13. Juli 2017 · Arbeitsleben, HR · von

Führungskräfte: Viel Arbeit, aber hohe Zufriedenheit

Haben es die Chefs leichter oder schwerer als ihre Mitarbeiter? Rund 400.000 Führungskräfte arbeiten in Österreich. Wie es um ihre Zufriedenheit im Job steht, hat der Führungskräfte Monitor der Arbeiterkammer untersucht.

Gut elf Prozent der österreichischen Arbeitnehmer bekleiden eine Führungsposition. Laut Führungskräfte Monitor arbeiten sie viel und lange, trotzdem sind sie oft zufriedener als Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung. Interessante Details aus der Auswertung der Arbeiterkammer:

Führung ist männlich

Auf 63 Prozent der Führungsposten befinden sich Männer, der Frauenanteil steigt allerdings. Je nach Branche fällt der Anteil von Frauen in Führungspositionen unterschiedlich aus. In der öffentlichen Verwaltung ist der Unterschied am größten: 43 Prozent der Beschäftigten dort sind Frauen, aber nur 17 Prozent der Managementposten werden von Frauen bekleidet. Im Bauwesen und Unterrichtswesen fällt dieser Gap hingegen nur gering aus.

Chef in Teilzeit?

Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der österreichischen Führungskraft liegt bei rund 42 Stunden. 37 Prozent geben an, häufig Überstunden zu machen. 42 Prozent machen gelegentlich Überstunden. Etwa ein Viertel bezieht eine Überstundenpauschale. Führungsaufgaben in Teilzeit zu übernehmen, das ist in Österreich eher unüblich. 21 Prozent der Frauen in Führungspositionen arbeiten in Teilzeit, bei jenen mit Kindern sind es 35 Prozent. Aber: Nur fünf Prozent der Männer in leitender Funktion  arbeiten in Teilzeit und nur zwei Prozent der Väter.

Die Herausforderungen der Chefs

Das Fällen harter Entscheidungen stellt für mehr als die Hälfte der Führungskräften eine schwierige Aufgabe im daily business dar. Die Vorgaben der Geschäftsführung oder des eigenen Vorgesetzten zu erfüllen, das sieht knapp die Hälfte als Challenge an. Die Verantwortung für Gewinn oder Umsatz zu haben und die Anforderung, durch den Job gesundheitlich nicht beeinträchtigt zu werden, ist für Personen mit Führungsaufgaben ebenfalls eine Herausforderung.

Diese Dinge machen österreichischen Führungskräften außerdem zu schaffen: Arbeiten unter Zeitdruck, keine Zeit um durchzuatmen, wechselnde Anforderungen/Arbeitsabläufe und seelisch belastende Arbeiten. Im Gegensatz zu Arbeitnehmern ohne Führungsaufgaben müssen Führungskräfte außerdem häufiger ihre Freizeit für Arbeitseinsätze unterbrechen – das belastet zusätzlich.

Zufriedenheit ist hoch

Trotzdem sind österreichische Führungskräfte im Job ganz zufrieden. Im Arbeitsklimaindex erzielen sie 112 Punkte, fünf Punkte über dem Durchschnitt aller Arbeitnehmer. Das bewerten die Befragten in Führungspositionen besonders positiv: ihr Einkommen, die soziale und gesellschaftliche Position sowie die eigenen Karrierechancen. Die Zufriedenheit lässt sich allerdings nicht auf alle Führungskräfte umlegen: Frauen und Migranten zeigen sich teilweise nicht ganz so zufrieden. Frauen in Managementpositionen bewerten ihr Gehalt und ihre Chancen am Arbeitsmarkt schlechter. Führungspersonen mit Migrationshintergrund bewerten unter anderem ihr Standing im Unternehmen schlechter und bewerten ihre Arbeitszeit weniger positiv.

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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