Berufseinsteiger: Zufrieden mit Job aber nicht mit Perspektiven

von in Arbeitsleben, Arbeitsmarkt am Mittwoch, 20. November 2013 um 11:23

Spannende Ergebnisse liefert der Allianz Arbeitsmarktbarometer in Hinblick auf die Welt der Berufseinsteiger: Demnach sind rund ein Drittel der jungen Arbeitnehmer mit ihrem aktuellen Job zufrieden, weniger als ein Viertel möchte wechseln. Und das, obwohl mehr als 50 Prozent der Befragten von mangelnden Gehalts- und Entwicklungsperspektiven sprechen.

Wichtige Einschnitte im jungen Leben

zufriedenheit_jobDer Einstieg ins Arbeitsleben lässt sich eigentlich recht gut mit dem Schulstart vergleichen: Beides sind wichtige Einschnitte im Leben eines Menschen und können für das weitere Leben prägen. Erfahrungen, die man in dieser Zeit sammelt, sind umso wichtiger, da sie die ersten Erlebnisse in diesem Bereich sind, und man noch keine Möglichkeit für Vergleiche hat. Schön zu lesen daher, dass die jungen Österreicher laut der Studie durchaus positive erste Eindrücke von den der Arbeitswelt haben. 55 Prozent der Befragten empfinden ihre Erwartungen großteils als erfüllt. Vor allem die Arbeitskollegen, die gute Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes sowie flexible Arbeitszeiten werden als großes Plus genannt. Auch ein sicherer Arbeitsplatz ist für die deutliche Mehrheit (74 Prozent) gegeben.

Unzufriedenheit in Transportwesen und Marketing

Mit dieser Zufriedenheit lässt sich wohl erklären, dass drei Viertel der Befragten (75,8 Prozent) die Frage: „Haben Sie vor, Ihren aktuellen Job in nächster Zeit zu wechseln?“ mit „Nein“ beantworten. Weitere 64,4 Prozent sind mit der Wahl ihrer Ausbildung in Hinblick auf die berufliche Situation zufrieden. Nur 11,4 Prozent jener, die in nächster Zeit Job wechseln wollen, planen eine Umschulung oder weitere Ausbildung. Schaut man sich die Zufriedenheit im Job nach Branchen gereiht an, so ergibt sich ein klares Bild: Junge Arbeitnehmer im Gesundheits- und Bildungswesen sind am zufriedensten. Die geringste Zufriedenheit gibt es hingegen im Transportwesen sowie im Marketing.

Berufseinstieg ohne Aufstieg?

Inge Schulz, HR-Leiterin Allianz

Inge Schulz, HR-Leiterin Allianz Gruppe Österreich

Unzufriedenheit gibt es quer durch alle Branchen – und zwar betreffend Gehalt und Karrierechancen. „Während der berufliche Alltag insgesamt meist positiv erlebt wird, können Gehaltsentwicklung und Karriereperspektiven für junge Menschen aber mit den Erwartungen häufig nicht Schritt halten“, erklärt Inge Schulz, HR-Leiterin der Allianz Österreich. Nur 46 Prozent der jungen Arbeitnehmer sind demnach mit ihrem Gehalt zufrieden, bei den beruflichen Aufstiegschancen sind es gar nur 39 Prozent. Gerade Letzteres stimmt bedenklich, sprechen wir hier doch von Berufseinsteigern, denen eigentlich Tür und Tor noch offen stehen sollten. Ebenfalls Nachholbedarf ortet Schulz beim Thema der beruflichen Weiterbildung: Nur knapp die Hälfte bezeichnet das aktuelle Angebot als ausreichend.

Die meisten suchen online nach einem Job

jobsucheSpannend auch das Ergebnis hinsichtlich der Jobsuche – denn hier hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert. Laut der Studie suchen etwa zwei Drittel der Unter-30-Jährigen vorzugsweise online nach einem neuen Job, gefolgt von Zeitungen mit knapp 54 Prozent. Wie die Befragung weiter zeigt, sind Freunde und Bekannte zudem enorm wichtige Vermittler für einen Job. Das Pflegen von Beziehungen sowie berufliches Netzwerken spielt also auch in jungen Jahren bereits eine bedeutende Rolle.

Zur Studie

500 Österreicher im Alter zwischen 16 und 30 Jahren, die zumindest 20 Stunden pro Woche berufstätig sind, wurden für die Studie im Auftrag der Allianz Gruppe von Mindtake Research befragt. Hintergrund ist der Start der Allianz Job-Offensive, mit 50 Jobs in der IT und 150 Stellen in der Kundenberatung.

Bildnachweis: baranq / Quelle Shutterstock, Allianz/Mindtake

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren