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Berufliche fortbildung

Doppelbelastung Weiterbildung und Beruf: Schaffe ich das?

Weiterbildung Aktualisiert am: 21. September 2023 2 Min.

Der Wunsch zur beruflichen Veränderung kommt manchmal mit einem Preisschild: Wer eine Umschulung oder berufliche Fortbildung plant, muss das Pensum oft neben dem eigentlichen Job bewältigen. Ohne Zeit, Motivation und Verständnis von Familie, Freund*innen und Kolleg*innen klappt es nicht. Wie man in Sachen Weiterbildung fundierte Entscheidungen trifft und motiviert bleibt, erklärt Psychologin Angelika Heidinger.

Schaffe ich die Doppelbelastung Beruf und Weiterbildung? Vor dieser Frage stehen alle, die nach einigen Jahren der Berufstätigkeit über eine weiterführende Ausbildung nachdenken. Wer sich keine Auszeit vom Job nimmt, muss der Fortbildung so einige Abende oder Wochenenden opfern. Astrid Taurer, Leiterin des Teams Berufsmatura am WIFI Steiermark kennt die Bedenken der Bildungshungrigen: "Die hohe Bedeutung der Ausbildung ist mittlerweile bei sehr vielen vorhanden, dennoch sind viele unsicher und überlegen lange, bevor sie sich für oder gegen die Berufsmatura entscheiden. Viele Interessenten tun sich auch schwer abzuschätzen, ob sie die Doppelbelastung Beruf und Weiterbildung schaffen."

Angelika Heidinger ist als Psychologin und Karriereberaterin tätig. Aus ihrer Erfahrung lassen sich einige markante Motivationen für (berufliche) Veränderung festmachen: Das Bedürfnis, von Unzufriedenheit im Job oder dem Leidensdruck zu entfliehen - hin zu einem neuen, konkreten Karriereziel. Der Antrieb kann auch über Werte erfolgen - die absolvierte Ausbildung ermöglicht dann das Realisieren dieser Werte: Wem es wichtig ist, Verantwortung zu übernehmen, der möchte vielleicht in eine Führungsposition wechseln. Auch der Wunsch nach Wachstum und beruflichem Aufstieg kann eine Rolle spielen. Manche möchten sich durch eine Fortbildung auch nur den Wunsch nach einer sinnvollen, inspirierenden Tätigkeit erfüllen.

Eine Entscheidung - vier Perspektiven #

Heidinger empfiehlt, Entscheidungen für eine berufliche Fortbildung aus vier Perspektiven zu betrachten:

  1. Körper: Welche körperlichen Belastungen oder Entlastungen kommen auf mich zu, wenn ich mich für eine Fortbildung neben dem Job entscheide? Welchen Einfluss hat diese Entscheidung auf meinen Energiehaushalt?
  2. Seele: Was sagt mein innerster Wesenskern? Korreliert die Entscheidung mit meinen Werten? Wenn man dem Wert „Sicherheit“ große Bedeutung beimisst, kann eine Ausbildung wie die Berufsmatura dafür sprechen, da eine höhere Bildung die Arbeitsplatzsicherheit erhöht.
  3. Gefühl: Welche Emotionen kommen hoch, wenn ich an die Weiterbildung denke? Bin ich begeistert, freue ich mich oder belastet es mich?
  4. Verstand: Ein Blick auf die Zahlen und Fakten: Sprechen sie für oder gegen die Fortbildung? Es gilt, möglichst viele Informationen zu sammeln und diese möglichst objektiv zu bewerten.

Nach dem Sammeln aller Punkte, die für bzw. gegen die Fortbildung sprechen, sollte das Treffen einer fundierten Entscheidung leicht fallen. „Und eine Entscheidung, von der man überzeugt ist, ist auch ein ganz wichtiger Motivationsfaktor für eine Weiterbildung. Vor allem für eine langfristige Fortbildung, die ja doch sehr viele Ressourcen erfordert, sind solche Faktoren ganz wichtig", sagt Heidinger.

Bei aller Motivation, etwas Neues anzufangen, treten natürlich auch Bedenken auf: Bin ich bereit, den Preis für mehr Weiterbildung auch zu bezahlen? Dabei geht es um reale Kosten, das Verlassen der eigenen Komfortzone und Konflikte mit anderen Werten. Wem z.B. ausreichend Zeit mit der eigenen Familie sehr wichtig ist, muss im Fall einer Ausbildung bei der verfügbaren Freizeit wahrscheinlich Abstriche machen. Auch Glaubenssätze bremsen stark - oft aus dem Unterbewusstsein heraus: Das schaffe ich nicht. Im Lernen war ich noch nie gut. Wer sich dieser Denkmuster bewusst wird, hat den ersten Schritt bereits geschafft.

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