12. Februar 2018 · Arbeitsleben · von

Wie bequem bist du geworden? 5 Tipps für den Schritt aus deiner Komfortzone

Wohlig warm ist es in der Komfortzone, denn du weißt: Hier kann dir nichts passieren. Allerdings ist es auch ziemlich ereignislos in deiner kleinen Wohlfühloase und die Abenteuer, die erleben die anderen. Es lohnt sich deshalb, aus seiner Komfortzone auch mal auszubrechen. Keine Sorge, du musst nicht gleich kündigen, Tiefseetaucher werden oder einen Bungee-Sprung wagen.

Theoretisch kannst du tun und lassen, was du willst. In ein anderes Land ziehen, deinen Job kündigen, das Haus verkaufen, dein eigenes Unternehmen gründen oder um die Welt reisen. Ganz so einfach ist es jedoch nicht, sonst würden längst alle ihr Leben so leben, wie sie sich das wünschen. Was dir dabei Grenzen setzt, sind meist nicht äußere Faktoren, sondern sehr oft innere Vorbehalte.

Was ist die Komfortzone?

Risikoarm, routiniert und sicher ist dein Aufenthalt in der Komfortzone, aber auch langweilig und ereignislos. So lange du dich in deiner Komfortzone bewegst, kann dir wenig passieren. Du gehst keine Risiken ein und die Wahrscheinlichkeit, Fehler zu begehen, ist gering. Schließlich bewegst du dich auf bekanntem Terrain. Musst du diese Zone doch einmal verlassen, kann sich das unangenehm anfühlen. Evolutionär gesehen ist das schlau, schließlich minimierst du so das Risiko, verletzt zu werden oder gar dein Leben zu verlieren.

Dumm nur, dass dich die Komfortzone nicht nur beschützt, sie wirkt sich auch auf jene Lebensbereiche aus, in denen es gar nicht um Leben oder Tod geht: Der Umzug in eine andere Stadt, alleine auf ein Networking-Event gehen oder sich einen neuen Job suchen. Alles Dinge, für die du nicht Leben oder Gesundheit aufs Spiel setzen musst – wären da nicht die Bedenken, die dich in der Komfortzone halten. In eine neue Stadt ziehen? Da kennst du doch niemanden. Alleine auf ein Event gehen? Auch unangenehm, wenn du dann alleine herumstehst. Einen neuen Job suchen? Na wer weiß, ob die neue Stelle dann wirklich besser ist.

Wie schwer dir der Schritt aus deinem Komfortbereich fällt, hängt mit deiner Persönlichkeit, deinen gemachten Erfahrungen und auch der Erziehung zusammen. Auch wie leicht dir der Umgang mit Krisen fällt, spielt dabei eine Rolle. Resiliente Menschen, die nach einer Niederlage schnell wieder auf die Beine kommen, tun sich mit dem Areal außerhalb ihrer Bequemlichkeitszone leichter.

Die Komfortzone verlassen

  • Akzeptanz: Jeder hat eine Komfortzone. Bei manchen ist sie größer, bei anderen kleiner. Sie will dir nicht schaden, sondern ist dafür da, dich zu beschützen. Du kannst sie nicht von heute auf morgen wegwünschen, du musst mit ihr arbeiten. Akzeptiere, dass es einen Lebensbereich gibt, in dem du dich sicher und wohl fühlst. Gleichzeitig lote vorsichtig aus, wo deine Grenzen liegen. Welche Sorgen tauchen auf beim Gedanken an den Schritt aus deiner Komfortzone: Angst um deine finanzielle Sicherheit, Zurückweisung durch Menschen, die dir am Herzen liegen oder etwas ganz anderes?
  • Geh es langsam an: Du musst nicht von heute auf morgen dein Leben umkrempeln und ab sofort auf Risiko setzen. Aus deiner Komfortzone kannst du langsam ausbrechen, indem du nach und nach deinen Handlungsspielraum erweiterst. Nimm dir kleine Veränderungen vor, die machbar sind. Angenommen, es liegt weit außerhalb deiner Komfortzone, dir trotz Unzufriedenheit einen neuen Job zu suchen. Dann geh einfach nur einen Schritt, z.B. Stellenangebote sichten oder deinen Lebenslauf in einer Datenbank zu hinterlegen. Damit gehst du keinerlei Verpflichtungen ein. Selbst wenn du zu einem Bewerbungsgespräch gehst, kannst du danach sagen: Danke, aber nein danke.
  • Tu es immer wieder: Du nimmst eine Hürde und tust etwas völlig Neues, z.B. einen Vortrag halten oder alleine eine Reise unternehmen. Das reicht manchmal bereits, um dich aus der Komfortzone zu holen, du kannst aber noch nachhelfen: Wiederholst du diesen Schritt weitere Male, stellt sich irgendwann Routine ein. Aus dem unbekannten Terrain wird ein Gebiet, dass du bereits einmal betreten hast und du weißt: Dort passiert mir nichts. Das erweitert deine Komfortzone und du kannst dich auf das nächste Abenteuer stürzen.
  • Male dir das Worst-Case-Szenario aus: Ein ausgemaltes Schreckensszenario soll dir nicht den Mut nehmen, sondern aufzeigen, was im schlimmsten Fall passieren kann. Bekanntlich wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Angenommen, du kündigst und nimmst einen neuen Job an. Klar, es besteht die Möglichkeit, dass du auch dort auf unangenehme Zeitgenossen triffst, sich dein Gehalt nicht so entwickelt wie gewünscht oder das Unternehmen in einem Jahr bankrott geht. Im schlimmsten Fall musst du dich auf die erneute Suche nach einem Job machen oder Energie investieren, um deine Situation dort zu verbessern.
  • Erlaube dir, zu scheitern: Ein gesunder Umgang mit Krisen und Niederlagen schafft eine gute Grundlage, um außerhalb der Komfortzone zu bestehen. Denn dort wird es auch mal ungemütlich, es weht ein rauher Wind, vielleicht wirst du scheitern, musst umkehren oder dein Vorhaben ganz abbrechen. Lass dir von der puren Möglichkeit einer Niederlage aber nicht deine Abenteuer nehmen.

Muss das denn sein?

Muss es nicht. Wenn du zufrieden bist mit dem, was du hast und wo du im Leben stehst, dann musst du nicht zwingend deine Komfortzone verlassen und Dinge tun, die dir nicht liegen. Nagt an dir allerdings ein wenig die Frage, ob das jetzt schon alles war, dann lohnt sich der Sprung ins kalte Wasser. Tauch zumindest mal die Zehen ein.

Warum es sich lohnt, seine Komfortzone zu verlassen

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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