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Fluktuation

Kostenfaktor Fluktuation: Warum sich Mitarbeiterzufriedenheit lohnt

Arbeitsmarkt Erstellt am: 27. März 2019 2 Min.

Einen Mitarbeiter zu verlieren, heißt Geld zu verlieren. Denn um eine Position neu zu besetzen, müssen Unternehmen hohe Summen zahlen – fünfstellige, um genau zu sein. Die Fluktuationskosten, Gründe und mögliche Gegenmaßnahmen hat eine aktuelle Studie nun erhoben.

In manchen Unternehmen geht es zu wie im Taubenschlag: Es ist ein ständiges Kommen und Gehen an langjährigen und neuen Mitarbeitern. Das bringt nicht nur große Unruhe ins Team, sondern auch Verluste von Wissen, Fähigkeiten und jeder Menge Geld. Die aktuelle Deloitte-Studie „Fluktuation und deren Auswirkung auf Unternehmen“ hat nun die Ursachen und Kosten des ungewollten Personalwechsels in österreichischen Unternehmen analysiert.

Der Preis der Fluktuation: Eine Kündigung kostet 14.900 Euro

Jeder ist ersetzbar. Mit dieser Einstellung vergraulen viele Unternehmen ihre Mitarbeiter viel zu früh, statt sie zu binden, und verlieren damit ordentlich Geld. Laut Studienergebnis belaufen sich die durchschnittlichen Fluktuationskosten auf rund 14.900 Euro pro Stelle – abhängig von der Unternehmensgröße.

  • < 100 Mitarbeiter: 13.705 €
  • 100 bis 1000 Mitarbeiter: 13.852 €
  • > 1000 Mitarbeiter: 17.159 €

Warum große Unternehmen so viel höhere Fluktuationskosten haben, erklären die Autoren mit den meist komplexeren Strukturen. Durch diese sei die Einarbeitung aufwändiger, länger und damit auch kostspieliger. Insgesamt zeigt sich aber: Wer in die Mitarbeiterzufriedenheit investiert, spart sich langfristig viel Geld.

In diesen Berufsgruppen ist die Fluktuation am höchsten

Am veränderungswilligsten sind offenbar Vertriebsmitarbeiter, bei ihnen ist die Fluktuation mit 19 Prozent am höchsten. Dicht auf den Fersen sind den Vertrieblern die Fachkräfte aus IT, Logistik und Technik. Am wenigsten häufig wechseln die Mitarbeiter in Marketing und Assistenz (je fünf Prozent). Bewusst scheint das den Unternehmern nicht zu sein: 57 Prozent der befragten Führungskräfte konnten nicht einschätzen, welche Berufsgruppen in ihrer Firma am häufigsten kündigen.

„Die Fluktuationsrate hat sich in zwei Jahren mehr als verdoppelt.“

Unabhängig von den Berufsgruppen ist die Fluktuationsrate allgemein gestiegen: von 7,3 Prozent im Jahr 2016 auf 15,7 Prozent (Stand: Ende 2018). Quer durch die Bank zeigt sich dabei: Am häufigsten verlieren Unternehmen ihre hochqualifizierten Mitarbeiter in Schlüsselpositionen.

Fluktuationsgründe: Man verlässt den Chef, nicht die Arbeit

Die Gründe, warum Mitarbeiter gehen, sind alte Bekannte: Führung, Gehalt und Aufstiegsmöglichkeiten.

Die häufigsten Austrittsgründe:

  1. schlechte Führung (19 %)
  2. zu wenig Gehalt (18 %)
  3. geringe Aufstiegsmöglichkeiten (17 %)

Mit 13 Prozent sind auch zu wenige positive Mitarbeitererlebnisse ein häufiger Grund, warum Arbeitnehmer einen neuen Job suchen. Diese vier Bereiche bieten demnach viel Verbesserungspotenzial, um die Fluktuationsrate zu verringern. Danach befragt, worin sie aktuell investieren, um ihre Mitarbeiter länger im Betrieb zu halten, geben die befragen Führungskräfte am häufigsten Weiterbildungsmaßnahmen und verstärkte Mitarbeiterorientierung in Abläufen an (je 18 Prozent).

„Fast jedes zehnte Unternehmen tut nichts gegen die Fluktuation.“

Und auch der schlechten Mitarbeiterführung wird in vielen Unternehmen der Kampf angesagt: 17 Prozent investieren aktuell in Führungskräfte-Entwicklungsmaßnahmen. Wie sehr man sich angesichts des tobenden War for Talents um die bestehenden Mitarbeiter kümmern soll, ist aber nicht jedem bewusst. Neun Prozent der Unternehmen tut nach eigenen Angaben aktuell gar nichts, um die Fluktuationsrate zu verringern. Nicht die beste Idee bei den steigenden Besetzungszeiten offener Stellen …

Bildnachweis: shutterstock/Sapol Chairatkaewcharoen


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