innen schätzen den Stellenwert ihrer Angebote völlig falsch ein.

In der Studie „War for Talents“ befragte Marketagent im Auftrag vom WIFI Wien 518 Arbeitnehmer*innen und 92 Personalverantwortliche aus Wien und Niederösterreich um ihre Meinung zu wichtigen Aspekten bei der Arbeitgeberwahl. Die Ergebnisse sind erschreckend: Was Bewerber*innen wichtig ist, wissen die wenigsten Personalverantwortlichen.

Zugleich verdeutlicht die Studie aber auch den herrschenden Bewerber*innenmangel: Nur 12 Prozent der befragten Arbeitnehmer waren in den letzten drei Monaten auf Jobsuche, knapp mehr als die Hälfte hat schon seit über zwei Jahren nicht mehr gesucht. Dagegen waren fast 90 Prozent der Personalverantwortlichen in den letzten drei Monaten auf Talentsuche.

Was Bewerbende vom Arbeitgeber wollen #

Mit der Frage „Wie wichtig sind bzw. wären Ihnen die folgenden Aspekte bei einem Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben?“ kristallisierten sich bei den Arbeitnehmer*innen folgende drei Spitzenreiter heraus:

  1. Gehältertransparenz, faire Entlohnung: 53,3 %
  2. Sich mit dem Unternehmen identifizieren können: 36,7 %
  3. Gutes Image des Unternehmens: 32,4 %

Das Image des Unternehmens ist der Bewerber*in somit wichtig, aber nicht so sehr, wie HR-Manager*innen das glauben. Ihrer Einschätzung nach sind die drei wichtigsten Aspekte bei der Arbeitgeberwahl:

  1. Gutes Image des Unternehmens: 52,2 %
  2. Sich mit dem Unternehmen identifizieren können: 52,1 %
  3. Stolz sein, bei Unternehmen zu arbeiten: 45,7 %

Auf Arbeitgeberseite wird also vor allem das Image des Unternehmens als wichtig für Bewerber angesehen. Dass Gehältertransparenz und faire Entlohnung ausschlaggebend dafür ist, bei einem Betrieb arbeiten zu wollen, schätzen nur 38 Prozent der Personalverantwortlichen so ein. Viel wichtiger ist es Bewerbern ihrer Ansicht nach, stolz zu sein, beim Unternehmen zu arbeiten. Das sehen aber nur 30,1 Prozent der Arbeitnehmer so.

Sicherheit und Perspektiven sind wichtige Argumente #

In Zeiten häufigerer Jobwechsel und ständiger Veränderung scheinen Arbeitsplatzsicherheit und langfristige Perspektiven im Unternehmen weniger wichtig zu werden. Tatsächlich empfinden aber 72 Prozent der Arbeitnehmer*innen als sehr wichtig, einen sicheren Arbeitsplatz zu haben und knapp 42 Prozent wünschen sich Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens. Das erkennen nur 54,3 beziehungsweise 20 Prozent der Personalverantwortlichen.

Beliebte Benefits: Bewerbebde und Personaler*innen sind unterschiedlicher Meinung #

Bei den Zusatzangeboten stimmen HR-Manager*innen auch nicht immer mit der Sichtweise der Bewerber überein. Hier zeigt sich: Personalverantwortliche halten flexible Arbeitszeiten, Weiterbildung und Home-Office für am attraktivsten, während Bewerbende lieber mehr Urlaub, günstiges Mittagessen und Parkplätze überzeugen.

  • Flexibe Arbeitszeiten, freie Zeiteinteilung, Gleitzeit: 66 % (Arbeitnehmer*innen) vs. 70,7 % (Personaler*innen)
  • Zusätzliche Urlaubstage: 58,5 % vs. 45,7 %
  • Aus- und Weiterbildungsangebote: 56,4 % vs. 51,1 %
  • Vergünstigtes Mittagessen/Kantine: 52,5 % vs. 28,3 %
  • Home-Office-Möglichkeiten: 49,8 % vs. 50 %
  • Gratis Erfrischungen (Obst, Kaffee): 46,3 % vs. 20,7 %
  • Parkplatz am Firmengelände: 42,5 % vs. 27,2 %

Bei weiteren Benefits wie Sabbaticals, Firmenauto sowie Sport- und Freizeitangeboten zeigt sich der Unterschied ebenso drastisch: ca. 30 Prozent der Arbeitnehmer*innen erachten diese als wichtig, aber nur 16 Prozent der Personalverantwortlichen schätzen das ebenso ein. Flexible Arbeitsplätze, Desk Sharing und ein Betriebskindergarten sind für rund 25 Prozent der Arbeitnehmer*innen wichtig, aber nur 14 Prozent der HR-Manager*innen erkennen das. Die Möglichkeit, Haustiere mit zur Arbeit zu nehmen, wird überhaupt nur von drei Prozent der Personaler*innen als wichtig erachtet, während es in Wahrheit für 16 Prozent der Bewerbenden eine Rolle bei der Arbeitgeberwahl spielt.

Was Bewerbende wollen, hängt von der Generation ab #

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