11. Oktober 2018 · Arbeitsleben · von

Wer negativ denkt, den bestraft das Leben

Wie heißt es doch so schön? Des Österreichers liebste Beschäftigung ist ausgedehntes Sudern, Jammern und Raunzen. Dabei scheinen wir aber zu vergessen, dass es unserer Gesundheit überhaupt nicht gut tut, wenn wir uns ständig negativen Gedanken hingeben. Doch welche Auswirkungen hat Negativität und was kannst du tun, um den Teufelskreis zu durchbrechen?

Die Auswirkungen von Negativität

In der Konversation mit anderen Menschen beschweren wir uns im Durchschnitt einmal pro Minute. Ganz schön häufig, wenn man länger darüber nachdenkt. Meistens dient Jammern als Lückenfüller, um unangenehme Pausen während eines Gesprächs zu vermeiden – es handelt sich dabei also um vergleichsweise „harmloses“ Sudern, der Effekt aber ist derselbe, als würde man sich maßlos über etwas Gewichtigeres aufregen. Denn jene Synapsen, die in Stressmomenten oder wenn du wütend bist, aktiviert werden, führen nämlich über kurz oder lang zu einem geschwächten Immunsystem und einem erhöhten Blutdruck. Und daraus wiederrum können erheblich schwerwiegendere Krankheiten wie Herzleiden, Übergewicht und Diabetes entstehen.

Wie, jammern macht fett?

Natürlich hast du nicht mit jedem Mal, wo du dich maßlos über deinen Chef ärgern musst, plötzlich zwei Kilo mehr auf den Rippen! Der wahre Übeltäter ist das Stresshormon Cortisol. Dieses wird freigesetzt, wenn wir uns einer potenziellen „Gefahr“, also einer schwierigen oder furchteinflößenden Situation, gegenübersehen. Produziert der Körper zu viel Cortisol, kann das die oben genannten Konsequenzen nach sich ziehen. Auch Depression, Angstzustände, Stimmungsschwankungen und Konzentrationsprobleme können auf einen erhöhten Cortisolspiegel zurückgeführt werden. Da Stress seinen Ursprung häufig in der Arbeit hat, haben wir zusätzlich fünf Tipps gegen Stress im Büro gesammelt.

Die drei Jammer-Typen

Die Spezies der Jammerlappen ist facettenreich. Grundsätzlich kann man zwischen drei verschiedenen Arten unterscheiden:

  • Der Dampfablasser: Chronisch frustriert und überzeugt, dass sich ohnehin die ganze Welt gegen ihn verschworen hat, hat der Dampfablasser kein Interesse daran, etwas an seiner Situation zu ändern. Von Lösungsvorschlägen, ganz gleich, wie hilfreich und logisch sie erscheinen mögen, wollen diese Menschen nichts hören.
  • Der Sympathie-Heischer: Egal wie mies dein Leben gerade läuft, den Sympathie-Heischer hat es stets noch schlimmer erwischt! Diese durchaus nervige Gruppe lechzt in ihrem sozialen Umfeld ständig nach Aufmerksamkeit und nach der Bestätigung, ein Opfer des Schicksals zu sein.
  • Der Chronische: Diese Menschen erleben ihr Dasein prinzipiell nur durch die Negativitätslinse. Sie halten so verbissen an der Gewohnheit des negativen Denkens fest, dass sich nach der ganzen Jammerei nicht einmal mehr ein Gefühl der Erleichterung einstellen kann. Diese Gruppe ist ganz besonders von Angstzuständen betroffen!

Das Gehirn als Gewohnheitstier

Wer ständig über seinen Problemen brütet und Situationen als grundsätzlich aussichtslos abtut, konditioniert damit seine Gehirnsynapsen auf mehr Effizienz hinsichtlich negativem Denken. Dadurch hält unser Gehirn an der Opferrolle fest, die wir uns selbst zugeschrieben haben und fokussiert sich überwiegend auf Kritik und alles, was uns Sorgen bereitet. Übung macht bekanntlich den Meister. Also – warum versuchen wir nicht zur Abwechslung, ein Meister des positiven Denkens zu werden?

7 Tipps gegen negative Gedanken

Die Erwartung, jede einzelne Minute mit einem (ernstgemeinten) Lächeln im Gesicht herumzulaufen und Positivität zu versprühen, ist unrealistisch. So ein Versuch führt dann entweder zu einer Gesichtsstarre oder einer Steigerung der Frustration ins Unermessliche. An manchen Tagen laufen die Dinge nicht einmal ansatzweise wie geplant – und das ist in Ordnung. Wichtig ist es, der Negativität nicht volle Handlungsmacht über dich einzuräumen.

Bereits kleine Korrekturen deines Denksystems können zu einem besseren Umgang mit Situationen, die nicht ganz so prickelnd sind, beitragen:

  • Passe dein Vokabular an! Negativ konnotierte Wörter wie „nie“ solltest du aus deinem Wortschatz streichen. Eine augenscheinlich winzige Änderung mit großen Auswirkungen auf dein Befinden.
  • Mach den Mund auf! Du hast keine Lust mehr darauf, von den Kollegen oder vom Chef herumgeschubst zu werden? Anstatt dich grummelnd und beleidigt in Selbstmitleid zu suhlen, ist es besser, aktiv zu werden und die Situation selbst in die Hand zu nehmen.
  • Lästereien vermeiden! Gibt es etwas Schöneres, als hinterrücks über eine unbeliebte Person herzuziehen? Ja – nämlich über Dinge zu sprechen, die wirklich wichtig sind.
  • Tu das, was dich glücklich macht! Die negativen Gedanken prasseln mal wieder wie Faustschläge auf dich ein? Keine Sorge – einmal tief durchatmen und sich Zeit für sich selbst nehmen und das, was man gerne tut. Dann renkt sich das wieder ein.
  • Schreib negative Gedanken nieder! Du musst dich über etwas ärgern oder sorgen? Halte alles davon schriftlich fest und versuche am Ende des Tages, dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen. Dadurch machst du auch greifbar, wie viel Negatives du in dein Leben lässt.
  • Nimm nicht alles persönlich! Du wirst grundlos von jemandem angeschnauzt oder unfreundlich behandelt? Das beste Rezept gegen Miesepeter ist, ihnen ins Gesicht zu lachen und dich darüber zu freuen, dass du nicht länger derjenige bist, der so viel negativen Ballast herumschleppt und nach außen trägt.
Bianca Schedlberger

Biancas Traumjob seit Kindertagen? Schriftstellerin, irgendwann. Bis dahin wird für karriere.at fleißig getextet, unter anderem auch Blogposts.

karriere.at verwendet Cookies, um dein Benutzererlebnis zu verbessern und personalisierte Werbung anbieten zu können. Weitere Informationen und deine Opt-Out Möglichkeit findest du auf unserer Datenschutzseite.