Erstellt am 1. Februar 2019 · Arbeitsleben · von

Developer: Ein Job ohne Zukunft?

Lesezeit: 2 Minuten

Programmierer sind gerade gefragt wie kaum ein anderer Beruf. Es gibt schlicht zu wenige davon und das wird auch auf absehbare Zeit so bleiben. Was aber, wenn sich diese Situation früher ändert als gedacht und plötzlich keine Developer mehr gebraucht werden? Droht uns dann die „IT-Apokalypse“? Ein gewagter Blick in die Zukunft:


Händeringend bemühen sich HR-Manager aller Branchen momentan um mehr Developer. Um bei Digitalisierung und Automatisierung mithalten zu können, sind sie schließlich die Schlüsselpersonen – und davon gibt es einfach nicht genug. Die Entwicklung ging (oder vielmehr geht) so rasant voran, dass Ausbildungsstätten den Bedarf nicht ausreichend decken können: zu wenig Studienplätze, zu lange Studiendauer, zu viele offene Jobs.

Düstere Aussichten für Developer

Um den Mangel an Programmierern auszugleichen, werden schon seit einigen Jahren laufend Programme auf den Markt gebracht, mit denen auch Nicht-Programmierer gewisse Anforderungen erfüllen können. So gibt es unzählige, sogar kostenlose, Onlinedienste, mit denen jeder seine eigene Website erstellen kann, ohne je etwas von Programmiersprachen oder Codes gehört zu haben. Genau in dieser Entwicklung könnte, so Cloud Architekt Forrest Brazeal, die drohende „IT-Apokalypse“ ihren Ursprung haben, die Developer letztlich überflüssig macht.

Sind bald alle Programmierer arbeitslos?

Die Zukunft, die Brazeal skizziert, sieht folgendermaßen aus:

Durch den technischen Fortschritt werden immer weniger Menschen immer mehr Arbeit erledigen können. Intelligente Systeme werden den Rest erledigen.

So ähnlich kennt man es bereits aus der Logistik, wo Roboter Waren selbstständig von A nach B transportieren und der Mensch nur noch kontrolliert, ob beispielsweise das richtige Teil vom Lager zum Versand gebracht wurde. Ersetzt man die Transport-Roboter durch Programmier-Bots und die Logistikmitarbeiter durch Lead Developer hat man laut Brazeal ein realistisches Zukunftsszenario vor Augen. Diese Entwicklung, so die Warnung, habe schon begonnen, gehe aber noch so langsam voran, dass sie nicht ernst genommen wird.

Soll man noch Developer werden?

Die – doch überraschende – Antwort lautet: Ja! „Es stimmt schon: Heutzutage kann man eine App oder eine Website, zum Beispiel mit WordPress, schon ganz einfach bauen, ohne allzu viele Programmierkenntnisse“, meint Wolfgang Roiter, Teamleiter in der Softwareentwicklung bei karriere.at. „Dennoch wird es immer wieder spezielle Anforderungen geben, die von Menschen umgesetzt werden müssen. Denn auch solche selbstgebauten Websites können so komplex oder innovativ sein, dass man eine ganze Programmierer-Horde dafür benötigt.“

So wird man nicht von Robotern ersetzt

Und auch Forrester Brazeal relativiert seine Prognose: Ganz ohne Developer komme man wohl nie aus, es brauche aber spezifische, hohe Qualifikationen, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Denn die einfacheren und mittelschweren Aufgaben würden bald von Bots übernommen werden. Für wirklich komplexe Aufgabenstellungen wird man aber nach wie vor gut ausgebildete Menschen brauchen. Ständige Weiterbildung ist für Brazeal also der Schlüssel, um nicht von einer Maschine ersetzt zu werden. Und das gilt, wenn man ehrlich ist, nicht nur für Developer, sondern für viele andere Berufe auch.

Ist die Automatisierung diesmal anders?

Einen interessanten Blick in die Zukunft der Arbeit wagt kurzgesagt. In diesem Vídeo erklären sie, warum die Automatisierung diesmal anders ist und welche Berufe tatsächlich von Maschinen ersetzt werden könnten:

 

Bildnachweis: baranq/shutterstock

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.

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